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3D-Druck

3D-Druck revolutioniert nicht nur die Prototypenfertigung

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Was ein professioneller 3D-Drucker können muss

Nun aber zu den Druckern. Wie groß sind sie, wie sehen sie aus und was können sie wirklich? Ein professioneller 3D-Drucker ist etwa der RF1000 von Conrad, der modellbasierte Prototypen, Architekturmodelle, Verpackungen, Bauteile und sogar Hobbyarbeiten erstellt. Der Drucker ist fertig montiert oder als Kit für Bastler erhältlich und kann einmalige Modelle oder begrenzte Stückzahlen herstellen. Das Standardmaterial für 3D-gedruckte Bauteile ist PLA, ein biologisch abbaubarer thermoplastisches Polymere.

Das Material ermöglicht kostengünstiges Drucken, eine einfache Verarbeitung und saubere, detailreiche Oberflächen. Andere Materialien stehen ebenfalls zur Verfügung, darunter ABS, Gummi, Nylon und Spezialmaterialien, die eine holz- oder metallähnliche Oberfläche ermöglichen. Mit seiner 230 mm x 245 mm x 200 mm großen Druckerkammer kann der RF1000 einzelne große Modelle oder mehrere kleinere Objekte gleichzeitig erstellen. Spielfreie Profilschienenführungen, Kabel-Schleppketten und Lager sorgen für einen genauen, hochpräzisen Druckvorgang.

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Für eine einfache Bedienung kann der Drucker über USB oder die SD-Card-Schnittstelle betrieben werden. Eine Datenanzeige gibt Einsicht in aktuelle Prozesse und über eine Tastatur lassen sich Einstellungen anpassen. Weitere Funktionen sind eine automatische Kalibrierung und eine keramische Heizplatte (Druckbett) mit Strukturoberfläche, damit fertiggestellte Objekte nach dem Abkühlen schneller entnommen werden können.

Conrad erweiterte kürzlich den renkforce RF1000 um den 3D-Drucker renkforce RF2000 mit Dual-Extruder-Funktionalität. Im Gegensatz zur Keramikheizplatte beim RF1000 bietet dieser eine Glaskeramikheizplatte für höhere Objekthaftung. Der RF2000 ist für komplexe Anwendungen geschaffen und bietet neben Zweifarben-Druck auch die Fähigkeit, 3D-Objekte mit wasserlöslichen Stützstrukturen herzustellen. Diese Funktionen werden durch einen zweiten Lüfter unterstützt.

Optionale Fräs- und Gravieradapter, etwa für Leiterplatten

Ein wichtiges Merkmal des RF1000 und des RF2000 ist, dass sie mit optionalen Fräs- und Gravier-Adaptern von Proxxon und Dremel ausgestattet werden können. Zusammen mit dem Aluminium-Frästisch, der das sichere Spannen und Bearbeiten von Werkstücken ermöglicht, können beide Drucker Materialien wie Holz, Acryl, Weichmetalle und sogar Leiterplatten bearbeiten. Eine integrierte Steckdose am Gerät ermöglicht zudem das komfortable Bedienen der Fräseinheit. Um die Druckqualität zu maximieren und die Vielzahl druckbarer Materialien weiter zu erhöhen, steht als Zubehör ein Acrylgehäuse zur Verfügung, das eine kontrollierte Temperatur im Inneren des Druckers gewährleistet.

Beide Drucker bieten eine nahtlose Zusammenarbeit mit der ebenfalls neu vorgestellten 3D-Printbox von Conrad an. Diese Steuerungseinheit ist für RF1000/2000 vorkonfiguriert (Plug & Play) und steuert oder überwacht den jeweiligen 3D-Drucker. Sie kann einen PC weitgehend für diesen Zweck ersetzen und hat einige besondere Funktionen. Eine integrierte Cloud-Anbindung ermöglicht den Zugang zu 3D-Druckunterlagen und das Drucken von jedem Ort aus. Entwicklungen wie diese weisen den Weg vorwärts und beantworten die Bedürfnisse von Kunden wie die einfache, intuitive Steuerung und Datenmanagement.

3D-Druckwebsite und 3D-Printhub

Industrietaugliche 3D-Druckdienstleistungen müssen die Anforderungen von Kunden erfüllen, die eine One-Stop-Lösung für hochqualitative Prototypen und Ersatzteile benötigen – mit möglichst einfachem Bestellvorgang. Bei Conrad Business Supplies können Kunden ihre STL-Datei auf einer speziell eingerichteten 3D-Druck-Webseite hochladen und ein virtuelles Modell des geplanten Endprodukts aus allen Blickwinkeln überprüfen. Der Kunde wählt dann die Endbearbeitung (Oberfläche) für das Werkstück aus, berechnet den Preis und bestellt das Werkstück per Mausklick.

Ohne Übertreibung lässt sich sagen, dass der 3D-Druck die Fertigung von Prototypen revolutioniert hat. Auch wenn Entwickler Bauteile benötigen, die speziell gefertigt werden müssen, stehen ihnen damit mehr Möglichkeiten als je zuvor zur Verfügung. Sie können sich nun an Anbieter wenden, die sich auf 3D-Druck spezialisiert haben oder sie kaufen neueste 3D-Drucker und erstellen ihre Bauteile selbst.

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Im Mai 2015 eröffnete Conrad eine 3D-Druckeinrichtung in seiner Niederlassung in München Moosach, genannt „3D Printhub“. Ähnlich wie in einem Kopierladen erhalten Kunden hier Zugriff auf zwei Workstations und auf über zehn 3D-Drucker, um ihre eigenen 3D-Projekte umzusetzen. Dieser Schritt ist Teil der Conrad-Expansionsstrategie, um als Anbieter 3D-bezogener Produkte Dienstleistungen für diesen wachsenden Markt anzubieten und die weitere Entwicklung genau zu beobachten.

Viel wurde darüber berichtet, dass 3D-Druck eine Nischentechnologie sei, die gerade einen Hype als nächste industrielle Revolution durchläuft. Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen Kunden imstande sein, ihre eigenen Konsumgüter auszudrucken. Dies kann der Fall sein oder auch nicht – aber jenseits des Mainstreams bringt 3D-Druck im Entwicklungs- und Fertigungsbereich völlig neue Möglichkeiten mit sich.

Dieser Artikel ist erschienen auf www.elektronikpraxis.de.

* Shawn Silberhorn ist Supplier Business Development Manager bei Conrad.

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