France

VDGH-Jahresbilanz 2022 Umsatzrückgang führt zu gedämpften Aussichten

Quelle: Pressemitteilung VDGH 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der Verband der Diagnostica-Industrie hat seine Jahresbilanz 2022 vorgestellt. Aufgrund der sinkenden Testaufkommen in der Coroana-Diagnostik gingen die Umsätze im Vergleich zum Jahr 2021 um 44 Prozent zurück.

Der VDGH stellte am 31. März seine Jahresbilanz für das Jahr 2022 vor.(Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Der VDGH stellte am 31. März seine Jahresbilanz für das Jahr 2022 vor.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) stellte am 31. März 2023 die Jahresbilanz 2022 vor. Demnach erreichten die Umsätze im deutschen In-vitro-Diagnostik-Markt (IVD) insgesamt 3,54 Milliarden Euro, einschließlich der Corona- und Routinediagnostik. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Umsätze um 44 % zurück, was das Ende der pandemiebedingten Sonderkonjunktur markiert. Im Jahr 2021 war zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie das höchste Testaufkommen verzeichnet worden.

Der Vorsitzende des VDGH, Ulrich Schmid, kommentiert: „Der Alltag hält wieder Einzug in die IVD-Branche. Für uns heißt es zunächst Konzentration auf unser Kerngeschäft. Aber wir erwarten für die Labordiagnostik starke Impulse durch die nun hoffentlich voranschreitende Digitalisierung der Gesundheitsversorgung und Pflege.“ Die Coronadiagnostik machte 2022 noch 37 % des Gesamtmarkts aus, im Vergleich zu 65 % im Vorjahr. Seit Ende des Jahres 2022 ist das Corona-Testen auf eine Restgröße gesunken. Die Routinediagnostik verzeichnete ein flaches Wachstum von 1,3 % gegenüber dem Vorjahr.

Erwartungen für das Jahr 2023

Für das laufende Jahr sind die Erwartungen gedämpft. Nur rund ein Drittel der Unternehmen erwartet eine gute oder sehr gute wirtschaftliche Situation. Rund 12 % rechnen mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage ihres Unternehmens. Gründe dafür sind der Wegfall des Testaufkommens in der Corona-Diagnostik und die allgemein schwierige Wirtschaftslage. Nur rund 25 % vertrauen darauf, dass die Umsätze im Jahr 2023 wachsen werden. Über die Hälfte der Unternehmen rechnet mit einem Umsatzrückgang. Dennoch bleibt die Investitionsbereitschaft der IVD-Industrie hoch, wobei etwa 10 % des Inlandsumsatzes in Forschung und Entwicklung fließen. Das zeigt sich auch in der Produktpalette: Rund 75 % der Unternehmen planen, im Jahr 2023 neue Produkte auf den Markt zu bringen.

Auch das Thema Nachhaltigkeit nimmt einen immer größeren Stellenwert ein: Knapp 90 % der Unternehmen verfolgen Nachhaltigkeitsstrategien oder Klimaschutzziele. Besonders im Fokus stehen hier die Reduktion von Plastikmüll, ein verbessertes Verpackungsrecycling sowie ein emissionsarmes Fuhrparkmanagement. Der Fachkräftemangel, steigende regulatorische Anforderungen sowie der Preisdruck am Markt stellen die größten Herausforderungen dar.

Digitalisierung des Gesundheitswesens vorantreiben

VDGH-Geschäftsführer Dr. Martin Walger setzt darauf, dass die Bundesregierung zeitnah die Digitalisierungsstrategie umsetzt. Zwar sei das Thema nun seit rund 20 Jahren auf der Agenda des Gesundheitsministeriums, jetzt scheint der politische Wille für die Realisierung da zu sein. „Wichtig ist, dass auch die forschende Industrie Zugang zu anonymisierten Daten der Gesundheitsversorgung erhält, um Produkte patientenzentriert weiterentwickeln zu können. Dabei muss eine einheitliche Auslegung des Datenschutzes sichergestellt sein“, erklärt Walger.

Herausforderung IVDR

Die bürokratischen Hürden der seit 26. Mai 2022 geltenden EU-Verordnung über In-vitro-Diagnostika (IVDR) bleiben eine Herausforderung für die Unternehmen. Insbesondere die fehlende regulatorische Infrastruktur der benannten Stellen sorgt für einen Flaschenhals beim Inverkehrbringen von IVDs. 47 % der KMU haben noch keine benannte Stelle gefunden und erst 21 % der aktuellen Produkte sind nach den neuen Vorgaben zertifiziert. Mit bis zu 36 Monaten hat hier die Prozessdauer einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Folge: Jedes sechste Bestandsprodukt wird vom Markt genommen und weniger Hersteller wollen ihre Innovationen zuerst in Europa auf den Markt bringen.

Seminar-Tipp der Redaktion

Die neue europäische Verordnung über In-vitro-Diagnostika

DeviceMed Seminare

Welche Änderungen ergeben sich durch die neue Verordnung über In-vitro-Diagnostika für Ihr Unternehmen und die eigenen Produkte? Das Seminar von Dr. Boris Handorn, Rechtsanwaltlt für Medizinprodukte- und Arzneimittelrecht, gibt Ihnen einen umfassenden Überblick, damit Sie gut für die Zukunft gerüstet sind.

Weitere Infos & Termine

(ID:49317350)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung