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Deutsche Medizintechnik-Unternehmen in Saudi-Arabien
Saudische Reformen bieten Chancen für deutsche Medtech

Ein Gastbeitrag von Lara Petersen* 6 min Lesedauer

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Saudi-Arabien investiert Milliarden in den Ausbau seines Gesundheitswesens und bietet deutschen Medizintechnik-Unternehmen enorme Chancen. Reformen, Digitalisierung und neue Partnerschaften eröffnen Potenziale – trotz regulatorischer Hürden und „Saudisierungspflicht“.

Dank Reformen im Gesundheitswesen öffnet Saudi-Arabien den Markt. Deutsche Medizintechnik-Unternehmen können durch Qualität und Expertise überzeugen.(Bild:  GPT Image Editor / KI-generiert)
Dank Reformen im Gesundheitswesen öffnet Saudi-Arabien den Markt. Deutsche Medizintechnik-Unternehmen können durch Qualität und Expertise überzeugen.
(Bild: GPT Image Editor / KI-generiert)

Deutsche Unternehmen sind angesichts der zunehmenden globalen Herausforderungen darauf angewiesen, ihre Absatzmärkte zu diversifizieren. Saudi-Arabien bietet hierfür insbesondere für Medtech-Unternehmen viel Potenzial. Das Land durchläuft im Zuge der „Vision 2030“ tiefgreifende Reformen. Ziel der Regierung ist es, die Abhängigkeit vom Öl zu verringern und neue Wachstumsfelder zu erschließen. Das Gesundheitswesen nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein: Es gilt als einer der zentralen Sektoren, in dem Modernisierung, Investitionen und internationale Kooperationen vorangetrieben werden.

Das saudische Gesundheitssystem basiert traditionell auf staatlicher Finanzierung und kostenloser Versorgung in öffentlichen Einrichtungen, wird aber zunehmend für private Investoren geöffnet. Mit der „Healthcare Transformation Strategy“ verfolgt die Regierung eine umfassende Neuordnung: Öffentliche Kliniken werden in wirtschaftlich selbstständige Einheiten überführt, Partnerschaften mit privaten Betreibern ausgeweitet und ein einheitliches Versicherungssystem etabliert, das künftig auch für die große Expatriate-Bevölkerung verpflichtend sein soll. „Für deutsche Medtech-Unternehmen bedeutet dies neue Absatzmöglichkeiten – sowohl durch die wachsende Nachfrage privater Betreiber nach hochwertigen Geräten und Lösungen als auch durch die steigende Bedeutung von Kosteneffizienz und Qualitätsstandards im Rahmen des neuen Versicherungssystems“, berichtet Dr. Jad Ayoub, Managing Director International beim Bioscientia Institut für Medizinische Diagnostik und Repräsentant der GHA – German Health Alliance für die MENA-Region. „Weitere Chancen entstehen durch eine starke Fokussierung auf Digitalisierung, etwa durch elektronische Patientenakten, Telemedizin und künstliche Intelligenz.“ Ein Leuchtturmprojekt dieser Entwicklung ist das 2022 eröffnete Seha Virtual Hospital, das größte virtuelle Krankenhaus der Welt, das hunderte Kliniken vernetzt und den Bedarf an digitaler Infrastruktur und vernetzten Medizintechniklösungen weiter erhöht.