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Recruiting

Einstellungsprozesse werden oft dem Zufall überlassen

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Ähnlich sieht das Barbara Lang, bei Hays für Rekrutierungsprozess-Lösungen verantwortlich: „Die Folgen des Fachkräftemangels sind bei Unternehmen nicht vollständig angekommen.“ Denn obwohl laut Studie fast 60 % der Unternehmen den Bewerbern schon während der Rekrutierung beweisen wollen, dass sie ein sehr guter Arbeitgeber sind, hat sich nur die Hälfte tatsächlich Gedanken über eine Strategie gemacht. Lediglich ein Drittel hat einen Prozess mit klar verteilten Verantwortlichkeiten entwickelt. „Da kann in der Kommunikation mit dem Kandidaten schnell mal was schiefgehen“, sagt Lang. Denn kompetente und engagierte Bewerber legen Wert darauf, wie sich das Unternehmen präsentiert. In einem lauen Laden, wollen die richtig Guten nicht arbeiten.

Der Studie zufolge nutzen lediglich 28 % Entscheidungshilfen bei der finalen Auswahl geeigneter Kandidaten. Knapp die Hälfte gibt kein Feedback nach Interviews und zwei Drittel geben kein qualifiziertes Feedback bei Absagen. „Das wirkt unprofessionell und schadet dem Unternehmen“, warnt Lang, denn Bewerber geben ihre Erfahrungen über Social-Media-Kanäle weiter - vor allem im Bewertungsportal Kununu.

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Auf das Anforderungsprofil in der Stellenauschreibung kommt es an

Laut Knoblauch ist in vielen Fällen schon das Anforderungsprofil in Stellenausschreibungen nicht klar formuliert. Da sei lediglich von fachlichen Kenntnissen, Teamfähigkeit und Einsatzbereitschaft die Rede. Ein echtes Anforderungsprofil dagegen werde aufgrund von Zielen formuliert: „Wir machen in diesem Bereich gegenwärtig 100.000 Euro Umsatz. Der neue Verkäufer muss den Betrag innerhalb eines Jahres verdoppeln.“ Nur so wissen Kandidaten, auf was sie sich einlassen.

Der Bedeutung des Anforderungsprofils ist sich auch Brigitte Zinßer bewusst. Viel Zeit investieren die Teamleiterin Personal und die Abteilungsleiter des Sondermaschinenbauers Philipp Hafner daher in die Stellenausschreibung, damit das Anforderungsprofil passgenau ist. Bei der Suche nach Ingenieuren und Technikern tut sich der Fellbacher Spezialist schwerer als bei kaufmännischen Stellen, auch wenn sich die Situation in der Region Stuttgart leicht verbessert. Seit über einem Jahr sucht das Unternehmen nach Montage- und Servicetechnikern. Mehr als die Hälfte kann die Personalerin aufgrund fehlender oder Überqualifikation sowie mangelnder Erfahrung aussortieren.

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