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Verpackungen für Medizinprodukte
Leben gerettet, Klima gefährdet

Ein Gastbeitrag von Roland Schulz* 6 min Lesedauer

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Verpackungen halten Spritzen steril und bewahren Implantate vor Kontamination. Ohne sie wäre moderne Medizin nicht denkbar. Doch nahezu alles ist Einweg. Einmal geöffnet, wandert die Verpackung in den Abfall. Wegen weitreichender Ausnahmen für Medizinprodukte wird sich daran kurzfristig wenig ändern. Beispiele aus Forschung und Industrie zeigen aber, dass Umweltschutz auch hier möglich ist.

Steril oder nachhaltig? Die Verpackung der Zukunft muss beides können.(Bild: ©  Kseniia - stock.adobe.com)
Steril oder nachhaltig? Die Verpackung der Zukunft muss beides können.
(Bild: © Kseniia - stock.adobe.com)

Wie viel Müll in kürzester Zeit anfällt, zeigt ein Blick in den OP-Alltag. Bei einer Operation kommen mehrere Dutzend Verpackungseinheiten zusammen: sterile Abdeckungen, Blister für Schrauben und Implantate, Folien für Instrumente, Beutel für Katheter und Infusionssysteme. Am Ende der Operation liegt ein Sack voller Plastikreste neben dem OP-Tisch – alles nur einmal verwendet. Multipliziert mit Millionen von Eingriffen weltweit ergibt das eine Abfallflut, die kaum zu bändigen ist.

Andere Branchen müssen sich dieser Herausforderung bereits stellen. Mit dem europäischen Green Deal und der Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) zwingt Brüssel etwa Lebensmittel- und Kosmetikhersteller zum Umdenken. Verpackungen müssen künftig recyclingfähig sein, Mindestquoten für Rezyklate erfüllen und fossile Rohstoffe müssen schrittweise ersetzt werden.