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PFAS-Regulierung Pauschale Verbote gefährden Medizintechnik, Photonik und Labortechnik

Quelle: Pressemitteilung Spectaris 2 min Lesedauer

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Seit 26. März läuft die letzte PFAS-Konsultation der ECHA. Spectaris warnt vor pauschalen Beschränkungen, die Schlüsseltechnologien ohne gleichwertige Alternativen treffen, und bringt anwendungsbezogene Evidenz in das Verfahren ein.

(Maks Lab - stock.adobe.com)
(Maks Lab - stock.adobe.com)

Mit der am 26. März gestarteten letzten PFAS-Konsultation steht eine der weitreichendsten industriepolitischen Entscheidungen für Europas Hightech-Branchen an. Im aktuellen Verfahren fasst die European Chemicals Agency (ECHA) tausende Anwendungen unter einer breit gefassten Stoffgruppenregulierung zusammen. Aus Sicht von Spectaris bildet dieser Ansatz die notwendige Differenzierung nach konkreten Anwendungen, Expositionspfaden und tatsächlichen Risiken unzureichend ab. Zudem sind im ursprünglichen Dossier nicht alle Anwendungen der Einreicher vollständig erfasst; entsprechend fehlen sie in sektorspezifischen Fragebögen oder lassen sich nur im allgemeinen Fragebogen adressieren. Die Datengrundlage auf Anwendungsebene ist damit unvollständig und inhomogen. Für hochspezialisierte Einsatzfelder entsteht so ein Regulierungsansatz vorbei an der industriellen Praxis – mit mehr Risiken als Nutzen.

Undifferenzierung gefährdet bewährte Technologien ohne Alternativen

PFAS werden in zahlreichen Schlüsseltechnologien eingesetzt – etwa in zentralen Anwendungen der Medizintechnik, Photonik, Analysen- und Labortechnik sowie in der Augenoptik, wo spezifische Materialeigenschaften für Funktionalität und Zuverlässigkeit entscheidend sind. „Die aktuelle Diskussion wird der technologischen Realität vieler Anwendungen nicht gerecht. In unseren Branchen geht es nicht um breit streuende Anwendungen, sondern um hochkontrollierte industrielle Prozesse mit unkritischen Stoffen“, sagt Jörg Mayer, Geschäftsführer von Spectaris. „Ein pauschaler Regulierungsansatz riskiert, genau die Technologien zu treffen, die für Innovation, Gesundheitsversorgung und industrielle Resilienz entscheidend sind.“

Alternativmaterialien sind in vielen Fällen nicht verfügbar oder mit deutlichen Leistungseinbußen, verkürzter Lebensdauer oder Sicherheitsrisiken verbunden. Kurzfristige Substitutionen sind daher häufig weder technisch noch wirtschaftlich realistisch. Ein undifferenzierter, nicht risikobasierter Ansatz kann bewährte Technologien vom Markt drängen, ohne gleichwertige Alternativen bereitzustellen. Die Folgen eines Fluorpolymerverbots wären nicht nur unterbrochene Lieferketten, sondern auch Rückschritte bei Innovationen und eine Schwächung des Industriestandorts Europa – mit potenziellen Schäden von bis zu neun Milliarden Euro, selbst wenn bestimmte Verwendungen formal weiterhin erlaubt blieben. Darauf verweist auch der ITRE-Ausschuss des Europäischen Parlaments. Politisch gibt es Bewegung: In der am 26. März vorgestellten Chemieagenda stellten die Bundesminister Reiche und Schneider eine Sonderbehandlung von Fluorpolymeren in Aussicht.

Spectaris wird sich in die Konsultation einbringen und die Perspektiven seiner Branchen mit konkreten Anwendungsbeispielen und belastbaren Daten unterlegen.

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