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Bearbeitungszentren für Dentaltechniker und Zahnärzte
Ausschließlich personalisierte Medizintechnik entsteht bei der Datron AG aus Mühltal bei Darmstadt. Das Unternehmen entwickelt speziell zugeschnittene Bearbeitungszentren für Dentaltechniker und Zahnärzte. Frank Fuchs, Produktmanager Dental CAD/CAM-Systeme: „Die Herausforderung ist die Entwicklung von Maschinen, die einerseits auf die unterschiedlichen Werkstoffe der Dentaltechnik abgestimmt sind und andererseits berücksichtigen, dass medizinisches Personal im Regelfall keinerlei Programmier- und Zerspanungskenntnisse mitbringt.“ Da Produktionsanlagen für den Dentalbereich beispielsweise Kunststoffe, Zirkonoxide oder Titan bearbeiten, brauchen sie individuelle Bearbeitungsprozesse mit unterschiedlichen Zerspanungswerkzeugen. Hinzu komme, dass sich das Einsatzgebiet der bisherigen Dentalmaschine erweitert hat. Fuchs: „Wir haben mittlerweile Kunden, die sich eine Dentalmaschine beispielsweise zum Herstellen von Knochenimplantaten kaufen. Hier treffen wir wieder auf ganz andere Materialien.“
Mehrschichtige Rohlinge aus Magnesium bearbeiten
Besonderes herausfordernd ist aktuell ein Kundenauftrag, der Knochenimplantate aus sehr speziellen Magnesiumrohlingen mit mehrschichtigem Aufbau betrifft. „Die Magnesiumscheibe besteht aus Schichten mit unterschiedlichen Festigkeiten“, berichtet Fuchs. „Die obere Schicht ist sehr weich, während nach unten immer härtere Schichten folgen. Hinzu kommt, dass Magnesium wie Titan beim Zerspanen brennen kann.“ Aufgrund der Komplexität der Bearbeitungsstrategien entstanden in den vergangenen Jahren bei Datron vor allem im Dentalbereich Fräszentren. Wenn Kunden nicht in Werkzeugmaschinen investieren wollen, können sie die gescannten Datensätze an Fräszentren senden, die als Dienstleister Implantate innerhalb von 48 bis 72 Stunden herstellen. Auch das ein Beispiel, was entstehen kann, wenn Akteure aus Ingenieurwissenschaften und Medizin zusammenarbeiten.
Medical Area auf der Metav 2016
Weitere Beispiele dazu, wie klassische Fertigungsverfahren in der Medizintechnik Losgröße Eins möglich wird, zeigt die Medical Area auf der Metav 2016 – Internationale Messe für Technologien in der Metallbearbeitung vom 23. bis 27. Februar in Düsseldorf. Auch die Messe macht damit deutlich, wie Medizintechnik und der Maschinenbau immer stärker zusammenwachsen.
Autor: Nikolaus Fecht, Fachjournalist aus Gelsenkirchen
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