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Zweite Implantation weltweit Neueste Generation selbstauflösender Stents

Quelle: Pressemitteilung Medizinische Hochschule Hannover 2 min Lesedauer

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Verengte Herzkranzgefäße können zu lebensbedrohlichen Zuständen führen. Stents können diese Engstelle beseitigen. An der Medizinischen Hochschule Hannover wurde jetzt ein selbstauflösender Stent implantiert, der aus Magnesium besteht und sich im Körper innerhalb von zwölf Monaten auflöst.

Filigranes Geflecht: der neue resorbierbare Stent. (Bild:  Karin Kaiser/MHH)
Filigranes Geflecht: der neue resorbierbare Stent.
(Bild: Karin Kaiser/MHH)

Verengte Herzkranzgefäße bergen Gefahren: Weil das Herz nicht richtig durchblutet wird, kann es zu Schmerzen, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und plötzlichem Herztod kommen. Eine Möglichkeit, eine Engstelle in einem Gefäß zu beseitigen, ist die Implantation eines Stents. Dabei wird minimalinvasiv ein kleines Gitternetzröhrchen in das Gefäß gesetzt. Bisher waren alle Stents aus Metall und verblieben im Körper, je nach Lebensalter manchmal jahrzehntelang. Dies hat verschiedene Nachteile, schien bisher aber unvermeidlich. Eine Innovation sind daher selbstauflösende Stents. Die Klinik für Kardiologie und Angiologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist auf dem Gebiet ganz vorn dabei. Dort wurde einem Patienten jetzt ein neuartiger resorbierbarer Stent der Firma Biotronik eingesetzt. Es war weltweit die zweite Implantation dieser Art.

Arterie erlangt natürliche Funktion zurück

Ein Stent stellt den Blutfluss in der ursprünglich verengten Herzkranzarterie wieder her. Er hält das Gefäß offen und stützt die Gefäßwand. Im Gegensatz zu Stents aus Metall, die im Körper verbleiben, lösen sich bioresorbierbare Stents von selbst auf und verschwinden. Dr. L. Christian Napp sieht darin einen deutlichen Fortschritt: „Selbstauflösende Gefäßstützen sorgen dafür, dass die Arterie ihre natürliche Funktion inklusive der Beweglichkeit der Gefäßwand zurückerlangt“, erklärt der geschäftsführende Oberarzt und Leiter des Herzkatheterlabors der Klinik für Kardiologie und Angiologie. „Das ist ein großer Vorteil für den Fall, dass die Arterienverkalkung insgesamt fortschreitet und zu einem späteren Zeitpunkt weitere Eingriffe an den Herzkranzgefäßen vorgenommen werden müssen.“ Aus diesem Grund eignen sich selbstauflösende Stents besonders gut für jüngere Patientinnen und Patienten.

Stent aus Magnesium

Das neuartige Modell namens Freesolve besteht fast ausschließlich aus Magnesium, das im Körper ohnehin vorhanden ist. Der Stent löst sich über einen Zeitraum von etwa zwölf Monaten auf und gibt gleichzeitig ein Medikament ab, das die Gefäßwandheilung fördert und Wiederverengungen verhindert. Der Magnesiumstent sieht aus wie ein kurzes schlauchförmiges Gittergerüst. Da er sehr dünne und fein gearbeitete Streben hat, lässt es sich sehr gut implantieren und optimale Heilung und Auflösung erwarten.

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