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Kollaborationen können das Gesundheitswesen vorantreiben

Ein Gastbeitrag von Aiqnet 5 min Lesedauer

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Das Gesundheitswesen steckt voller ungenutzter Daten, die enormes Potenzial bergen. Die Projektpartner von Aiqnet möchten dieses bisher schlummernde Potenzial von Gesundheitsdaten erschließen. Nach drei Jahren Projektlaufzeit ist klar – das digitale Ökosystem ermöglicht nicht nur die Nutzung strukturierter medizinischer Daten, es treibt auch Kollaborationen zwischen Medizintechnikherstellern, Softwarespezialisten und Kliniken voran.

Die Projekt-Taskforce „Vernetzter OP“ verfolgt das Ziel, die Interoperabilität der Medizingeräte im OP sicherzustellen und so die alltäglichen Handlungsabläufe während der Operation zu vereinfachen. (Bild:  Inomed Medizintechnik GmbH)
Die Projekt-Taskforce „Vernetzter OP“ verfolgt das Ziel, die Interoperabilität der Medizingeräte im OP sicherzustellen und so die alltäglichen Handlungsabläufe während der Operation zu vereinfachen.
(Bild: Inomed Medizintechnik GmbH)

Patientenfragebögen, Anamnesen, Röntgenbilder, Laborberichte – in Krankenhäusern fallen täglich zahlreiche Daten an, die oftmals nur einmalig genutzt werden, bevor sie in diversen analogen oder digitalen Archiven verschwinden. Dabei bergen diese Datenmengen enormes Potenzial – z. B., wenn sie mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) ausgewertet werden. So ließe sich etwa herausfinden, welche Behandlungsmethoden, Medikamente oder Medizinprodukte sich bei bestimmten Patienten als besonders effektiv erwiesen haben, oder wo Risikofaktoren bestehen, die nach einer Operation zu einem komplikationsreichen Heilungsverlauf des Patienten führen können. Aiqnet soll diese Daten künftig nutzbar machen. Im Fokus steht dabei die Interoperabilität, also das nahtlose Zusammenspiel unabhängiger, heterogener Systeme, um Daten effizient und verwertbar auszutauschen. Bestehende und bereits erprobte Softwarelösungen sollen in das Ökosystem integriert werden und durch die Interoperabilität den maximalen Nutzen für die Anwender bieten. Da es sich um sensible Patientendaten handelt, ist ein verlässlicher Rahmen zur ethischen und rechtlich konformen Nutzung unerlässlich. Aiqnet wird auch hier sowohl den Patienten als auch die Nutzer und Anbieter von Daten bei der Einhaltung der erforderlichen rechtlichen Rahmenbedingungen unterstützen.

Intelligente Textauswertung – Nutzung der Potenziale im digitalen Ökosystem

Die Partner im Projekt Aiqnet, die zu den Gewinnern des KI-Innovationswettbewerbs gehören und seit 2020 durch das BMWK gefördert werden, haben sich zum Ziel gesetzt, die Potenziale durch ein digitales Ökosystem auszuschöpfen. Dort sollen nicht nur die zahlreichen Daten von Krankenhäusern, Arztpraxen oder Medizintechnikfirmen nutzbar sein, sondern auch KI-Anwendungen zur Verfügung gestellt werden, auf die Anwender, z. B. Pharmaunternehmen, Medizinproduktehersteller oder Ärzte, zugreifen können, um Analysen durchzuführen. Diese Anwendungen können Detaillösungen zum anonymisierten Datenaustausch sein oder Applikationen, die relevante Daten in Fließtexten verstehen oder radiologische Bilder vollautomatisch analysieren. Im Rahmen des Projekts wurden beispielsweise bereits Lösungen entwickelt, die das medizinische Personal dabei unterstützen, händisch verfasste Dokumente zügig zu digitalisieren. Durch Natural Language Processing (NLP) wird die intelligente Auswertung von Textdokumenten über KI möglich, während so genannte Convolutional Neural Networks (CNN) dazu in der Lage sind, Bilddaten zu analysieren. So reicht ein Scan aus, um die Daten dem Aiqnet-Ökosystem zur Verfügung zu stellen.