Vom 13. bis 16. November findet die Messe Medica in Düsseldorf statt. Die international führende Medizinmesse hat sich über die Jahre als globale Leitveranstaltung für Start-ups etabliert. Zahlreiche Programmpunkte stellen die Gründerszene in den Mittelpunkt.
Die Final-Pitches der Medice Start-up Competition zählen seit Jahren zu den besonders beliebten Programm-Highlights und sind stets gut besucht.
(Bild: Messe Düsseldorf / tillmann)
Zahlreiche Programm-Highlights der Medica rücken die Gründerszene gezielt in den Fokus und bieten Start-ups eine ideale Bühne, um ihre innovativen Lösungen vorzustellen und mit der internationalen Gesundheitsfachwelt ins Geschäft zu kommen. Anzuführen sind z. B. die 12. Medica Start-up Competiton, der 15. Healthcare Innovation World Cup, der Medica Start-up Park und rund 100 weitere Start-up-Beteiligungen im Programm des Medica Connected Healthcare Forums.
Sowohl für die 12. Medica Start-up Competition (Finale am 14. November) als auch den 15. Healthcare Innovation World Cup (Finale am 13. November) ist der Kickoff für das Bewerbungsverfahren bereits erfolgt. Bei der Medica Start-up Competition geht es um die gesamte Bandbreite an Innovationen für den Healthcare-Bereich: von künstlicher Intelligenz (KI), über Health-Apps, Lösungen für die Labordiagnostik bis hin zu medizinischer Robotik. Erstmals in diesem Jahr neu hinzugekommen ist die Kategorie Nachhaltigkeit.
Healthcare Innovation World Cup: intelligente Medtech-Geräte der nächsten Generation
Für Start-ups, Scale-ups und kleinere mittelständische Unternehmen könnte ebenfalls eine Beteiligung beim 15. Healthcare Innovation World Cup interessant sein. Hier geht es um intelligente Internet of Medical Things-Lösungen (IoMT) wie digitale Biomarker, smarte Pflaster oder vernetzbare Wearables. Die besten zwölf Finalisten werden eingeladen, sich im Rahmen der Medica 2023 auf der Programmbühne des Medica Connected Healthcare Forums zu präsentieren.
Vorjahres-Sieger profitieren von weltweiter Sichtbarkeit
Das spanische Start-up Idoven war das Siegerteam der Medica Start-up Competition 2022 und zieht in der Folge großen Nutzen aus der Beteiligung. Das junge Unternehmen hat nach eigenem Bekunden eine Cardiology-as-a-service-Plattform entwickelt, die auf KI basiert. Diese hauseigene KI nutzt Elektrokardiogramme (EKG) beliebiger Dauer und von beliebigen Diagnose-Tools, um die Genauigkeit und Konsistenz der Interpretation zu verbessern. Rika Christanto, operative Geschäftsführerin von Idoven, zeigt sich erfreut über den Effekt der Medica-Teilnahme und dem Wettbewerbsfinale auf der Bühne des Medica Connected Healthcare Forums: „Ich war sehr überrascht, wie global diese Messe ist!“ Die Medica Start-up Competition habe ihrem Start-up sehr große, weltweite Sichtbarkeit beschert, wobei Idoven auch auf dem deutschen Markt Fuß fassen wolle.
Laut Christanto sei es zudem hilfreich gewesen, sich während der Medica auch mit anderen Start-ups auszutauschen, etwa hinsichtlich der Überwindung regulatorischer Hürden für den Marktzugang. Derzeit vertieft Idoven die Partnerschaften, die sich seit der letztjährigen Messe ergeben haben, beispielsweise zum Unternehmen GE Healthcare hinsichtlich eines Projekts zur Reduzierung des Interpretationsaufwandes von EKG-Untersuchungen in Kliniken. „Zudem haben wir mit Astra Zeneca eine Vereinbarung zu einem Herzinsuffizienz-Projekt unterzeichnet“, erzählt Christanto.
Wie wichtig weltweite Sichtbarkeit für Start-ups ist und damit beispielsweise die Teilnahme an international erfolgreichen Messeveranstaltungen wie der Medica dokumentiert eine Zahl: Idoven gelang es bereits, eine Finanzierung in Höhe von knapp 20 Millionen US-Dollar (rund 18,1 Millionen Euro) für die Realisation anstehender Projekte und die weitere Entwicklung einzuwerben.
Vorjahrssieger des Healthcare Innovation World Cup war Viewmind Inc., das sich auf das Management von neurodegenerativen Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Alzheimer spezialisiert hat. Mark Edwards, CEO und Mitbegründer von Viewmind Inc, berichtet, dass die Auswirkungen des Gewinns zwar nicht quantifiziert werden könnten, „aber ich kann sagen, dass dieser Gewinn sehr hilfreich war, um das Unternehmen und seine Produkte bekannt zu machen.“ Auch dieses Start-up hat eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen, die durch den Erfolg bei der Medica unterstützt wurde. Das bereits CE-gekennzeichnete und auf dem Markt befindliche Viewmind-Produkt wurde an Tausenden von Personen in etwa 30 klinischen Studien auf vier Kontinenten validiert. Die Zulassung durch die FDA ist in Arbeit.
Aus Edwards Sicht sei die Größe der Messe ein Vorteil. So konnte er hier schon viele Kontakte aus dem Bereich Distribution treffen, um mit ihnen mögliche Vertriebskooperationen auszuloten.
Medica Start-up Park: Treffpunkt für die Gründerszene
Der Medica Start-up Park ist der Treffpunkt fürs Networking für und mit der jungen Gründerszene.
(Bild: Messe Düsseldorf / tillmann)
Networking wird auch beim Medica Start-up Park großgeschrieben, der sich als zentraler Treffpunkt für die Gründerszene etabliert hat. Gut 40 Start-ups haben sich hier bereits in einer sehr frühen Phase für dieses Jahr angemeldet. Mit dabei ist ein zweites Mal die Start-up-Initiative Up To Future aus der Ukraine. Zu den ukrainischen Start-ups, die die Initiative promotet, zählt Handyusound mit der Produktidee für ein portables Ultraschallsystem. Auch Megnosis aus Korea ist Teil des diesjährigen Medica Start-up Park. Das Unternehmen hat EEG-Kopfhelme entwickelt, die Demenzen frühzeitig erkennen und über die Stimulierung von Hirn- und Nervenzellen diese lindern können.
Stand: 08.12.2025
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Auch Deutschland zeigt Flagge auf dem Gemeinschaftsstand. Ein Beispiel ist Assistme. Das Start-up wird ein smartes Sensorsystem für den Einsatz in Inkontinenzhosen präsentieren. Das System dient als eine Art Flüssigkeitsindikator. Über einen am Inkontinenzhilfsmittel angebrachten Clip werden die erfassten Daten an ein Software-Cloud-System übermittelt. Auf diese Weise ist es Pflegepersonal im stationären Bereich möglich, Bewohner bedarfsgerechter zu versorgen, weil auf einen Blick an zentraler Stelle ermittelt werden kann, wann bei wem ein Hilfsmittelwechsel geboten erscheint.
Im Vorjahr zählten Medica und Compames insgesamt 81.000 Fachbesucher bei einem internationalen Anteil von 75 Prozent.