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Familienunternehmen holt sich Finanzinvestor an Bord: Wie dies gelingen kann

Ein Gastbeitrag von Felix Kampen und Martin Kanatschnig* 6 min Lesedauer

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Die Medizintechnik-Branche wird von mittelständischen Familienunternehmen geprägt, die aufgrund ihres Wertekanons und ihres Engagements für Innovation erfolgreich sind. Diesen Erfolg kann auch Fotofinder Systems verzeichnen: Marktführer, hohe Wachstumsraten, Exportquote von über 70 Prozent. Warum hat sich die Gründerfamilie jedoch dazu entschlossen, die Mehrheit der Anteile in die Hände eines Finanzinvestors zu legen?

Das Management-Team von Fotofinder: Julian Mayer, Rudolf Mayer, Kathrin Niemela, Andreas Mayer (v.l.n.r.)(Bild:  Fotofinder)
Das Management-Team von Fotofinder: Julian Mayer, Rudolf Mayer, Kathrin Niemela, Andreas Mayer (v.l.n.r.)
(Bild: Fotofinder)

Im Herbst 2021 findet im niederbayerischen Bad Birnbach die Jubiläumsfeier von Fotofinder statt. Rudolf und Sohn Andreas Mayer haben die Fotofinder Systems GmbH vor 30 Jahren gemeinsam gegründet. Aus dem Zweimannbetrieb ist ein führender Anbieter von Visualisierungstechnologie in Kombination mit AI(Artificial Intelligence)-Software für die Untersuchung von Muttermalen zur Hautkrebsvorsorge entstanden. Zur Zeit der Feierlichkeiten steht das Unternehmen jedoch vor einer besonderen Herausforderung. Rudolf Mayer plant, sich aus Altersgründen – nach der bereits vor Jahren erfolgten stark reduzierten operativen Mitwirkung im Unternehmen – auch als Gesellschafter zurückzuziehen.

Für Andreas Mayer ist dies eine Zeit intensiver Selbstreflexion, aber auch zahlreicher Gespräche im Kreise seiner Vertrauten. Eines wird klar: Als geschäftsführender Gesellschafter eines Familienunternehmens gilt es, Unternehmen, Familie und Eigentum neu zu organisieren – mit Blick auf das Wohl aller Beteiligten. Zugleich klopfen an die Tür von Fotofinder immer wieder Investoren, für die der Erfolg des Unternehmens nicht unbemerkt blieb. Nur sehr vereinzelt reagiert Andreas Mayer auf die Anfragen, lässt sich aus Neugier die Ansätze der Investoren erklären, in zwei Fällen auch eine indikative Bewertung des Unternehmens geben.