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Erfolg trotz Krise: Big Player im Medtech-Bereich zeigen den Weg

Ein Gastbeitrag von Dr. Michael Marquardt und Martin Bauer* 5 min Lesedauer

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Das deutsche Gesundheitssystem galt bisher als eines der besten. Aufgrund diverser Ursachen ist dieses nun in eine Schieflage geraten. Wie reagieren die Medizintechnik-Unternehmen darauf? Eine Bestandsaufnahme.

Wie gehen ausgewählte Medizintechnik-Unternehmen mit den aktuellen Herausforderungen der Gesundheitsindustrie um?(Bild:  MH - stock.adobe.com)
Wie gehen ausgewählte Medizintechnik-Unternehmen mit den aktuellen Herausforderungen der Gesundheitsindustrie um?
(Bild: MH - stock.adobe.com)

Neben den allgemeinen Herausforderungen, wie die kürzliche hohe Inflation, steigende Rohstoff- und Energiekosten sowie Fachkräftemangel, sehen sich sowohl Leistungserbringer als auch Hersteller in der Gesundheitsindustrie mit zusätzlichen industriespezifischen Hürden konfrontiert. Bindende Erstattungskataloge und vertragliche Vereinbarungen führen dazu, dass der finanzielle Rahmen von Krankenhäusern weitestgehend vorgegeben ist. Diese Erstattungen sinken seit Langem für viele Gesundheitsleistungen und -materialien. Dem gegenüber stehen hohe Kosten: Deutschland hat weltweit eine der höchsten Zahlen an Krankenhausbetten pro Einwohner und ist in Europa sogar Spitzenreiter. [1] Diese Kapazitäten müssen finanziert und unterhalten werden. Die schockartig gestiegenen Kosten während der Pandemie sorgten zudem dafür, dass viele Reserven erschöpft wurden. Viele Investitionen für Medizintechnik für nicht Covid-19-bezogene Behandlungen wurden ausgesetzt und werden nun drängender.

Dieser wachsende Druck macht sich bemerkbar: Anfang 2024 präsentierte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Dr. Gerald Gaß, die aktuellen Zahlen: Demnach erwirtschafteten über 50 Prozent der Krankenhäuser 2022 und schon über 75 Prozent 2023 einen Fehlbetrag. Für 2024 wird ein Anstieg auf 81 Prozent der Krankenhäuser mit negativem Ergebnis erwartet. [2] Diese Bewegungen führen dazu, dass Leistungserbringer priorisieren müssen und die Zahlungsbereitschaft für verschiedene Medizintechnik je nach individuellem Bedarf vor dem begrenzten Budget stark variiert. Folglich steigt auch der Druck auf die Medizintechnik-Hersteller. Zusätzliche regulatorische Anforderungen, wie die Medical Device Regulation (MDR), verschärfen die Situation, denn sie erhöhen die Komplexität und Kosten.