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Kern Microtechnik

Vollautomatische Fertigung von 450.000 Unikaten pro Jahr

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Doch die Präzision war nicht der einzige Grund für die Entscheidung zugunsten von Kern. Als Etkon im Jahr 2014 für den Kompetenzausbau im Implantatbereich die geeignete Technologie suchte, ließ Hamisch nach einer Marktrecherche bei drei Fräsmaschinenherstellern Testteile fräsen und begutachtete auch die Performance der konkurrierenden Anlagen. Kern konnte das Teil „in der kürzesten Zeit mit der höchsten Genauigkeit und den besten Oberflächen fräsen“, bilanziert Hamisch.

30 Paletten vollautomatisch ins Nullpunktspannsystem einwechselen

„Bei den weiteren Verhandlungen hat sich Kern mit einer unglaublichen Flexibilität und der Bereitschaft, Wünsche von uns umzusetzen, hervorgetan“, betont Hamisch. Barbara Bergmann, Gebietsverkaufsleiterin bei Kern, erläutert: „Zwar arbeiten wir stets mit einem Baukastensystem, um Maschinen möglichst einfach an spezielle Kundenanforderungen anpassen zu können. Aber für Etkon waren weitere Individualisierungen nötig.“ Unter anderem musste viel Energie in mechanische Anpassungen investiert werden. Die Kern Micro verfügt über einen integrierten Werkstückwechsler, mit dem 30 Paletten vollautomatisch in das Nullpunktspannsystem der Maschine eingewechselt und prozesssicher bearbeitet werden. Für die Lösung bei Etkon kombinierte Kern aber jeweils zwei Maschinen mit einem externen Handlingroboter zu einer Fräszelle. Dieser versorgt beide Maschinen mit Rohlingen und leitet nach der Bearbeitung das fertige Teil wieder auftragsbezogen aus.

Spannsystem für Rohlinge maßgeschneidert

Die meiste Kreativität und Flexibilität erforderte indes die Entwicklung eines maßgeschneiderten Spannsystems, das die sogenannten Ronden stabil und vibrationsfrei hält und dabei deren Zugänglichkeit für die Werkzeuge gewährleistet. Nachdem Tests verfügbarer Spanntechnik keine befriedigenden Ergebnisse gebracht hatten, begann Kern mit Unterstützung von Etkon, selbst ein geeignetes System zu entwickeln. Unter anderem musste die Kühlung an die neuen Werkstückhalterungen angepasst werden, um Kühlmittelschatten zu vermeiden. Der Schwenkbereich wurde von den üblichen 15 auf 30 Grad vergrößert, weil die Winkel, mit denen Zahnmediziner Implantate setzen, sehr stark variieren. Sogar an der Bearbeitungsachse mussten Änderungen vorgenommen werden.

Das Magazin fasst 140 spezielle Werkzeuge mit HSK-40-Aufnahmen

Dagegen war die Änderung des Werkzeugmagazins vergleichsweise einfach: Denn um die ungewöhnlich langen Werkzeuge unterzubringen, die Etkon benötigt, waren beim Standard-Werkzeugkabinett die Abstände der Werkzeugebenen zu gering. Nun fasst das Magazin der angepassten Kern Micro nahezu 140 der speziellen Etkon-Werkzeuge mit HSK-40-Aufnahmen.

Aufgrund der guten Partnerschaft soll die Zusammenarbeit weiter ausgebaut werden. So arbeitet man aktuell gemeinsam daran, die Bearbeitung von Werkstücken aus Zirkonoxid zu optimieren. pr

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