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Wearables Daten von Sportuhren und Smartphones können MS-Patienten helfen

Quelle: Pressemitteilung ETH Zürich 2 min Lesedauer

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Ein Forscherteam unter der Leitung der ETH Zürich zeigte in einer Studie, dass Daten von Fitnesstrackern oder Smartphones Ärzten bei der Behandlung von Multipler Sklerose helfen können. Mit dem neuen Ansatz können MS-Betroffene in ihrem Alltag einfach und unkompliziert verlässliche und nützliche Langzeitdaten sammeln.

Daten aus Fitnesstrackern oder Smartphones können wichtige Daten zum Verlauf von MS liefern.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Daten aus Fitnesstrackern oder Smartphones können wichtige Daten zum Verlauf von MS liefern.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Ein Forscherteam der ETH Zürich, dem Universitätsspital und der Universität Zürich zeigt, dass Puls- und Sportuhren sowie Smartphones verlässliche Langzeitdaten für die Behandlung von Multipler Sklerose (MS) in einer hohen zeitlichen Auflösung liefern können. Die Forscher statteten dazu Freiwillige mit einer Fitnessuhr aus. Von diesen Personen hatten 55 MS, 24 waren gesunde Kontrollpersonen. Während zwei Wochen sammelten die Wissenschaftler Daten dieser Fitnessuhr und von den Smartphones der Studienteilnehmer. Anschließend werteten sie diese Daten statistisch und mittels maschinellen Lernens aus, um zu ermitteln, welche dieser Daten für die Ärzte nützlich sind.

Als besonders aussagekräftig erwiesen sich dabei Daten zur körperlichen Aktivität und zum Puls: Je geringer die körperliche Aktivität und der Puls, desto stärker beeinträchtigt und müder waren die Studienteilnehmer. Die Häufigkeit der Smartphone-Nutzung lieferte weitere wichtige Informationen zu Leistungsfähigkeit und Ermüdung: Je seltener die Testpersonen ihr Handy benutzen, desto stärker waren sie ermüdet, so die Folgerung. Rückschlüsse auf die motorischen Fähigkeiten gewannen die Forscher durch einen spielähnlichen Test auf dem Smartphone. In dem vor wenigen Jahren an der ETH entwickelten Test müssen die Probanden eine virtuelle Person durch möglichst schnelles Tippen auf den Bildschirm dazu bringen, sich möglichst schnell fortzubewegen. Aus der Tippgeschwindigkeit und deren Veränderungen im Laufe des Tests schlossen die Forscher auf die motorischen Fähigkeiten der Probanden.

„Durch die Kombination der Daten der Sportuhren und der Smartphones können wir gut zwischen Gesunden und MS-Erkrankten unterscheiden“, erklärt Shkurta Gashi. Sie ist Erstautorin einer neuen Studie und Postdoc in den Gruppen der ETH-Professoren Christian Holz und Gunnar Rätsch am Departement Informatik sowie Fellow des ETH AI Centers.

Daten sind für weiter Studien zugänglich

Die Forscher gehen davon aus, dass sich durch diese Daten die Qualität der Behandlung verbessert: Auf einer umfassenden, präziseren und zuverlässigeren Datenbasis können Fachpersonen besser entscheiden und gegebenenfalls früher als bisher wirksame Therapien vorschlagen. Außerdem können Fachleute durch die Auswertung der Patientendaten die Wirksamkeit von Therapien überprüfen.

Ihre Daten haben die Wissenschaftler nun anderen Forschern zugänglich gemacht. Sie weisen darauf hin, dass es eine größere Studie und mehr Daten braucht, um verlässliche Modelle für die automatische Datenauswertung zu entwickeln. Solche Modelle könnten in Zukunft ermöglichen, dass MS-Patienten dank Daten von Fitnesstrackern und dem Smartphone eine Verbesserung ihres Lebens erfahren.

Die Studie ist in der Fachzeitschrift NPJ Digital Medicine erschienen.

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