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Überhaupt hält Meyer die Telemedizin für einen Markt mit Zukunft. Der Trend zur „Vergreisung“ – speziell der neuen Bundesländer mit sinkenden Bevölkerungszahlen – mache es Ärzten schwer, als Niedergelassene Praxen vor Ort zu betreiben. Telemedizin sei hier die Lösung. Allerdings ist die heute vielfach noch zu teuer und befindet sich meist noch im Pilotstadium.
Fahrbare Röntgengeräte und kabellose Ultraschallgeräte
Einen weiteren Trend sieht Meyer bei fahrbaren Röntgenräten. Rollen und Räder hätten völlig neue Einsatzmöglichkeiten in der Bildgebung ermöglicht. So können Computertomographen heute bei Bedarf auf Schienen in den Schockraum gefahren werden. „Das kommt in China sehr gut an“, spiegelt Meyer die internationale Bedeutung dieses Themas wieder. Allerdings mussten dafür einige technische Herausforderungen wie zum Beispiel die Kabelführung bewältigt werden.
Ganz ohne Kabel kommen dagegen inzwischen moderne Ultraschallgeräte daher. Dafür wird die komplette Intelligenz vom Tower in den Schallkopf gelegt. Ergebnis: Keine Kabel, weniger Knöpfe, mehr Automatisierung. „Das erleichtert die Bedienung und wird vom Markt honoriert“ stellt Meyer fest, der hier einen grundsätzlichen Trend sieht, an dessen Erfolg er fest glaubt.
Mobile IT ergänzt mobile Medizintechnik
Parallel zu mobiler Medizintechnik hält auch die mobile IT Einzug in die Krankenhäuser und Arztpraxen. Gerade jüngere Anwender wünschen sich Bilder auf mobilen Endgeräten. Kein Wunder also, dass Meyer auf der jüngsten ConhIT in Berlin so viele iPads & Co. wie noch nie gesehen hat. Aktuell darf man davon ausgehen, dass alleine in Deutschland bereits mehr als 40 Millionen medizinische Apps runtergeladen wurden.
Allerdings sei der Bereich Krankenhausadministration hier der Diagnose weit voraus. Wenn der Markt für IT-gestützte Informationen auf mobilen Geräten wachse, werde das die Ärzte zwar nicht ersetzen, gäbe ihnen aber zusätzliche Optionen. Ganz wichtig dabei: Die Frage nach Zulassung und Sicherheit muss gestellt werden. „Hier gilt es für die Anbieter, noch ihre Hausaufgaben zu machen“, so Meyer. Und: „Es braucht offene Standards.“
„Medizintechnikhersteller sind keine Sozialeinrichtungen“
Nicht zuletzt blickt Meyer noch auf das wohl drängendste Problem aller Medizintechnikhersteller: Hohe Investitionskosten mit langer Zeit bis zum Return on Investment (ROI). Hier sieht er Analogien zur Pharmaindustrie, die sich jedoch anders als Medizintechnikhersteller darauf eingerichtet habe, von der ersten Idee bis zum ersten verdienten Euro 18 bis 20 Jahre warten zu müssen.
Wie geht es weiter mit Siemens Healthcare?
Aus aktuellem Anlass Jahr kommt Siemens-Manager Meyer abschließend nicht umhin, die jüngsten Umstrukturierungspläne des neuen Siemens-Vorstandsvorsitzenden Joe Kaeser zu erläutern. Ergänzend zu den in der Presse verlautbarten Erklärungen des Siemens-Vorstandsvorsitzenden erklärt Meyer den Teilnehmern daher die geplante Umstrukturierung des Konzerns: „Der Bereich Healthcare ist für Siemens so wichtig, dass wir uns nicht erlauben können, diesen so zu führen wie die Industriesparten.“ Deshalb werde das Healthcare-Geschäft künftig mit eigenen Prozessen als zentraler Bestandteil der Siemens AG geführt. Unverändert hoch blieben dagegen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, die jährlich über eine Milliarde Euro betragen. Allerdings rücke hier der Mehrwert durch Vernetzung von Medizintechnik und Pharmakologie stärker in den Fokus, beispielsweise durch Verbindung der Bildgebung mit der Medikamentenauswahl und -dosierung.
Das nächste Compamed-Frühjahrsforum kommt bestimmt
Auch wenn die Teilnehmerzahl des diesjährigen Compamed-Frühjahrsforums durchaus höher hätte sein können, dürfen sich die Organisatoren doch über positive Resonanz freuen. „Aufgrund des immer wieder artikulierten Wunsches der Teilnehmer nach einer Fortsetzung der Veranstaltungsreihe in der Halbzeit zwischen den Compamed-Messen planen der IVAM-Fachverband und die Messe Düsseldorf auch für das Jahr 2015 ein Compamed-Frühjahrsforum als Vorschau auf den international führenden Marktplatz für Zulieferer der medizinischen Fertigung“, so Dietrich.
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