France

Studie KI-Stethoskop ist doppelt so effizient bei der Erkennung von Herzklappenerkrankungen

Quelle: Pressemitteilung ESC 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Neue Studienergebnisse belegen, dass ein KI-gestütztes digitales Stethoskop bei routinemäßigen klinischen Untersuchungen die Erkennung moderater bis schwerer Herzklappenerkrankungen im Vergleich zu herkömmlichen Stethoskopen mehr als verdoppelt.

Neue Forschungen zeigen, dass ein KI-gestütztes digitales Stethoskop die Empfindlichkeit bei der Erkennung von mittelschweren bis schweren Herzklappenerkrankungen im Vergleich zu traditionellen Stethoskopen mehr als verdoppelt.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Neue Forschungen zeigen, dass ein KI-gestütztes digitales Stethoskop die Empfindlichkeit bei der Erkennung von mittelschweren bis schweren Herzklappenerkrankungen im Vergleich zu traditionellen Stethoskopen mehr als verdoppelt.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Herzklappenerkrankungen betreffen mehr als die Hälfte aller Erwachsenen über 65 Jahre, werden jedoch oft von Allgemeinmedizinern übersehen, wenn sie ein traditionelles Stethoskop verwenden. Diese Erkrankungen können die Herzfunktion beeinträchtigen, was die körperliche Leistungsfähigkeit einer Person einschränkt. Zudem sind sie mit Arrhythmien, Herzinsuffizienz, erhöhter Hospitalisierungsrate und potenziell tödlichem Verlauf verbunden. Häufig fehlen klare Symptome, sodass viele Betroffene erst in fortgeschrittenen Stadien der Krankheit eine Diagnose erhalten.

Eine im European Heart Journal – Digital Health veröffentlichte US-Studie mit dem Titel „Artificial-Intelligence-Enabled Digital Stethoscope Improves Point-of-Care Screening for Moderate to Severe Valvular Heart Disease“ zeigt, dass der Einsatz eines KI-gestützten digitalen Stethoskops Ärzten helfen könnte, Patienten zu identifizieren, die sonst möglicherweise undiagnostiziert bleiben würden.

Die Studie im Überblick

In einer einarmigen, einfach verblindeten, prospektiven Studie wurden 357 Patienten ab 50 Jahren mit Risikofaktoren für Herzerkrankungen sowohl mit herkömmlichen als auch KI-gestützten digitalen Stethoskopen untersucht. Die Teilnehmer stammten aus drei hausärztlichen Praxen in derselben Region, mit einem Durchschnittsalter von 70 Jahren, 61,9 Prozent waren Frauen.

Das KI-Stethoskop erfasste Herzschallmuster, die auf Herzklappenerkrankungen hinweisen, mit einer deutlich höheren Sensitivität von 92,3 Prozent gegenüber 46,2 Prozent beim traditionellen Stethoskop.

Dr. Rosalie McDonough, Senior-Autorin der Studie, betonte: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass ein KI-gestütztes Stethoskop in realen klinischen Umgebungen Patientenerkrankungen besser erkennt als ein traditionelles Stethoskop. Wir hoffen, dass diese Technologie den Patienten einen schnelleren Zugang zur Echokardiografie ermöglicht, um die Krankheit formell zu diagnostizieren und eine schnellere Behandlung zu beginnen. Auf Bevölkerungsebene könnte diese Innovation zu weniger Krankenhausaufnahmen und verminderten Gesundheitskosten führen.“

Präzisere Herzdiagnosen durch maschinelles Lernen

Das KI-gestützte digitale Stethoskop zeichnet hochauflösende Herzgeräusche auf und nutzt Machine-Learning-Algorithmen, um akustische Muster zu identifizieren, die auf Herzklappenerkrankungen hinweisen. Traditionelle Methoden verlassen sich auf das Gehör und die Erfahrung medizinischen Fachpersonals, was durch Hintergrundgeräusche oder Zeitdruck beeinflusst werden kann. Patienten, die in der Primärversorgung als risikobehaftet eingestuft werden, erhalten zur weiteren Diagnose eine Überweisung zur Echokardiografie.

Dr. McDonough erklärte: „Der Einsatz künstlicher Intelligenz bietet eine zusätzliche Analyseschicht, um Auffälligkeiten zu erkennen, die mit dem Gehör allein möglicherweise übersehen werden.“ Wichtig ist, dass die Technologie die Diagnose ergänzt, ohne das klinische Urteilsvermögen der Ärzte zu ersetzen.

Während der Studie fiel auf, dass Patienten, die mit dem KI-Stethoskop untersucht wurden, stärker in den Termin eingebunden waren. Dies erhöhte vermutlich ihr Vertrauen und ihre Bereitschaft zur Behandlung, da sie die Reaktion des Arztes nachvollziehen konnten.

Frühere Erkennung trotz erhöhter Fehlalarme

Das KI-Stethoskop führte zu einer leichten Verringerung der Spezifität, was mehr falsch-positive Ergebnisse zur Folge haben könnte. Die Autoren betonen jedoch, dass der Nutzen der frühen Erkennung dieses Risiko überwiegen könnte. Weitere Forschungen sind notwendig, um die Technologie in unterschiedlichsten klinischen Umgebungen zu testen.

„Diese Forschung trägt zu einer wachsenden Evidenzbasis bei, dass künstliche Intelligenz traditionelle klinische Instrumente auf praktische und verantwortungsvolle Weise verbessern kann – ohne medizinisches Personal zu ersetzen, sondern indem sie ihnen Werkzeuge an die Hand gibt, um ihre Einschätzung von Patienten mit mehr Sicherheit zu treffen“, schloss Dr. McDonough.

(ID:50770857)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung