France

Gemeinsamer Ansatz für eine zirkuläre Zukunft Klinische Abfälle sollen nachhaltig genutzt werden

Quelle: Pressemitteilung Indeed Innovation 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Eine Allianz aus zwölf Unternehmen der Medizintechnik-Branche und weiteren Akteuren des Gesundheitsökosystems setzt sich für eine nachhaltige Reduzierung von Klinikmüll ein. Mit dem Konzept „Der Weiße Punkt“ existiert der Entwurf für ein neues Kreislaufwirtschaftssystem, das Materialien und Ressourcen im Gesundheitswesen effizienter nutzt und die Umweltbelastung signifikant senkt.

(Maks Lab - stock.adobe.com)
(Maks Lab - stock.adobe.com)

Klinikmüll ist eine der größten Müllfraktionen in Deutschland. 420.000 Tonnen wertvoller Materialien, darunter hochwertige und komplexe elektronische Einweginstrumente, werden jedes Jahr verbrannt. Wertvolle Ressourcen werden so unwiederbringlich vernichtet. Zahlreiche Pilotprojekte zeigen jedoch, dass viele der bisher verbrannten Materialien wiederverwertet werden könnten. Ein umfassender Wandel hin zu einem zirkulären System für klinische Abfälle ist möglich und notwendig. Das zeigt die Machbarkeitsfallstudie des Runden Tisches „Der Weiße Punkt“.

Der Runde Tisch besteht aus zwölf Unternehmen, die zusammen das gesamte Ökosystem aus Herstellung, Nutzung und Entsorgung von medizinischen Produkten umfasst. Teilnehmer sind neben dem Innovations- und Produktentwicklungs-Unternehmen Indeed Innovation der Plattformbetreiber Resourcify, Medizinprodukte-Hersteller Johnson & Johnson, Philips, Olympus, Lohmann & Rauscher und Löwenstein, die Kliniken Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Marienkrankenhaus sowie Recycler wie die Otto Krahn Gruppe und Albis sowie die Organisation Zukunft Krankenhaus-Einkauf Zuke Green als Netzwerk.

Das langfristige Ziel der Initiative ist es, den Wert von Produkten nach der ersten Anwendung so lange wie möglich zu erhalten. Verbrennung soll vermieden werden und Recycling die letzte Konsequenz sein. Stattdessen wird auf Reparierbarkeit und eine Verlängerung der Produktlebensdauer gesetzt.

Die Studie „Der Weiße Punkt“ nennt die Voraussetzungen für einen solchen Wandel:

  • Regulatorische Hürden abbauen, um Lösungen für zirkuläre Konzepte zu ermöglichen: Die Lösung: Eine technische so genannte Hermetisierung klinikspezifischen Mülls, um Verletzungen von Mitarbeitern und Infektionen auszuschließen. Sie stellt einen sicheren Transport zu großtechnischen Verwertungsanlagen sicher.
  • Wirtschaftlichkeit sicherstellen, die in allen Pilotprojekten als größte Hürde genannt wird: Die Lösung: Wirtschaftlich machbar sind zirkuläre Konzepte erst, wenn eine kritische Masse an Material überschritten wird und großtechnisch verarbeitet werden kann. Das gilt für elektronische Einweginstrumente ebenso wie OP-Tücher oder chirurgische Instrumente aus medizinischem Stahl. Dazu ist die zentrale Sammlung der Abfälle unabdingbar.
  • Prozesse der Verwertung vereinfachen, das gilt v. a. für den Aufwand der Trennung in den Kliniken.: Die Lösung: Standardisierung und eine gemeinsame zirkuläre Logistik ermöglichen es, Produkte auch herstellerübergreifend wiederzuverwerten. Eine Trennung nach Fraktionen und teilweise sogar Herstellern würde entfallen. Die Trennung findet erst in den Verwertungsanlangen statt. Zur Finanzierung können z. B. bestehende Umlagen für Verpackungen und Kosten für die Verbrennung umgewidmet werden, um ein zirkuläres Ökosystem zu betreiben, sowie Erlöse aus Wiederverwertung an die Teilnehmer des Ökosystems auszuzahlen, um die wirtschaftliche Beteiligung und Motivation sicherzustellen.

Fünf-Stufen-Plan zur Etablierung einer zirkulären Wirtschaft

Der Aufbau eines solchen Systems ist komplex und erfordert gemeinschaftliche Anstrengungen. Im Rahmen des Runden Tisches haben die Beteiligten Ingenieure, Nachhaltigkeitsexperten und Berater einen Fünf-Stufen-Plan entwickelt, um die Transformation schrittweise umzusetzen:

  • 1. Aufbau des digitalen und ökonomischen Ökosystems: Zunächst soll eine digitale Plattform für den Austausch von Informationen und die ökonomische Steuerung des Systems geschaffen werden.
  • 2. Recycling von elektronischen Einweginstrumenten: Viele dieser Einweginstrumente enthalten wertvolle Materialien, die zurückgewonnen werden können.
  • 3. Recycling von Werkzeugen und Textilien: Werkzeuge und Textilien bestehen häufig aus sortenreinen Metallen und Kunststoffen, die für das Recycling bestens geeignet sind.
  • 4. Aufbau eines Refurbish-Services und Product-as-a-Service-Geschäftsmodells: Hersteller sollen dazu befähigt werden, ihre Produkte aufzuarbeiten und wieder in Umlauf zu bringen.
  • 5. Entwicklung neuer Gerätetypen für Refurbishment und Reparierbarkeit: Parallel wird an der Entwicklung von Geräten gearbeitet, die von vornherein für Refurbishment und Reparatur ausgelegt sind.

Dieser schrittweise Prozess ermöglicht es, die Kosten und den Aufwand für den Aufbau der zirkulären Wirtschaft sowohl unter den Mitgliedern des Ökosystems zu teilen als auch zeitlich zu strecken. So entsteht ein tragfähiges Modell für die nachhaltige Zukunft der klinischen Abfallwirtschaft.

Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft

Der Aufbau eines zirkulären Systems für klinische Abfälle erfordert gemeinsames Handeln. Die Experten der beteiligten Unternehmen sind sich einig, dass nur durch kollektive Anstrengungen die notwendigen Veränderungen bewältigt werden können. Durch die enge Zusammenarbeit kann ein nachhaltiger Wandel in der Abfallwirtschaft erzielt werden, der ökologische und ökonomische Vorteile vereint.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:50247873)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung