France

Materialien und Techniken
Erweiterte Anwendungsgebiete für die Embolisation

Ein Gastbeitrag von Rousselot 5 min Lesedauer

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Minimalinvasive Methoden zur Embolisation bieten eine Reihe von Vorteilen gegenüber offenen Operationen und haben sich daher in den letzten Jahrzehnten zunehmend durchgesetzt. Ein gängiges Verfahren besteht darin, Embolisate über einen Katheter von leicht zugänglichen in weiter entfernte Blutgefäße zu leiten. Dabei kommen unter- schiedliche Embolisate zum Einsatz, die je nach klinischem Bedarf entweder vorübergehend oder dauerhaft wirken können.

Gereinigte Gelatine kann als Embolisat für den vorübergehenden Verschluss eines Blutgefäßes verwendet werden.(Bild:  Rousselot)
Gereinigte Gelatine kann als Embolisat für den vorübergehenden Verschluss eines Blutgefäßes verwendet werden.
(Bild: Rousselot)

Die endovaskuläre Embolisation wird zur Behandlung von hämorrhagischen Zuständen wie unkontrollierten inneren Blutungen und abnormalem Gewebewachstum eingesetzt und kann ebenfalls zur Schmerzbehandlung und Krebsbekämpfung verwendet werden. Der Erfolg von Embolisationsverfahren hängt entscheidend vom jeweils verwendeten Embolisat ab. Aktuell kommen in der Praxis verschiedene Arten von Embolisaten zum Einsatz, darunter Gelatineschaum-Torpedos und -Pledgets, PVA-Mikropartikel (Polyvinylalkohol), scherverdünnende Flüssigkeiten auf Gelatinebasis, Platinspiralen und Nitinolstopfen, die jeweils für spezifische klinische Szenarien geeignet sind.

Gelatineschäume und -schwämme zählen zu den ältesten Formen von Embolisaten und konnten sich seit ihrer Einführung 1974 als gängiges Embolisationsmaterial durchsetzen. Das lag nicht zuletzt an den vielseitigen Optionen, die sie Chirurgen – die damals noch den Gelatineschaum vor der Operation bedarfsgerecht zurechtschnitten – in Bezug auf Größe und Anwendungsbereiche boten. Heute kommen in der Chirurgie so genannte Torpedos oder Pledgets aus vorgeformtem Gelatineschaum zum Einsatz. Gelatineschaum-Pledgets und -Torpedos eignen sich zum vorübergehenden Verschließen von Gefäßen und werden teilweise auch verwendet, um nach einer Coil-Embolisation einen vollständigen Verschluss zu gewährleisten.