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16. Innovation Forum Medizintechnik KI und Nachhaltigkeit im Rampenlicht

Quelle: Pressemitteilung Medical Mountains 3 min Lesedauer

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Das 16. Innovation Forum Medizintechnik lockte erneut zahlreiche Interessierte nach Tuttlingen. Neben künstlicher Intelligenz standen auch der 3D-Druck und die Nachhaltigkeit im Fokus.

Innovation zum Anfassen und Ausprobieren: In der „Trial Area“ konnten die Teilnehmer VR-Brillen testen, robotergestützte endoskopische Eingriffe am Patienten-Dummie vornehmen und den Robotik-Parcours des Schülerforschungszentrums Tuttlingen kennenlernen.(Bild:  MedicalMountains GmbH/Michael Kienzler)
Innovation zum Anfassen und Ausprobieren: In der „Trial Area“ konnten die Teilnehmer VR-Brillen testen, robotergestützte endoskopische Eingriffe am Patienten-Dummie vornehmen und den Robotik-Parcours des Schülerforschungszentrums Tuttlingen kennenlernen.
(Bild: MedicalMountains GmbH/Michael Kienzler)

„Eines Tages wird kaum mehr zu unterscheiden sein, ob wir am digitalen Klon oder am echten Menschen operieren“, prognostizierte Prof. Jacques Marescaux beim 16. Innovation Forum Medizintechnik. Rund 500 Teilnehmer erhielten in Tuttlingen Eindrücke von Fortschritten im OP-Saal – verbunden mit etlichen Impulsen, als Hersteller den eigenen Weg in die Zukunft zu finden.

Innovation beginnt bei der Moderation

Yvonne Glienke stand in Persona auf der Bühne, während ihr KI-generierter Avatar „Aivy“ von der Leinwand herab sprach. Die Geschäftsführerin von Technoloy Mountains e. V. und Medical Mountains GmbH assistierte sich sozusagen selbst. Dass die virtuelle Welt immer mehr mit der realen verschmilzt, sollte sich als roter Faden durch den Tag ziehen. Dies machte allen voran die Keynote von Prof. Jacques Marescaux deutlich.

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Wie KI die Medizin verändert

Der Gründer und Präsident von Ircad France rief jenen Moment in Erinnerung, der seine Vision nachhaltig prägte. Es war eine Aussage des US-amerikanischen Chirurgen Richard Satava. „Medicine will switch from industrial age to information age“ – die Medizin wird vom Industrie- ins Informationszeitalter übergehen. Der Satz stammt wohlgemerkt aus dem Jahr 1991. Seitdem ist der Futurismus von gestern Jacques Marescaux‘ Antrieb für morgen. Ein Morgen geprägt von künstlicher Intelligenz (KI).

  • KI in der Diagnostik: Frühe Krebsstadien werden schneller erkannt.
  • KI in der präoperativen Planung: Der Eingriff wird am digitalen Zwilling des Patienten vorbereitet und simuliert.
  • KI bei der Bilderkennung: Operateure erhalten in Echtzeit Warnungen vor möglichen Gefahren oder Fehlern.
  • Auch werden nicht mehr nur Instrumente durch den Endoskop-Schaft geschoben. Flexible Mini-Roboter verrichten die Arbeit im Bauchraum.

All das hat für Jacques Marescaux einen tieferen Sinn. Er spricht von „Demokratisierung“. Bis zu fünf Milliarden Menschen hätten derzeit weder Zugang zu sicheren Operationsmethoden noch zu modernen Bildgebungsverfahren. Im ersten Fall kann robotergestützte Telechirurgie helfen, im zweiten Kreativität: beispielsweise, wenn Bilder aus handelsüblichen Ultraschall-Geräten im Handumdrehen zu einem dreidimensionalen Modell zusammengerechnet werden. In Jacques Marescaux‘ Worten schwang eine grundlegende Einstellung mit: Eine Innovation verdient erst dann diesen Namen, wenn sie überall an- und jedem zugutekommt.

3-gedruckte Implantate geben ungeahnten Spielraum

Der Translation von neuen Technologien in den Operationssaal hat sich ebenso Prof. Dr. mult. Florian Thieringer verschrieben. Der Chefarzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsspital Basel zeigte in seiner Keynote, welche Rolle KI unter anderem beim 3D-Druck von Implantaten und in der Prozessplanung spielt. Auch er erlebt eine Art „Demokratisierung“. Waren die Verfahren zunächst sehr teuer und auf spezielle Fälle begrenzt, manifestiert sich der Fortschritt nun mehr und mehr in der Breite. Individualisierte Implantate geben ungeahnten Spielraum, nach Unfällen oder Tumorerkrankungen die Gesichtsanatomie wieder in die ursprüngliche Form zurückzuführen.

Die nächste Entwicklungsstufe hat Thieringer bereits vor Augen: spezifische Implantate nicht mehr nur auf Maschinen, sondern direkt im Körper zu drucken. Die Grundvoraussetzung dafür sind interdisziplinäre Teams. Kliniken, Industrie und Wissenschaft müssten noch enger kooperieren, so der Appell.

Bereit für die Zukunft

Die Keynotes bildeten beim Innovation Forum die Leuchttürme. Sie waren bereits am Vorabend beim Warm-up an den „World Café“-Tischen aufgeblitzt. Sie spiegelten sich in der „Trial Area“ wider, beim Testen von VR-Brillen, bei robotergestützten endoskopischen Eingriffen am Patienten-Dummie und auf dem Robotik-Parcours des Schülerforschungszentrums Tuttlingen. Und sie warfen Schlaglichter auf die Vortragssessions und die begleitende Ausstellung. Hier waren KI, Extended Reality, Simulation und additive Fertigung ebenso Thema wie Materialien und Oberflächen, Fertigung und Nachhaltigkeit.

„Das Programm hat den Blick weit in die Zukunft geöffnet und gleichzeitig sehr viele Anstöße vermittelt, dass jedes Medizintechnik-Unternehmen bereits jetzt innovativ sein kann und muss“, bilanziert Yvonne Glienke. Wichtig sei jedoch, noch mehr gemeinsam zu agieren. „Fortschritt gelingt nur zusammen.“ Das Innovation Forum, die offene Atmosphäre, die intensiven Gespräche und das positive Feedback seien Beweis dafür.

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