Im Rahmen des Fraunhofer-Zentrums für Sensor-Intelligenz ZSI wurde das intelligente und flexibel einsetzbare Ultraschallsensorsystem „SonoOne“ nach dem Baukastenprinzip entwickelt. „SonoOne“ kann perspektivisch den sich rasant entwickelnden Ultraschallmarkt, insbesondere im Bereich der portablen Systeme, mit innovativen Produkten hochflexibel bedienen.
Prinzipskizze zum modularen Konzept des Ultraschallsystems „SonoOne“
(Bild: Fraunhofer IBMT)
Ultraschall ist eine flexibel einsetzbare, kostengünstige, echtzeitfähige und nichtinvasive Technologie, die sich in einem breiten Anwendungsspektrum von der Medizin bis zu industriellen Anwendungen bewährt hat. Im Bereich der medizinischen Anwendungen wird Ultraschall in unterschiedlichen Komplexitätsgraden eingesetzt. Allerdings liegen auch die günstigsten Systeme noch im Bereich von mehreren Tausend Euro, was den Einsatz im Endanwenderbereich (Wearables, M-Health, Smart Health) und die Adressierung von Massenmärkten sowohl im medizinischen als auch im technischen Kontext beschränkt. Während beispielsweise im Jahr 2021 das Marktvolumen für medizinische Wearables 27,2 Milliarden US-Dollar betrug, erreichte der Markt für Blutflussmessgeräte, die größtenteils auf der Ultraschall-Doppler-Technologie basieren, im selben Jahr lediglich ein Volumen von 0,533 Milliarden US-Dollar. Gerade im kostengünstigen Bereich für IoT-Anwendungen, wie beispielsweise der Wearables besteht für die Ultraschallsensorik noch ein großes Marktpotential in Kombination mit automatisierten Signalanalysen und Klassifikation mittels künstlicher Intelligenz.
Ultraschall ist auch in industriellen Anwendungen ein weit verbreitetes Verfahren z. B. zum Messen von Flussgeschwindigkeiten, Abständen oder Füllständen. Anders als in medizinischen Anwendungen sind die technischen Untersuchungsobjekte wesentlich stärker in Größe, Form und Material differenziert. Daher sind jeweils dedizierte anwendungsspezifische Systeme mit unterschiedlichem Integrationsgrad kommerziell verfügbar. Diese Systeme sind entweder flexibel ausgelegt und infolgedessen komplex und teuer oder sie sind speziell für eine einzige Anwendung entwickelt und daher potenziell günstig in der Herstellung.
Module können zu einem Gesamtsystem kombiniert werden
Mit dem Sensorsystem „SonoOne“ ist es dem Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT gelungen, ein intelligentes und flexibel einsetzbares Ultraschallsensorsystem nach dem Baukastenprinzip zu entwickeln, um den sich rasant entwickelnden Ultraschallmarkt, insbesondere im Bereich der portablen Systeme, perspektivisch mit innovativen Produkten bedienen zu können. Es besteht hardwareseitig aus kostengünstigen, streichholzschachtelgroßen Modulen, die für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche durch angebrachte Steckkontakte einfach zu einem Gesamtsystem kombiniert, konfiguriert und durch das modulare Konzept universell für die verschiedensten akustischen Messaufgaben eingesetzt werden können.
Einzelmodule des Ultraschallsystems „SonoOne“
(Bild: Fraunhofer IBMT)
(Bild: Fraunhofer IBMT)
Die Intelligenz des Sensors besteht in der Analyse und Auswertung der aufgezeichneten akustischen Zeitsignale. Dies kann durch eine externe über Wifi angebundene Recheneinheit wie ein Tablet, Smartphone oder aber durch adaptierte kompakte Recheneinheit erfolgen, so dass gemäß dem Edge-KI-Ansatz die Intelligenz direkt in die Systeme selbst verlagert werden kann und nur das Ergebnis als Messwert übertragen wird. Die Auswertung in Cloud Netzwerken ist ebenso vorgesehen, so dass große Datenmengen über zahlreiche Sensoren an unterschiedlichen Orten erfasst und zentral gespeichert, analysiert und verarbeitet werden können.
Darüber hinaus können durch den modularen Ansatz zukünftige innovative Technologien (effiziente Energiespeicher, neue Funkstandards, neue Materialien für Ultraschallsensoren, Fertigungstechnologien in der Elektronik und verbesserte Analyse-Algorithmen) einfach durch Weiterentwicklung und Austausch einzelner Module direkt genutzt und so die Grundlage für die Nutzung von Ultraschall in völlig neuen Anwendungen geschaffen werden.
Die Minimalkonfiguration eines jeden „SonoOne“-Ultraschallsystems besteht aus den folgenden drei Modulen:
1. Einem Ultraschallmodul inklusive Ultraschallwandler zum Erfassen von Ultraschall-Zeitsignalen über einen weiten Frequenzbereich (kHz-MHz)
2. Einem Kommunikationsmodul zur Parametrisierung und Ansteuerung des Ultraschall-Moduls sowie zum Transfer der Ultraschalldaten z. B. via Wifi an ein Endgerät bzw. Server zur Signalanalyse
3. Einem Energieversorgungsmodul zur Bereitstellung der benötigten Versorgungsspannungen
Darüber hinaus wird eine Firmware für die Steuerung des Ablaufs einer Messung sowie für die Kommunikation und die Parametrisierung des Systems verwendet. Die Hardware-Schnittstelle zum PC bildet ein kommerziell erhältliches Microcontrollerboard, welches neben einer USB-Schnittstelle auch ein WLAN-Interface implementiert. Es ermöglicht den bidirektionalen Austausch von Steuer- und Statusinformationen sowie die Übertragung der Ultraschalldaten in Echtzeit. Mit einem User-Interface kann das Ultraschallsystem parametriert und das Ultraschall-Zeitsignal live verfolgt, mit verschiedenen Filter- und Auswertealgorithmen analysiert und gespeichert werden.
Der modulare Aufbau des Ultraschallsystems sowie das umfangreiche Anwendungs-Knowhow ermöglichen es dem Fraunhofer-Zentrum für Sensor-Intelligenz ZSI, auf die vielfältigen spezifischen Bedürfnisse verschiedener Unternehmen und Branchen einzugehen und schnell ein marktfähiges kostengünstiges Produkt daraus abzuleiten.
Stand: 08.12.2025
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