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ZVEI exklusiv Digitale Transformation des deutschen Gesundheitssystems

Das Gespräch führte Julia Engelke

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Eine Digitalisierungsstrategie für den Gesundheitsbereich in Deutschland zu entwickeln, ist Teil des Koalitionsvertrags der Regierungsparteien. Worauf kommt es bei der Ausgestaltung der sogenannten „Digitalisierungsstrategie Gesundheit und Pflege“ an? Das erklärt Hans-Peter Bursig* vom ZVEI im Interview mit Devicemed.

„Digitale Lösungen für die medizinische Versorgung und Pflege müssen schneller als bisher und flächendeckend zur Anwendung kommen können”, Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer Fachverband „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI. (Bild:   ZVEI/Devicemed)
„Digitale Lösungen für die medizinische Versorgung und Pflege müssen schneller als bisher und flächendeckend zur Anwendung kommen können”, Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer Fachverband „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI.
(Bild: ZVEI/Devicemed)

Herr Bursig, was können wir uns unter der Digitalisierungsstrategie Gesundheit und Pflege vorstellen?

Die Digitalisierungsstrategie ist im Koalitionsvertrag als Aufgabe für diese Legislaturperiode festgeschrieben worden. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) entwickelt damit ein langfristiges Zielbild für die Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft in Deutschland. Es geht weniger darum, einzelne Anwendungen zu definieren, als ein Konzept für eine digital unterstützte Gesundheitsversorgung in Deutschland zu entwickeln.

Wie läuft so ein Strategieprozess ab? Und welche Parteien sind daran beteiligt?

Das BMG verfolgt einen partizipativen Ansatz. In einer Online-Konsultation konnten alle interessierten Kreise und Personen Vorschläge machen. In der nächsten Phase sind Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Teile der Gesundheitswirtschaft zu Interviews und Fachforen eingeladen worden. Die Gruppen und Personen, die später in dem und mit dem digitalisierten Gesundheitssystem arbeiten werden, sollen in dem Prozess auch zu Wort kommen. Bis Ende Dezember 2022 will das BMG die Strategie vorstellen. Dann gibt es auch die Gelegenheit dazu Stellung zu nehmen.

Für welche Punkte setzt sich der ZVEI ein?

Aus Sicht des ZVEI muss die Digitalisierungsstrategie das Zielbild für eine umfassende digitale Transformation des deutschen Gesundheitssystems liefern. Digitale Lösungen für die medizinische Versorgung und Pflege müssen schneller als bisher und flächendeckend zur Anwendung kommen können. Das Konzept der „integrierten Versorgung“ sollte deshalb zum Leitbild für die medizinische Versorgung und die Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft gemacht werden. Gesundheitsdaten müssen außerdem durch klare Rahmenbedingungen für die Forschung und Entwicklung durch akademische und industrielle Einrichtungen genutzt werden können. Die Digitalisierungsstrategie muss dafür den rechtlichen Rahmen definieren.

Welche Rolle kommt der Medizintechnik zu?

Die Medizintechnik erzeugt nicht nur Daten, die akut für Diagnose und Therapie benötigt werden. Diese Daten können auch Prozesse und Abläufe bei der medizinischen Behandlung steuern. Moderne Medizintechnik ist deshalb ein wichtiger Bestandteil einer vernetzten Gesundheitsinfrastruktur, die die Grundlage für die Digitalisierung des Gesundheitssystems ist.

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* Hans-Peter Bursig ist Geschäftsführer des Fachverbands „Elektromedizinische Technik“ im ZVEI – Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.

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