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Medizintechnik

Medtech: Vier Trends für 2023

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3. Engagement für ökologische, soziale und Governance-Ziele (ESG)
Viele Medtech-Unternehmen werden ESG-Ziele in ihren Geschäftsmodellen priorisieren und ihr Engagement für Nachhaltigkeit erhöhen. Der regulatorische Fokus auf die Offenlegung von Emissionen und deren Auswirkungen auf den Klimawandel nimmt zu. Sektoren wie die Medizintechnik, die stark auf globale Fertigungs- und Lieferkettennetzwerke angewiesen sind, werden davon besonders betroffen sein.
Branchenführer wie Johnson & Johnson und Boston Scientific gehören zu der wachsenden Zahl von Medtech-Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsziele mit Kapital unterstützen und Investitionen sicherstellen, die den Übergang zu erneuerbaren Energien beschleunigen. Boston Scientific kündigte an, 100 Millionen US-Dollar in sein Werk in Galway, Irland, zu investieren – die dortige 40.000 Quadratmeter neue Reinraumfläche wird aus erneuerbaren Energiequellen betrieben. Die Biologika-Anlage von Janssen Sciences in Cork, Irland, wurde Anfang des Jahres in das Global Lighthouse Network des Weltwirtschaftsforums aufgenommen, eine Gemeinschaft von 103 weltweit führenden Produktionsstandorten, die für die Steigerung der Betriebsleistung und der Nachhaltigkeit anerkannt sind. Dieses Werk soll zu 100 Prozent mit erneuerbarem Strom betrieben werden.
Viele Medtech-Unternehmen entwickeln biologisch schneller abbaubare Materialien und Lösungen für die Wiederaufbereitung und das Recycling von Medizinprodukten. Außerdem stellen viele von fossilen Brennstoffen auf Solarenergie, Wärmepumpen und andere energieeffiziente Ressourcen um. Die Medizintechnik ist eine sozialbewusste und verantwortungsvolle Branche, die sich dem Aufbau von Unternehmenswert durch Nachhaltigkeit verschrieben hat.

4. Zusammenarbeit und Partnerschaften zwischen Industrie, Wissenschaft und Regierung
Die Herausforderungen, die sich aus der Pandemie ergeben, haben zu einer beispiellosen Zusammenarbeit zwischen Regierung, Industrie, akademischen Einrichtungen und Forschungszentren geführt. Um diesen Trend fortzusetzen, werden im Jahr 2023 Forscher aus Wissenschaft und Industrie, die vor neuen Ideen strotzen, zusammenarbeiten und innovative Produkte und Lösungen entwickeln.
So arbeiteten beispielsweise Cisco und IBM mit der Intensivstation des Galway University Hospital (UHG) zusammen, um Patienten dabei zu helfen, durch Technologie mit ihren Angehörigen während der pandemiebedingten Isolation in Verbindung zu bleiben. Henkel hat mit Forschern des Tyndall National Institute der UCC, des irischen Royal College of Surgeons und Partnern zusammengearbeitet, um die nächste Generation intelligenter Wundversorgungslösungen zu entwickeln. Diese und ähnliche Forschungen werden durch den Disruptive Technology and Innovation Fund (DTIF) der irischen Regierung unterstützt.
Eine symbiotische Beziehung zwischen Wissenschaft und Industrie über Sektoren hinweg führt zu Innovationen, von denen sowohl die Wirtschaft als auch die Gesellschaft profitieren. Irlands Forschung-, Entwicklungs- und Innovations-Sektor (FE&I-Sektor) wird von diesen Ebenen der Zusammenarbeit angetrieben, die ein erfolgreiches Ökosystem für Medtech-Unternehmen schaffen.
Die Medtech-Branche, insbesondere in Deutschland und Europa, steht vor tiefgreifenden Veränderungen durch Wettbewerbs- und Kostendruck, strengere regulatorische Anforderungen und die Herausforderungen der Digitalisierung. Um die Entwicklung und das Innovationstempo zu beschleunigen, werden Medtech-Unternehmen mit branchenfremden Firmen zusammenarbeiten, z. B. aus dem Automobil- und IT-Sektor, um Know-how in den Bereichen Technologieentwicklung, Materialien und Fertigung zu erwerben.

Vishal Dakhole
Vice President Life Sciences Germany & Northern Europe bei IDA Ireland

Bildquelle: IDA Ireland

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