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Materialforschung Neues Verfahren für anti-thrombotische Katheter

Quelle: Pressemitteilung TITK - Thüringisches Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung e.V. 1 min Lesedauer

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In diesem Jahr ist am TITK ein Forschungsprojekt zur Oberflächenstrukturierung von Kathetern gestartet. Ziel des Projekts ist eine Lösung, um das Risiko von Thrombosen und Infektionen spürbar einzudämmen. Dazu soll ein neues Verfahren entwickelt werden, mit dem sich präzise definierte Mikrostrukturen auf die Innenfläche des Katheters übertragen lassen.

Mit dem so genannten Hemmhoftest wird die antimikrobielle Wirkung gegenüber Bakterien nachgewiesen.(Bild:  TITK / André Kranert)
Mit dem so genannten Hemmhoftest wird die antimikrobielle Wirkung gegenüber Bakterien nachgewiesen.
(Bild: TITK / André Kranert)

Katheter sind diagnostische und therapeutische Hilfsmittel, die beispielsweise zur Gabe von Medikamenten oder Nährstofflösungen verwendet werden. Besonders beim Einsatz von zentralvenösen Venenverweilkathetern und Kathetern mit längerer Liegedauer können Infektionen und in der Folge auch Thrombosen beim Patienten ausgelöst werden. Die Medizintechnik-Experten des TITK – Thüringisches Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung e.V. forschen an einer Lösung, die dieses Risiko merklich verringern soll. Dazu ist in diesem Jahr ein neues Forschungsprojekt zur Oberflächenstrukturierung von Kathetern gestartet. „An ersten Demonstratoren wollen wir den Nachweis erbringen, dass durch unsere Mikrostrukturierung der Katheter-Innenfläche weniger Thrombozyten aktiviert werden“, sagt Dr. Janine Bauer, stellvertretende Leiterin der Abteilung Kunststoff-Forschung.

Antibakterielle Wirkung durch Additive

Zur Verhinderung Katheter-assoziierter Infektionen hat das TITK bereits alternative Lösungen entwickelt, die auf einer antibakteriellen Funktionalisierung von Kunststoffen durch spezielle Additive basieren. Unterschieden wird hierbei zwischen wirkstoff-freisetzenden Systemen (Leaching-Systemen) und nicht-freisetzenden Systemen (Non-leaching-Systemen). Eine Wirkstoff-Freisetzung kann das TITK durch den Einsatz von Metallionen, insbesondere Silberionen, oder Antibiotika, antibakterielle Naturstoffe und Bakteriophagen realisieren. Non-leaching-Systeme werden indes durch kovalente Additivanbindung oder Nanostrukturierung von Kunststoffoberflächen generiert. „Auch der Einsatz eines katalytischen Additivs im Polymer ist bei dieser Variante möglich“, sagt Bauer. Je nach Matrixpolymer, Anwendungsbereich, Wirkspektrum und Wirkungsdauer kommen unterschiedliche Additive für eine antibakterielle Funktionalisierung in Frage.

Das TITK entwickelt solche Modifizierungen auch nach anderen kundenspezifischen Parametern wie Farbe oder Sterilisierbarkeit. Ergänzend dazu können die funktionalisierten Werkstoffe dann direkt vor Ort im Biologielabor des Tochterunternehmens OMPG auf ihre antibakterielle Wirksamkeit und in-vitro-Zytotoxizität geprüft werden.

Nähere Details zu diesem Forschungsprojekt erläutert das TITK auf der diesjährigen Fakuma vom 15. bis 19. Oktober 2024 in Friedrichshafen.

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