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Deutsches Brain-Computer-Interface Neurotherapie mittels Gehirn-Computer-Schnittstelle

Quelle: Pressemitteilung Coretec 3 min Lesedauer

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Cortec hat vor Kurzem die erste Implantation einer in Deutschland hergestellten Gehirn-Computer-Schnittstelle bei einem Menschen bekanntgegeben. Das Implantat zeichnet kontinuierlich die Gehirnaktivität auf und gibt gezielte elektrische Impulse. Hierdurch soll die Lernfähigkeit des Gehirns bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen gefördert werden.

Blick ins Operationssetting der ersten klinischen Anwendung des Cortec Brain Interchange Systems am Harborview Medical Center, Seattle(Bild:  Cortec)
Blick ins Operationssetting der ersten klinischen Anwendung des Cortec Brain Interchange Systems am Harborview Medical Center, Seattle
(Bild: Cortec)

Die Cortec GmbH meldet die erste Implantation ihres proprietären Brain-Computer-Interface(BCI)-Systems Brain Interchange beim Menschen. Das vollständig in Deutschland entwickelte Closed-Loop-BCI-System wurde Ende Juli im Harborview Medical Center in Seattle, USA, im Rahmen einer von der FDA erteilten Investigational Device Exemption (IDE) eingesetzt. Unter der Leitung von Dr. Jeffrey G. Ojemann, MD, von der University of Washington School of Medicine in Seattle und dem Co-Studienleiter Professor Steven C. Cramer von der University of California, Los Angeles, werden in dieser Studie erste Sicherheitsdaten erhoben und untersucht, ob eine gezielte elektrische Stimulation der Großhirnrinde die motorischen Funktionen der oberen Extremitäten bei Schlaganfallpatienten verbessern kann. Die Studie wird durch die National Institutes of Health (NIH) gefördert.

„Wir sind hocherfreut, dass die Implantation erfolgreich verlaufen ist und v. a., dass es dem Patienten gut geht und er sich gut von der Operation erholt. Wir sind unglaublich dankbar für diesen Fortschritt bei unserem ersten Studienteilnehmer. Sowohl die Behandlungsstrategie als auch die von uns verwendete Technologie sind völlig neuartig. Wir sind vorsichtig optimistisch, denn die potenziellen Vorteile für Patienten sind vielversprechend“, kommentierte Ojemann.

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Elektrische Impulse sollen helfen, verlorene Funktionen wiederzuerlangen

Dieser neuartige Ansatz ermöglicht eine hochpräzise und personalisierte Behandlung neurologischer Erkrankungen. Das implantierte System zeichnet kontinuierlich die Gehirnaktivität auf, interpretiert die Signale in Echtzeit und gibt gezielte elektrische Impulse ab, um die Neuroplastizität – also die Lernfähigkeit des Gehirns – zu fördern. Die Studie untersucht, inwieweit das Gehirn durch den Schlaganfall verlorene Funktionen wiedererlernen kann, um so die Rehabilitation der Patienten zu beschleunigen und zu verbessern.

„Die erste Implantation unseres BCI-Systems ist ein Meilenstein für die europäische medizinische Neurotechnologie und bestätigt Cortec als ersten deutschen Entwickler implantierbarer BCIs, der sich auf dem globalen Markt behaupten kann“, sagt Dr. Frank Desiere, CEO von Cortec. „Damit wollen wir Menschen mit neurologischen Erkrankungen unterstützen, verlorene Funktionen wiederzuerlangen und ihre Lebensqualität zu verbessern.“ Das proprietäre BCI-System tritt nun in die klinische Testphase am Menschen ein.

(Bildquelle: Cortec)
Wir sind stolz auf diese neue Ära der Innovation und setzen uns dafür ein, das Potenzial der Neurotechnologie weiter auszubauen, um die Behandlungsergebnisse für Patienten zu verbessern.

Dr. Frank Desiere, CEO von Cortec

Gehirn-Computer-Schnittstelle kann bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen helfen

Allein in den USA und Europa erleiden jährlich rund 1,7 Millionen Menschen einen Schlaganfall, der häufig mit dem Verlust der Funktion der oberen Gliedmaßen einhergeht. Obwohl viele Patienten durch Physiotherapie Fortschritte erzielen, reicht diese Behandlung allein mitunter nicht aus. Personen mit einem BCI könnten während der Rehabilitation von einer neuroplastizitätsfördernden Stimulation profitieren. Die Verbesserung der Hand- und Armfunktionen würde ihnen mehr Unabhängigkeit und eine höhere Lebensqualität ermöglichen.

(Bildquelle: Cortec)
Dieser Durchbruch öffnet die Tür zu Therapien, die bislang unvorstellbar waren.

Dr. Martin Schüttler, CTO von Cortec

„Zum allerersten Mal erhielt ein Patient unser BCI-Implantat, das während der Physiotherapie drahtlos mit einem Laborcomputer kommuniziert. Dieser Ansatz steht exemplarisch für die weltweite Transformation in der neurologischen Therapie hin zur präzisen, personalisierten Medizin und basiert auf unserer Technologieplattform Brain Interchange, die sich an verschiedene neurologische Erkrankungen anpassen lässt“, ergänzt Dr. Martin Schüttler, CTO von Cortec. „Ich bin sehr stolz auf unser Freiburger Team und unsere internationalen Partner – insbesondere auf Jeffrey G. Ojemann und Jeffrey Herron von der UW Medicine –, die jahrelange Forschung in echte Hoffnung für Patienten verwandelt haben.“

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