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Kunststoffspritzguss: Batch-Release anhand von Maschinenparametern
Die Maschine ist das Messmittel

Ein Gastbeitrag von Karl-Heinz Biebl* 5 min Lesedauer

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Produktionsbegleitende Messungen sichern die Qualität industrieller Fertigungen. Rodinger Kunststoff-Technik ersetzt manuelle Messungen durch maschinenbasierte Batch-Releases mit digitaler Dokumentation. Medizinproduktehersteller profitieren von schlankeren, effizienteren und stärker automatisierten Prüfprozessen.

Zusätzliche händische Messungen entfallen: An dieser Spritzgussanlage werden Bauteile für Insulinpens über ein digitales Dokumentationssystem anhand ihrer Maschinenparameter überwacht und bei Einhaltung aller Toleranzen freigegeben.  (Bild:  W.M. Photofabrik GmbH/Rodinger Kunststoff-Technik GmbH)
Zusätzliche händische Messungen entfallen: An dieser Spritzgussanlage werden Bauteile für Insulinpens über ein digitales Dokumentationssystem anhand ihrer Maschinenparameter überwacht und bei Einhaltung aller Toleranzen freigegeben.
(Bild: W.M. Photofabrik GmbH/Rodinger Kunststoff-Technik GmbH)

Produktionsbegleitende Messungen sind Standard, um die Qualität von Produktionslosen in industriellen Fertigungen zu beurteilen. In definierten Abständen werden Teile herausgegriffen und vermessen, zudem erfolgen messende Prüfungen zu Produktionsanfang und -ende. Dies ist auch effizienter und wirtschaftlicher möglich: Im Zuge eines großen Kundenprojekts stellt der Kunststoffspritzguss-Spezialist Rodinger Kunststoff-Technik (RKT) dieses Messprozedere auf einen Batch-Release mittels Maschinenparametern um. Zusätzliche händische Messungen entfallen. Medizinproduktehersteller profitieren bei RKT mit dem Maschinen-Release von einem ausgeklügelten digitalen Dokumentationssystem, das bisherige Prüfprozesse verschlankt und stärker automatisiert.

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Bei dem neuen Verfahren sind im Zuge des ersten Kundenprojekts die zugehörige Anlage und alle ablaufenden Prozesse sowie das Equipment rundherum kalibriert und aufwendig validiert worden. Sämtliche Parameter werden für jeden so genannten Schuss, also jeden Spritzgussvorgang, aufgezeichnet und mit den vorgegebenen Toleranzen abgeglichen. Wenn die aufgezeichneten Messdaten innerhalb dieser validierten Toleranzen liegen, ist davon auszugehen, dass die gesamte Batch, die innerhalb dieses Aufzeichnungszeitraums gefertigt wurde, einwandfrei ist, sodass sie ohne weitere Teilevermessung freigegeben werden kann. Ein Los umfasst ca. 120.000 Teile in sechs Tagen. Voraussetzung für das nahezu automatisierte Freigabeprozedere (nur die abschließende Beurteilung der aufgezeichneten Batch-Parameter erfolgt durch Mitarbeiter) sind ausreichend große Produktionsvolumina und lange Projektlaufzeiten.