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„Eine Herausforderung besteht im Durchbrechen konventionellen Denkens“

| Redakteur: Julia Engelke

Warum tun sich so viele Medizintechnikhersteller schwer mit dem Thema 3D-Druck? Lea Eilert, Technologiemanagerin beim Aachen Center for Additive Manufacturing, gibt Antworten im Interview mit Devicemed.

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„Durch die Flexibilität der additiven Verfahren können Komponenten hergestellt werden, welche bisher auf konventionellem Wege nicht denkbar waren“, sagt Lea Eilert, Technologiemanagerin beim Aachen Center for Additive Manufacturing.
„Durch die Flexibilität der additiven Verfahren können Komponenten hergestellt werden, welche bisher auf konventionellem Wege nicht denkbar waren“, sagt Lea Eilert, Technologiemanagerin beim Aachen Center for Additive Manufacturing.
(Bild: ACAM)

Welche Bedeutung hat die additive Fertigung für die Medizin(technik)?

Die verfahrensinhärenten Vorteile der additiven Fertigung ermöglichen die Erfüllung medizintechnischer Anforderungen in besonderem Maße ‒ gerade dann, wenn es darum geht, die Lebensqualität von Patienten zu erhalten. Durch die Flexibilität der additiven Verfahren können Komponenten hergestellt werden, welche bisher auf konventionellem Wege nicht denkbar waren.

Gerade bei patientenspezifischen Anwendungen handelt es sich in der Regel um individuelle Komponenten in kleiner Stückzahl. Hervorragende Beispiele hierfür sind Implantate und Zahnersatz: Diese müssen genau auf den Patienten angepasst sein, um einen bestmöglichen Heilungsprozess zu gewährleisten. Da sich sowohl mechanische Eigenschaften als auch Dichte der Komponenten unmittelbar im Herstellungsprozess beeinflussen lassen, kann die Struktur des menschlichen Knochens imitiert werden. Des Weiteren können aber auch sterilisierbare und maßgeschneiderte Instrumente sowie chirurgische Modelle zur direkten Verwendung im OP additiv hergestellt werden.

Warum tun sich viele Hersteller schwer mit dem Einstieg in diese Zukunftstechnologie?

Einsteiger im Bereich der additiven Fertigungstechnologien sehen sich mit einer Vielzahl an Faktoren konfrontiert, welche zur erfolgreichen Implementierung und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens beherrscht werden müssen. Eine Investition in additive Fertigung beinhaltet weit mehr als nur die Anschaffung einer Maschine: Die fundierte Kenntnis der Technologie wie auch der gesamten Prozesskette ist dabei essentiell.

Eine weitere Herausforderung besteht im Durchbrechen konventionellen Denkens und etablierter Strukturen. Der Identifizierung sinnvoller Anwendungen innerhalb des Produktportfolios sollte zunächst jedoch die größte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Dabei sollten sich Unternehmen Fragen hinsichtlich der Komplexität, der Funktion des Bauteils und der benötigten Stückzahl stellen.

Was erwartet die Teilnehmer des Seminars „Discover 3D-Printing Medical“ am 8. Oktober in Mainz?

Die Teilnehmer erhalten eine fundierte Einführung in die unterschiedlichen additiven Fertigungsverfahren und verarbeitbaren Materialien sowie einen Einblick in spannende Anwendungen mit engem Praxisbezug aus dem Bereich der Medizin(technik). Erörtert werden darüber hinaus auch bestehende Herausforderungen sowie neue Entwicklungen im Bereich dieser Technologie. Das Seminar richtet sich dabei vor allem auch an diejenigen mit geringer Vorkenntnis im Bereich additiver Fertigung.

Gemeinsam mit dem Aachen Center for Additive Manufacturing als fachlichem Partner und Devicemed als Medienpartner lädt der Formnext-Veranstalter Mesago am 8. Oktober zum kostenlosen Halbtagesseminar „Discover 3D-Printing Medical“ an die Universitätsmedizin Mainz ein. Hier geht es zur Anmeldung.

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