France

Rotationsbremsen
Natürliches Gehen: Prothesensystem sorgt für mehr Sicherheit

Ein Gastbeitrag von Jens Frantzen und Robert Timmerberg* 6 min Lesedauer

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Im Fall einer Beinamputation können neuartige Prothesen ein Mehr an Mobilität ermöglichen. Ein neues Beinsystem von einem Start-up aus Franken ist eine Lösung für mehr Sicherheit und Kraft sparendes, physiologisches Gehen. Rotationsbremsen spielen dabei eine wichtige Rolle.

Einfaches sowie gutes und sicheres Gehen und Stehen ermöglicht das Prothesensystem Unitos Smart von Standpunkt durch die Kopplung der polyzentrischen Kniegelenkseinheit mit dem Knöchelgelenk.(Bild:  Standpunkt)
Einfaches sowie gutes und sicheres Gehen und Stehen ermöglicht das Prothesensystem Unitos Smart von Standpunkt durch die Kopplung der polyzentrischen Kniegelenkseinheit mit dem Knöchelgelenk.
(Bild: Standpunkt)

Ein Bein zu verlieren, ist immer ein schwerer Schicksalsschlag. Schließlich ist die Fähigkeit zur Fortbewegung in der Welt ein wesentlicher Teil eines selbstbestimmten Lebens. Aber Menschen sind verschieden, und die Gründe für eine Amputation vielfältig – vom Arbeits- oder Verkehrsunfall bis zur Folge einer Erkrankung oder Alterserscheinung. Entsprechend verschieden ist auch das Vorgehen, wenn es darum geht, Betroffenen nach der ersten Heilungsphase eine passende Unterstützung zu geben.

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Der Mobilitätsgrad als Orientierung

Wenn für die Patientinnen und Patienten eine Prothese in Frage kommt, hat sich das Konzept der so genannten Mobilitätsgrade als Orientierungshilfe bewährt. Sie reichen von null für „Nicht bewegungsfähig“ bis vier für „Uneingeschränkter Außenbereichsgeher mit besonders hohen Ansprüchen“. Ein besonderes Sicherheitsbedürfnis haben dabei Menschen mit dem Mobilitätsgrad eins, die als „Innenbereichsgeher“ bezeichnet werden und das Potenzial haben, sich für eine kurze Zeit mit geringer Geschwindigkeit auf ebenem Boden zu bewegen. Auch die Gruppe mit Mobilitätsgrad zwei, die „Eingeschränkten Außenbereichsgeher“, ist bezüglich Gehdauer und -strecke limitiert. Sie können jedoch in der Außenwelt auch niedrige Umwelthindernisse wie Bordsteine oder einzelne Stufen sowie unebene Böden bewältigen. Bei beiden Gruppen gelten die Wiederherstellung der Stehfähigkeit sowie der jeweils limitierten Gehfähigkeit als definierte Therapieziele, die u. a. mit der Hilfe von Beinprothesen erreicht werden können.