BMG

Ausgezeichnete Ideen für die Blockchain im Gesundheitswesen

| Autor / Redakteur: Ira Zahorsky / Julia Engelke

Das Bundesgesundheitsministerium hatte einen Ideenwettbewerb zum Thema „Blockchain im Gesundheitswesen“ ausgeschrieben.
Das Bundesgesundheitsministerium hatte einen Ideenwettbewerb zum Thema „Blockchain im Gesundheitswesen“ ausgeschrieben. (Bild: Bundesministerium für Gesundheit)

Der Ideenwettbewerb zum Thema „Blockchain im Gesundheitswesen“, den das Bundesgesundheitsministerium ausgeschrieben hatte, bekam große Resonanz. Die Gewinner der 142 Einsendungen wurden nun ausgezeichnet.

  • Digitales Verfahren schützt Betäubungsmittelrezept vor Missbrauch
  • Verknüpfung der Blockchain mit dem Thema Patienteneinwilligungen
  • Prozess der Krankschreibung wird mit der Blockchain-Technologie erleichtert

Welche Potenziale die Blockchain-Technologie im Gesundheitswesen verspricht, das sollte die Zukunftswerkstatt des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) im Rahmen eines Ideenwettbewerbs herausfinden.

Die Gewinner: Irina Hardt und Dr. Christian Sigler
Die Gewinner: Irina Hardt und Dr. Christian Sigler (Bild: Bundesministerium für Gesundheit)

Die Gewinner, Irina Hardt und Dr. Christian Sigler, haben ein digitales Verfahren auf Basis der Blockchain entworfen, das ein Betäubungsmittelrezept vor Manipulation, Missbrauch und Diebstahl schützen soll. Das Rezept (eBtM) wird in einer privaten Blockchain durch Arztpraxen, Apotheken und Aufsichtsbehörden gemeinsam digital verwaltet. Damit erhöht eBtM die Betäubungsmittelsicherheit in Deutschland und reduziert Verwaltungsaufwand.

Die Zweitplatzierten Andreas Schütz und Tobias Fertig
Die Zweitplatzierten Andreas Schütz und Tobias Fertig (Bild: Bundesministerium für Gesundheit)

Den zweiten Platz belegen Andreas Schütz und Tobias Fertig. Sie haben die Blockchain mit dem Thema Patienteneinwilligungen verknüpft, die im Gesundheitswesen allgegenwärtig sind. Patientinnen und Patienten sollten für jeden Einzelfall Abmachungen treffen können, was mit ihren Daten geschieht – sowohl bei genetischen als auch anderen personenbezogenen Daten. Mit der bleiben die Daten trotz vermeintlicher Transparenz geschützt und Patienten können individuell über die Verwendung entscheiden.

3. Platz: Prof. Volker Nürnberg und Stephanie Widmaier
3. Platz: Prof. Volker Nürnberg und Stephanie Widmaier (Bild: Bundesministerium für Gesundheit)

Den dritten Platz konnten sich Prof. Volker Nürnberg und Stephanie Widmaier sichern. Sie wollen den umständlichen Prozess der Krankschreibung mit der Blockchain-Technologie erleichtern. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) wird sicher verschlüsselt und an Patient, Arbeitgeber sowie Krankenkasse übermittelt. Dank der Blockchain werden AU-Fälschungen praktisch unmöglich. Über eine mobile Applikation können die Nutzer Informationen zu den AUs einsehen und verwalten. Der Patient hat dabei stets den Vollzugriff auf seine AUs und kann seiner Krankenkasse und seinem Arbeitgeber eine Lesefreigabe in Echtzeit erteilen. Diese können nach Freigabe jedoch ausschließlich die Informationen lesen, zu denen sie rein rechtlich Anspruch haben.

So geht es weiter

Durch die eingesandten Ideen stellten sich auch die Vor- und Nachteile der Blockchain-Technologie heraus. Dezentralität und Transparenz gegenüber herkömmlichen IT-Lösungen sowie zahlreichen digitalen Anwendungsmöglichkeiten im Gesundheitswesen stehen gegebenenfalls hohe Initialkosten und die besonders sensiblen Daten gegenüber.

Die eingereichten Anwendungen und Skizzen helfen bei der weiteren Sondierung und Prüfung, ob weitere Forschungsförderungen auf den Weg gebracht werden sollten. Außerdem wird sich auch die Blockchain-Strategie der Bundesregierung dem Thema Gesundheit widmen. Die Erkenntnisse aus dem Ideenwettbewerb werden darin einfließen.

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Dieser Artikel ist zuerst erschienen im Themenkanal Healthcare auf unserem Schwesterportal www.egovernment-computing.de.

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