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Reimbursement Institute

Rückvergütung medizinischer Produkte als Marketinginstrument

| Redakteur: Peter Reinhardt

Das Außendienstpersonal der Medizinproduktehersteller ist oftmals nicht hinreichend über produktspezifische Rückvergütungsmöglichkeiten informiert. Das kann Entscheider in den Krankenhäusern dazu verleiten, die Implementierung neuer Therapien abzulehnen. Ein neuer Online-Dienst hilft, die Rückvergütung als Marketinginstrument zu nutzen.

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„Die Prüfung, ob der Einsatz eines Medizinproduktes ökonomisch machbar ist, kostet Zeit, Zeit die im Krankenhaus meist nicht vorhanden ist. Die Rückvergütung ist daher maßgeblich für Kaufentscheidungen. Das setzt Kenntnise und Transparenz hierüber voraus“, Nicole Eisenmenger, Geschäftsführung Reimbursement Institut.
„Die Prüfung, ob der Einsatz eines Medizinproduktes ökonomisch machbar ist, kostet Zeit, Zeit die im Krankenhaus meist nicht vorhanden ist. Die Rückvergütung ist daher maßgeblich für Kaufentscheidungen. Das setzt Kenntnise und Transparenz hierüber voraus“, Nicole Eisenmenger, Geschäftsführung Reimbursement Institut.
( Bild: Reimbursement Institute )

Die Fallpauschale (DRG), so trägt es schon der Name in sich, ist eine Pauschale für die Behandlung stationärer Krankenhausfälle. Ihre Evaluation stellt letztlich den Erlös für das Krankenhaus dar und ergibt sich unter anderem aus den Angaben der ICD-10 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) und des OPS (Operationen- und Prozedurenschlüssel). Welche OPS- oder ICD-10-Verschlüsselungen einen Einfluss bei der Zuordnung einer DRG haben und welche nicht, war bislang nur durch geschultes Personal interpretierbar. Dabei ist das Wissen über eine Rückvergütung essentiell. So stellt sich doch seitens der Krankenhäuser neben den Eigenschaften des Produktes meist direkt die Frage der ökonomischen Abbildbarkeit.

Wirtschaftliche Machbarkeit entscheidet über Anschaffung medizinischer Produkte

Die wirtschaftliche Denkweise der Krankenhäuser hat nun, nach über elf Jahren G-DRG System, flächendeckend Einzug erhalten. Die Anschaffung medizinischer Produkte wird inzwischen überwiegend über die wirtschaftliche Machbarkeit entschieden. „Was man sich nicht leisten kann, kauft man nicht“, bringt Nicole Eisenmenger als Geschäftsführerin des Reimbursement Institutes die aktuelle Lage auf den Punkt. Die Rückvergütung medizinischer Produkte ist demnach ein entscheidender Faktor bei der Kaufentscheidung.

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Fragen zur Rückvergütung in die Krankenhäuser kommunizieren

Doch Herstellern medizinischer Produkte fällt es häufig schwer, Fragen zur Rückvergütung ihrer Produkte zu beantworten. Schulungen des Vertriebsteams im Bereich der produktspezifischen Eigenschaften und der innerklinischen Anwendung allein reichen in der Regel nicht aus, um den Krankenhaus-Markt zu erobern. „Grundlegende Kenntnisse des G-DRG Systems sind unerlässlich, um auf Augenhöhe mit den Entscheidern in den Kliniken kommunizieren zu können“, sagt dazu Eisenmenger. Es geht vor allem darum zu klären, wer überhaupt Kunde ist und welche Entscheidungswege gegangen werden. Gezielte Schulungsreihen des Vertriebsteams zu den Grundlagen des G-DRG Systems setzen hier den Grundstein, um sich der Rückvergütung als Marketinginstrument zu bedienen.

Neue Onlineplattform beantwortet alle Fragen der Hersteller

Doch die Unübersichtlichkeit der schier unendlichen Flut an Abkürzungen und der fehlende Zusammenhang der Regelwerke (OPS-Katalog, G-DRG-Definitionshandbücher und Fallpauschalenkatalog) machten es den Akteuren des Gesundheitssystems bislang schwer, die grundlegende Frage zu beantworten, ob es bereits einen OPS für die eigenen Produkte gibt und ob dieser erlösrelevant ist.

Ein neuer Dienst auf der Onlineplattform des Reimbursement Institutes verspricht auf Seiten der Akteure in Krankenhäusern, der Hersteller sowie allen anderen Interessierten nun Abhilfe. Der OPS-Guide beantwortet insbesondere folgende Fragen:

  • Ist ein OPS in einer DRG berücksichtigt? Wenn ja: in welcher?
  • Welche Informationen (MDV, Relativgewichte, Partition etc.) trägt diese DRG?
  • Ist der Kode mit einem Zusatzentgelt versehen?
  • Welches Produkt ist mit welchem OPS in Verbindung zu bringen?
  • Welche Kostenstelle ist diesem Produkt zuzuteilen?
  • Welche Änderungen gab es bei den OPS?

Damit hilft der OPS-Guide dem Krankenhauspersonal, auf allen Ebenen schnell und einfach zu eruieren, welcher OPS bei welchem Verbrauchsmaterial zu verwenden ist. Das sorgt für eine korrekte Kodierung und eine qualitativ hochwertige Datenrückmeldung an das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK), welche Grundlage zur Kostenbewertung der DRG ist. Der Bezug von Produkt zu OPS kann seitens der Hersteller als nützliches Marketinginstrument eingesetzt werden. Zeitgleich wird das Außendienstpersonal in allen Fragen zur Rückvergütung deutlich entlastet.

Den OPS-Guide noch bis Ende des Jahres kostenlos nutzen

Der OPS-Guide ist neben der NUB-Börse (Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden) der zweite Dienst auf der Onlineplattform des Reimbursement Institutes. Beide Dienste sollen zu einer Verbesserung des Gesamtsystems beitragen, welche zur langfristig hochwertigen Versorgung der stationär behandelten Patienten notwendig ist und unterstützen somit das Ziel, dass Innovationen bei den Patienten ankommen. Den Leistungserbringern stehen die Dienste grundsätzlich kostenlos zur Verfügung. Auch Herstellern steht die Darstellung ihrer Produkte in Anlehnung an den OPS in diesem Jahr kostenlos zur Verfügung.

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