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Winkelsensoren für sichere Kurvenfahrten
Mobilität trotz Handicap mit dem Aktivrollstuhl

Ein Gastbeitrag von Stefan Sester und Ellen-Christine Reiff* 5 min Lesedauer

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Rollstühle haben sich in den vergangenen Jahren gewaltig weiterentwickelt und sind heute Hightech-Geräte. Ein Beispiel sind Aktivrollstühle, die wie ein „Sitz-Segway“ funktionieren. Gebremst, beschleunigt und gelenkt werden kann durch Verlagern des Köpergewichts, was ein Höchstmaß an Mobilität erschließt. Winkelsensoren spielen bei der Lenkung eine wichtige Rolle.

Der Aktivrollstuhl Omeo am Strand: Antrieb und Reifen sind für Sand, Kies, Erde und glatte Oberflächen ausgelegt. (Bild:  Omeo Technology)
Der Aktivrollstuhl Omeo am Strand: Antrieb und Reifen sind für Sand, Kies, Erde und glatte Oberflächen ausgelegt.
(Bild: Omeo Technology)

Mit dem Omeo hat das neuseeländische Unternehmen Omeo Technology einen besonderen Rollstuhl für den anspruchsvollen Indoor- und Outdoor-Einsatz entwickelt, der Menschen mit Handicap das Leben deutlich lebenswerter machen kann. Er lässt sich sowohl freihändig als auch per Joystick steuern; Antrieb und Reifen sind für den Einsatz auf Sand, Kies, Gras und glatten Oberflächen ausgelegt. Null-Grad-Kurven ermöglichen es dem Benutzer, sich auch in engen Räumen zu bewegen. Dabei kommt der Omeo mit einer Akkuladung bis zu 50 km weit und kann Geschwindigkeiten von bis zu 20 km/h erreichen. Rollstuhlfahrer können also durchaus Jogger auf einer Tour begleiten oder an anderen Aktivitäten teilnehmen, die früher unerreichbar schienen. Das kann die Lebensqualität erheblich steigern.

Aktive Sitzkontrolle für freihändiges Fahren

Im Freihand-Modus wird der Rollstuhl durch Gewichtsverlagerung gebremst, beschleunigt und gelenkt. Dazu nutzt er die Segway-Technologie, reagiert also auf jede Veränderung der Körperposition des Fahrers. Vor- und Rückwärtsfahrt wird durch Gewichtsverlagerung nach vorne und hinten gesteuert, bei senkrechtem Körperstand bleibt die Geschwindigkeit konstant bzw. der Roller bleibt im Stillstand. Für Kurvenfahrten genügt ein leichtes Kippen der Lenkstange nach rechts oder links. Das alles entspricht einer intuitiven und natürlichen Art, sich fortzubewegen, ist also für den Fahrer auch ohne viel Übung einfach zu bewältigen.