France

Elektronik in der Augenheilkunde Erste kabellose OLED-Kontaktlinse zur Netzhautuntersuchung

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Dank der kontaktlosen OLED-Kontaktlinse für die medizinische Diagnostik lassen sich portabel und nicht-invasiv Augen überwachen. Integriert ist eine ultradünne, flexible OLED, die patientenspezifische Daten in Echtzeit erfassen kann. Mit der Kontaktlinse soll eine personalisierte und kontinuierliche medizinische Betreuung möglich werden.

Südkoreanische Forscher haben eine ultradünne, flexible OLED entwickelt, mit der sich die Netzhaut permanent überwachen lässt. (Symbolbild)(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Südkoreanische Forscher haben eine ultradünne, flexible OLED entwickelt, mit der sich die Netzhaut permanent überwachen lässt. (Symbolbild)
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Kontaktlinsen sorgen nicht nur für schärferes Sehen, sondern bieten auch eine mobile und nicht-invasive Überwachung gesundheitlicher Parameter in der Augenheilkunde. Jetzt hat ein Team des Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) die weltweit erste kabellose OLED-Kontaktlinse für tragbare Diagnosen vorgestellt. Direkt in die Linse integriert sind ultradünne, flexible organische Leuchtdioden (OLEDs), eine Antenne zur drahtlosen Energieübertragung und einen Steuerchip.

Die technischen Besonderheiten

Kabellose OLED-Kontaktlinse vom Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST).(Bild:  KAIST)
Kabellose OLED-Kontaktlinse vom Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST).
(Bild: KAIST)

Die OLED-Schicht der Kontaktlinse ist bemerkenswert dünn, sechs bis acht Mal dünner als ein menschliches Haar, und bietet dennoch eine diffuse, gleichmäßige Beleuchtung. Diese Dünnschichttechnologie sorgt dafür, dass Wärmeentwicklung minimiert und Sicherheit maximiert ist. Die Kontaktlinse verfügt über ein drahtloses Energiesystem, das eine dezentrale Energieversorgung ohne Kabelverbindungen ermöglicht. In die Linse integrierte Elektronik steuert die OLEDs und verarbeitet die Signale für die Elektroretinographie (ERG).

Tests zeigten, dass die Oberflächentemperatur im sicheren Bereich unter 27 °C bleibt, um den Komfort und die Sicherheit des Trägers zu gewährleisten. Die verwendeten biokompatiblen Materialien vermeiden unerwünschte biologische Reaktionen und stellen sicher, dass die Linse in unterschiedlichen Umgebungsbedingungen stabil arbeitet.

Nutzen und Zielgruppen

Die Vorteile dieser Technologie kommen vor allem Patienten zugute, die auf regelmäßige Untersuchungen der Netzhaut angewiesen sind. So wird die Elektroretinographie (ERG) vereinfacht, indem sie das Tragen einer Linse erfordert. Dadurch werden große, spezielle Lichtquellen überflüssig. Dadurch wird die herkömmliche, komplexe ophthalmologische Diagnoseumgebung erheblich vereinfacht. Bei der ERG handelt es sich um eine ophthalmologische Diagnosemethode, mit der festgestellt wird, ob die Netzhaut normal funktioniert. Sie wird häufig zur Diagnose erblicher Netzhauterkrankungen oder zur Beurteilung von Netzhautfunktionsbeeinträchtigungen eingesetzt.

Dieser Durchbruch dürfte in verschiedenen Bereichen Anwendung finden, beispielsweise bei der Behandlung von Kurzsichtigkeit, der Analyse von Augensignalen, der Bereitstellung visueller Informationen mittels Augmented Reality (AR) sowie der lichtbasierten Neurostimulation. Patienten profitieren von einer komfortableren, mobilen und flexibleren Diagnosemethode. Auch Augenärzte und Fachkliniken können erheblich von dieser Technologie profitieren, da sie den Diagnoseprozess vereinfacht und außerhalb spezialisierter Labore angewendet werden kann, wodurch sich die Effizienz erhöht.

Nutzen für Entwickler

Für Entwickler bietet diese Technologie wertvolle Einblicke in die Kombination von Elektronik, Materialwissenschaft und biomedizinischen Anwendungen. Die flexible Integration von Lichtquellen in tragbare Geräte eröffnet neue Anwendungsfelder für Wearables und setzt Anreize für Innovationen in der persönlichen Gesundheitsüberwachung. Diese Entwicklung demonstriert zudem interdisziplinäre Forschungsansätze, die weitere technologische Fortschritte in verwandten Gebieten der Medizintechnik fördern können.

Laut Professor Yoo Seung-hyup markiert diese Entwicklung weltweit den ersten Versuch, lichtbasierte optische Diagnosen und Behandlungen durch intelligente Kontaktlinsentechnologie zu ermöglichen.

Dieser Artikel ist zuerst auf unserem Partnerportal www.elektronikpraxis.de erschienen.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:50523913)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung