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Studium Neues Studienangebot Medizintechnik/Partner aus der Praxis gesucht

Quelle: Pressemitteilung Hochschule Aalen/dpa 3 min Lesedauer

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Die Medizintechnik-Branche braucht Nachwuchs: Gleich zwei neue Studiengänge sollen ab dem Wintersemester an der Hochschule Aalen sowie der Dualen Hochschule Gera-Eisenach starten. Dafür braucht es aber auch Firmen, die sich als Praxispartner registrieren lassen.

Einsatz von Technik für Gesundheit – Studenten lernen hier, wie sie ein Exoskelett entwickeln und anbringen, das den Probanden beispielsweise nach Operationen oder Nervenschäden beim Stehen und Gehen unterstützt.(Bild:  Hochschule Aalen/Samuel Burkart)
Einsatz von Technik für Gesundheit – Studenten lernen hier, wie sie ein Exoskelett entwickeln und anbringen, das den Probanden beispielsweise nach Operationen oder Nervenschäden beim Stehen und Gehen unterstützt.
(Bild: Hochschule Aalen/Samuel Burkart)

Künstliche Intelligenz in der Software oder Ankopplung von Geräten an Nerven sind keine reine Zukunftsvision mehr. Hinzu kommt, dass angesichts der immer älter werdenden Bevölkerung die frühzeitige Diagnose von Krankheiten und die Erhöhung der Lebensqualität zunehmend wichtiger werden. Dazu braucht es hochqualifizierte Personen, die die Wechselwirkung zwischen Technik und Medizin verstehen. Zum Wintersemester 2023/24 startet deshalb das neue Studienangebot Medizintechnik an der Hochschule Aalen.

Mit ernster Miene stehen die Chirurgen am OP-Tisch: „Tupfer. Skalpell. Schere.“ Umgeben ist das OP-Team von einer Vielzahl leise summender und blinkender Geräte, die den Patienten am Leben erhalten – diese Szene kennt wohl jeder aus Film und Fernsehen. Bei Medizintechnik geht es nicht nur um Geräte für medizinische Notfälle oder den Operationssaal: „Die Medizintechnik nutzt den technologischen Fortschritt, um Menschen zu helfen. Das Thema ist spannend und vielschichtig und auch technisch faszinierend. Schließlich geht um die Wechselwirkung zwischen der Technik und dem menschlichen Körper“, sagt Prof. Dr. Markus Glaser zum neuen Studienangebot. „Beispielsweise der Bereich der aktiven Prothesen und Exoskelette, die Menschen bei ihren Bewegungen unterstützen: Sie ermöglichen es, bis ins hohe Alter ein autonomes und lebenswertes Leben in der gewohnten Umgebung zu führen.“

Gesundheitssektor ist innovativer als die Automobilbranche

Der Gesundheitssektor ist inzwischen innovativer als die Automobilbranche. Die Produkte werden aufgrund der demografischen und technischen Entwicklung zunehmend nachgefragt. Dabei stehen häufig auch die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung im Vordergrund – künstliche Intelligenz in der Software oder die Ankopplung von Geräten an Nerven sind keine reine Zukunftsvision mehr. Nicht erst seit Corona nimmt auch die Bedeutung von Selbsttests immer mehr zu. „Mit intelligenten ‚Lab-on-Chip’-Tests, die ein Mini-Labor auf der Größe einer Kreditkarte integrieren, wird es künftig möglich sein, sich selbst auf verschiedene Krankheiten hin zu testen. Dies ist für Regionen mit eingeschränkter ärztlicher Versorgung, wie auch in Entwicklungsländern, ein wichtiger Faktor“, sagt Prof. Dr. Arif Kazi, ebenfalls Professor im Studienbereich Mechatronik. „Gesundheit ist das höchste Gut und ein zentrales Thema unserer modernen Welt. Gesundheitsprodukte werden immer gefragter. Medizintechnikfirmen brauchen gute Ingenieurinnen und Ingenieure, die neue Produkte auf den Markt bringen und die bestehenden verbessern“, betont Kazi.

Das neue Studienangebot Medizintechnik richtet sich an Personen, die anderen Menschen mit technischen Mitteln helfen wollen. Glaser: „Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung innovativer Produkte. Wichtig für Studieninteressierte ist eine Affinität zur Technik und ein Interesse an der Medizin. Das Studium hat einen hohen Praxisbezug und bietet viele Wahlmöglichkeiten.“ Kazi: „Wir bieten eine ausgewogene Mischung aus solidem Ingenieurwissen und der medizinischen Anwendung – vom ersten Semester an.“ Praxissemester sowie Bachelorarbeit können beispielsweise direkt in einer Partnerfirma absolviert werden. Das soll den Übergang ins Berufsleben gezielt erleichtern und berufliche Perspektiven in der Region eröffnen.

Firmen sollen sich als Praxispartner registrieren

Auch an der Dualen Hochschule Gera-Eisenach ist eine neue Studienrichtung geplant: Medizin- und Pflegetechnik. Roboter und Anlagen in der Medizin- und Pflegetechnik werden immer komplexer. Diese zu entwickeln und zu bedienen, steht im Mittelpunkt eines neuen Studienschwerpunkts an der Dualen Hochschule. Ab Herbst sollen sich Studenten des Bachelor-Studiengangs Mechatronik für dieses Angebot entscheiden können, teilte die Hochschule mit. Den Kern des Studiums bildet den Angaben zufolge die Ingenieurswissenschaft, es sollen aber auch medizintechnische Grundlagen vermittelt werden.

Während verschiedener Forschungsprojekte hätten Unternehmen immer wieder nach einem solchen Studienangebot gefragt, sagte Christian Döbel, der die Studienrichtung Mechatronik leitet. Mit einer Fachtagung und Gesprächsrunden seien dann gemeinsam Ziele und Inhalte der Ausbildung entwickelt worden. „Insbesondere der Fachkräftemangel in der Pflegebranche zwingt die Branche, sich mehr über technische Lösungen Gedanken zu machen“, sagte Döbel. Voraussetzung für einen erfolgreichen Start im Herbst sei, dass sich jetzt genügend Firmen als Praxispartner registrieren ließen.

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