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Cybersecurity
Wenn der Herzschrittmacher gekapert wird

Von Adil Mansoor* 4 min Lesedauer

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Die Cyberkriminalität gegen Einrichtungen im Gesundheitswesen nimmt zu, durch die Vernetzung medizinischer Devices öffnen sich den Hackern zahlreiche Einfallstore. Für den Schutz von Patienten und Einrichtungen müssen alle Akteure an einem Strang ziehen, den Herstellern der Medizingeräte kommt dabei eine besondere Rolle zu.

Das Internet of Medical Things (IoMT) bietet Hackern zahlreiche Einfallstore. Cybersecurity sollte hier an erster Stelle stehen. (Symbolbild)(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Das Internet of Medical Things (IoMT) bietet Hackern zahlreiche Einfallstore. Cybersecurity sollte hier an erster Stelle stehen. (Symbolbild)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Moderne Krankenhäuser und andere Einrichtungen des Gesundheitswesens sind auf funktionierende Technologie angewiesen. Die Verfügbarkeit der medizinischen Geräte ist ausschlaggebend für Behandlungserfolg und Effizienz – im Notfall entscheidet sie sogar über Leben und Tod. Längst verwalten Kliniken Hunderte, teilweise sogar Tausende solcher Geräte, das Arsenal reicht von der bildgebenden Diagnostik wie dem MRT über Infusionspumpen zur Medikamentengabe bis hin zu implantierten Herzschrittmachern oder Defibrillatoren.

Für Hacker sind medizinische Devices ein lohnendes Ziel, denn sie sind in der Regel leicht zu kapern. Das liegt zunächst einmal daran, dass dank vergleichsweise langer Lebenszyklen viele ältere Geräte mit überholten Betriebssystemen im Einsatz sind, die längst nicht so gut geschützt sind wie neuere Medizintechnik. Erschwerend kommt hinzu, dass Medizinprodukte vor ihrer Zulassung einen oft monatelangen Zertifizierungsprozess durchlaufen müssen. Um diesen Status nicht zu riskieren, wird die Konfiguration in der Regel bei der Firmware- und Betriebssystem-Version eingefroren, die dem Stand zu Beginn des Zertifizierungsverfahrens entspricht. Ein zeitnahes Update mit den aktuellsten Sicherheitspatches ist somit fast unmöglich. Zusätzlich kommuniziert jedes vernetzte Gerät entweder über das Netzwerk der Einrichtung oder über einen Gateway, der eine direkte Verbindung zur Cloud herstellt. Beide sind gleichermaßen angreifbar. Zwar haben einige Medizinproduktehersteller vor diesem Hintergrund damit begonnen, das Thema Sicherheit auf ihre Agenda zu setzen – alle Schwierigkeiten sind damit nicht beseitigt.