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Messsystem für audiometrische Messungen Räumliches Hörvermögen durch Augmented Reality bestimmen

Quelle: Pressemitteilung Jade Hochschule 2 min Lesedauer

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Die optimale Abstimmung zweier Hörgeräte ist in der Praxis noch immer ein ungelöstes Problem. Ein Kooperationsprojekt der Jade Hochschule, der Universität Oldenburg, des Medizintechnikherstellers Auritec und des Augmented-Reality-Spezialisten Humatects verbindet alltagsrelevante räumliche Audiometrie und visuelle Augmented-Reality-Szenen zur Bestimmung des räumlichen Hörens.

Das Konzept von „easy2verify“ beruht auf einer Kombination von Augmented Reality und räumlicher Audiometrie. Anhand der Messmethode kann der beidohrige Abgleich der Hörsysteme überprüft und dokumentiert werden.(Bild:  Jade HS/Ulrik Kowalk)
Das Konzept von „easy2verify“ beruht auf einer Kombination von Augmented Reality und räumlicher Audiometrie. Anhand der Messmethode kann der beidohrige Abgleich der Hörsysteme überprüft und dokumentiert werden.
(Bild: Jade HS/Ulrik Kowalk)

Ein Team aus Wissenschaftlern und Mitarbeitern der Jade Hochschule, der Universität Oldenburg, des Medizintechnikherstellers Auritec und des Augmented-Reality-Spezialisten Humatects wollen ein technisches Messsystem entwickeln, mit dem räumliche audiometrische Messungen bei Patienten mit Hörsystemen durchgeführt werden können, um den räumlichen Höreindruck zu verbessern. Denn Schwerhörigkeit ist eine weit verbreitete Sinneseinschränkung, die mit Hörsystemen wie Cochlea-Implantaten und Hörgeräten kompensiert werden kann. Der Großteil der Patienten wird aktuell in Deutschland beidohrig versorgt. Auch wenn Patienten die Geräusche von der Lautstärke her gut wahrnehmen können, haben sie dennoch oftmals Schwierigkeiten, die Richtung gut einzuschätzen, aus der unterschiedliche Geräusche kommen.

Funktionsweise

Das Konzept, an dem die Kooperationspartner arbeiten, beruht auf einer Kombination von Augmented Reality und räumlicher Audiometrie. Mit der Messmethode kann der beidohrige Abgleich der Hörsysteme überprüft und dokumentiert werden. Die technische Umsetzung ist wie folgt: Mithilfe einer Augmented-Reality(AR) -Brille sehen die Patienten passende Szenen im vorhandenen Raum. Bei AR-Brillen werden die Inhalte über dem Sichtfeld der Nutzer und in der realen Welt eingeblendet. Die so ermöglichte Verbindung zwischen akustischen und visuellen Eindrücken schafft ein alltagsnahes Umfeld.

Im Alltag sind akustische Reize mit anderen Sinneseindrücken direkt verbunden. Der Patient trägt eine AR-Brille, welche beispielsweise bewegende Vögel im Raum projiziert. Ein mögliches räumliches Szenario wäre, dass nur einer der Vögel Geräusche von sich gibt, die über Lautsprecher präsentiert werden. Die Aufgabe der Patienten ist es, den Vogel möglichst schnell zu erkennen. Die AR-Brille erfasst nicht nur die Kopfbewegungen der Patienten, sondern auch ihre Augenbewegungen und Reaktionszeiten. Das System misst also nicht nur, wie gut die Patienten das Zielobjekt erkennen, sondern auch, wie schnell sie unbewusst schon vor dem eigentlichen Erkennen hingeschaut haben.

Die gemessenen Daten werden vom System analysiert. Die betreuenden Audiologen können aufgrund dieser Daten beurteilen, wie gut die Hörsysteme bereits eingestellt sind und wo noch nachgebessert werden muss, um den räumlichen Höreindruck zu optimieren.

Einsatzgebiet

Anwendung findet das System dann beispielsweise in der Beurteilung des Versorgungserfolges, der Anpass- Optimierung bei einer beidohrigen Versorgung und bei der Verlaufskontrolle während der Rehamaßnahme.

Das Projekt wird bis Ende 2025 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,7 Millionen Euro gefördert. Der Förderanteil der Jade Hochschule liegt bei rund 430.000 Euro.

Weitere Artikel zur Zukunft der Medizintechnik finden Sie in unserem Themenkanal Forschung.

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