Mit umfassender Kunststoffexpertise und höchsten Anforderungen an Sauberkeit und Hygiene hat sich Pöppelmann Famac als Partner für streng regulierte Branchen etabliert. Jetzt hat der Kunststoffspezialist aus Lohne seinen Reinraum weiter ausgebaut. In den hochmodernen und vollautomatisierten Räumlichkeiten können jetzt z. B. auch großformatige Pharmaverpackungen für den sicheren Transport von Spritzen aus Glas und Kunststoff unter höchsten Sauberkeitsbedingungen produziert werden.
Auf 222 m² entstand der neue, großzügige Reinraum, der die bereits vorhandenen 650 m² ergänzt
(Bild: Pöppelmann Famac)
Für Kunststoffprodukte der Pharmabranche und Medizintechnik, z. B. technische Bauteile und Baugruppen, gelten strenge Anforderungen an die Sauberkeit, um maximalen Produktschutz und höchste Patientensicherheit zu gewährleisten. Pöppelmann Famac entwickelt für diese Branchen hochwertige Kunststoffartikel, die unter zertifizierten Reinraumbedingungen (DIN EN ISO Klasse 7, GMP Standard – C) gefertigt werden. Das Produktspektrum ist vielfältig und deckt die Bereiche Pharma & Healthcare, Diagnostics & Labware sowie Medical ab. Kunden aus streng regulierten Branchen profitieren von einer optimal ausgestatteten Produktionsumgebung und der langjährigen Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung von Produkten nach Guter Herstellungspraxis (Good Manufacturing Practice, GMP). Nun hat der Kunststoffspezialist aus Lohne kräftig in den Ausbau seines Reinraums investiert, um seinen Kunden noch mehr Möglichkeiten in der Herstellung von Spritzgussprodukten in partikelarmer Umgebung zu bieten.
Kunststoffproduktion unter Reinraumbedingungen
Pöppelmann Famac, bewährter Entwicklungspartner für Kunden aus Branchen, die den Richtlinien für „gute Herstellpraxis“ (GMP) unterliegen, hat seine Fertigungsmöglichkeiten unter Reinraumbedingungen weiter ausgebaut. Der Kunststoffspezialist erweiterte seine Kapazitäten und setzt dabei auf Automatisierung. Das macht die Herstellung von Reinraumprodukten nicht nur höchst effizient, sondern mindert auch Partikelquellen. Die neuen Räumlichkeiten sind besonders gut zur Herstellung von primären und sekundären Pharmaverpackungen, auch für den sicheren Transport von Spritzen aus Glas und Kunststoff geeignet.
Weiterentwickelte Maschinenkonstruktion, hohe Schließkraft
Unter dem treffenden Projektnamen „Genesis“, was so viel wie Entstehung bedeutet, starteten vor knapp zwei Jahren die Planungen des Pöppelmann Projektteams. Im Juni 2023 fiel der Startschuss für die baulichen Maßnahmen. Auf 222 m2 entstand der neue, großzügig ausgelegte Reinraum, der die bereits vorhandenen 650 m2 ergänzt. Die zusätzliche Fläche ist auf die Anbindung von acht großen Spritzgussmaschinen ausgelegt. Während die Möglichkeiten der Reinraumproduktion bei Pöppelmann Famac vorher auf einen Schließkraftbereich bis 200 t begrenzt waren, könnten jetzt Maschinen bis 900 t nach den strengen Reinraumvorgaben produzieren. Damit ist der Pharmaspezialist ideal dafür ausgestattet, Produkte für den Labor- und Diagnostikbedarf sowie pharmazeutische Primär- und Sekundärverpackungen zu produzieren, z. B. großformatige Pharmaverpackungen für den sicheren Transport von Spritzen aus Glas und Kunststoff. Eine Innovation ist dabei die Konstruktion der dafür eingesetzten neuen Spritzgussmaschinen, erzählt Max Arlinghaus, Projektleiter im Zentralbereich Technik und Service, der dem Projektteam angehört.
Ergänzendes zum Thema
„Gemeinsam mit dem Maschinenbauer haben wir hier eine Neuentwicklung etabliert: Die Anlagen besitzen eine eingekapselte Schmierung. Die Möglichkeit eines Ölaustritts, der Einfluss auf die Sauberkeit haben könnte, wird dadurch weiter minimiert.“
Max Arlinghaus, Projektleiter im Zentralbereich Technik und Service bei Pöppelmann Famac
Reduktion von Treibhausgasemissionen bei Reinraumartikeln
Nicht nur die Maschinen, auch die Prozessabläufe sind auf modernstem Stand. Das beinhaltet auch ein möglichst nachhaltiges Konzept der Raumgestaltung, z. B. in Bezug auf den Energieverbrauch. Bei Pöppelmann sind die Spritzgussmaschinen, Schaltschränke und Zusatzgeräte außerhalb des Reinraums angeordnet, um die Wärmelast zu verringern und damit den Leistungsbedarf zu senken. Dadurch sind sie außerdem gut zugänglich für Werkzeugwechsel und Servicearbeiten, ohne die Abläufe im Reinraum und die Qualität der Kunststoffteile zu beeinflussen. Mike Landwehr, Stellvertretender Vertriebsleiter Pharma-Medical, der ebenfalls an dem Projekt beteiligt ist, erklärt das Konzept: „Mit einer Maschinenaufstellung außerhalb des Reinraums reduzieren wir den Bedarf an Leistung für die Lüftungstechnik und halten den Energieeintrag pro Quadratmeter Produktionsfläche so gering wie möglich. Das wirkt sich entsprechend positiv auf die Reduktion der Treibhausgasemissionen dieser Reinraumartikel aus.“
Vollautomatisiert: Weniger Partikelquellen – noch mehr Sicherheit
Besonders stolz ist das Unternehmen auf den vollautomatischen Prozess, der die Reinraumproduktion höchst effizient und sicher gestaltet. Die Spritzgießzelle der jeweiligen Anlage fertigt das Produkt, das im Reinraum von einem Roboter übernommen und dann auf einer Übergabestation gestapelt wird. In Abhängigkeit der vorgegebenen Losgrößen werden die Artikel von einem fahrerlosen Transportsystem (FTS) übernommen und zu einer weiteren Übergabestation transportiert. Dort setzt die Verpackungsautomation an. Ein Sechs-Achs-Roboter übergibt die Teile an die Verpackungsanlage.
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Hier werden sie vollautomatisch doppelt verbeutelt und etikettiert. Jeder Beutel trägt die Informationen über seinen Inhalt auf einem RFID-Tag. Nach dem Ausschleusen aus dem Reinraum findet die Endverpackung, z. B. auch in kundenindividuelle Kartonagen, als manueller Arbeitsschritt statt. Durch den komplett automatisierten Ablauf konnte Pöppelmann die Quellen der Partikelerzeugung im Reinraumbereich weiter reduzieren.
Nächsten Erweiterungsschritt schon im Blick
Die deutlich gestiegene Nachfrage nach Reinraumkapazitäten für Spritzgussartikel stieß den Ausbau in Lohne an. Der anhaltende Trend führt nun dazu, dass sich der Kunststoffspezialist bereits mit der nächsten Erweiterungsstufe seines Reinraums beschäftigt. Diese soll auf mehrstufige Prozesse ausgelegt werden. „Das heißt, dass wir zukünftig auch die nachgeschaltete Montage von Bauteilen sowie weitere Veredelungs- und Sonderprozesse, wie z. B. das Konfektionieren in kundenspezifischen Verpackungen, unter Reinraumbedingungen anbieten wollen, um besondere Anforderungen unserer Kunden abzudecken“, sagt Max Arlinghaus. Mike Landwehr ergänzt: „Mit der Inbetriebnahme des neuen Reinraums bieten wir unseren Kunden schon heute ganz neue Möglichkeiten in der Produktion von technischen Bauteilen und -gruppen unter höchsten Sauberkeitsbedingungen, die auch auf die größeren Formate abgestimmt sind. Darüber informieren wir jederzeit gern im Detail. Für persönliche Gespräche stehen wir beispielsweise auf der Pharmapack 2025 in Paris bereit, die sich rund um moderne Pharmaverpackungen dreht.“
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