France

Additive Fertigung
Ein Schulterblatt aus dem 3D-Drucker

Ein Gastbeitrag von Ralf Steck* 6 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der 3D-Druck gewinnt in der Medizin an Bedeutung, v. a. seit Prothesen und Bauteile aus dem biokompatiblen Werkstoff Titan gefertigt werden können. Ein Ärzteteam in Tel Aviv entwickelte zusammen mit PTC- und Hexagon-Spezialisten innerhalb von vier Tagen ein personalisiertes Schulterblatt für eine 16-jährige Patientin mit aggressivem Krebs.

Mithilfe des CAD-Systems Creo von PTC ließ sich ein durchgängiger Prozess aufsetzen – von der Geometrieerstellung über Simulation und Druckvorbereitung bis hin zur eigentlichen additiven Fertigung.(Bild:  PTC)
Mithilfe des CAD-Systems Creo von PTC ließ sich ein durchgängiger Prozess aufsetzen – von der Geometrieerstellung über Simulation und Druckvorbereitung bis hin zur eigentlichen additiven Fertigung.
(Bild: PTC)

Der Schulterbereich ist eines der komplexesten Gelenke im menschlichen Körper. Nicht nur, dass das eigentliche Schultergelenk außergewöhnliche Bewegungsfähigkeit bietet, dazu kommt, dass das Schulterblatt, auf dem das Schultergelenk sitzt, ebenfalls stark beweglich ist und sich im Körper seitlich bewegen kann. Das Schulterblatt ist nur über das Schlüsselbein mit dem Grundgerüst des Körpers verbunden und wird ansonsten von starken Muskeln gehalten und bewegt. Nicht zuletzt schützt das Schulterblatt die darunterliegenden Weichteile und Organe.

Eine 16-jährige Frau mit einer sehr aggressiven Art des Knochenkrebses, der sich in ihrem rechten Schulterblatt entwickelt hatte, kam als Patientin zum Tel Aviv Sourasky Medical Center (Ichilov). Das Ichilov ist eines der führenden multidisziplinären Klinikzentren Israels und besitzt verschiedene Forschungseinrichtungen, darunter auch für die Nutzung von 3D-Druck in der Medizin.