Compamed 2017 Die Zukunft der Medizintechnik heute schon begreifen
Oft liefern Zulieferer die nötigen Ideen für weitreichende Entwicklungssprünge in der Medizin. Über aktuelle Trends berichtet einer, der es wissen muss: Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf und Veranstalter der Messen Compamed und Medica. Ein Statement.
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- Compamed 2017 – High tech solutions for medical technology, 13. bis 16. November 2017 in Düsseldorf
- Ausgangspunkt für Kooperationen zwischen Medtech-Herstellern und -Zulieferern
- Spürbare Fortschritte etwa auf dem Gebiet der Lab-on-a-chip-Technologie
- Wearables entwickeln sich zu weltweitem Milliardenmarkt
Die Medizintechnik zählt zweifelsohne weltweit zu den spannendsten Branchen überhaupt. Denn kaum etwas bewegt die Menschen so sehr wie ihre Gesundheit. Deshalb werden Fortschritte diagnostischer und therapeutischer Verfahren besonders aufmerksam verfolgt. Und die Zahl der Patentanmeldungen der Anbieter hält mit dieser Erwartungshaltung Schritt. Das Europäische Patentamt verzeichnet jedenfalls aus keiner Branche mehr Patentanmeldungen als aus der Medizintechnik.
Stetiges Marktwachstum setzt sich fort
Das stetige Marktwachstum der zurückliegenden Jahre wird sich auch künftig fortsetzen, da sind sich alle Experten einig. Einzig die genaue Höhe der Wachstumsraten kann auf Grund wirtschaftlicher und politischer Entwicklungen – Stichwort: handelspolitischer Protektionismus – nicht treffsicher abgeschätzt werden. Neben der Innovationskraft der Anbieter und eines weltweit insgesamt gesteigerten Interesses an guter medizinischer Versorgung sorgen bestimmte übergeordnete Technologietrends für zusätzliche Schubkraft. Anzuführen sind etwa die digitale Transformation, die keine Branche mehr außer Acht lässt, oder auch die Miniaturisierung von Bauteilen zur Schaffung immer handlicherer und leichterer Produktanwendungen.
Leistungsstarke Medtech-Zulieferer
Von diesen positiven Faktoren profitieren nicht nur die Anbieter von Medizintechnik, sondern auch ihre Zulieferer. Sie präsentieren sich wieder mit ihrer vollen Leistungs- und Knowhow-Stärke vom 13. bis 16. November 2017 bei ihrer internationalen Branchenplattform Nr. 1, der Compamed in Düsseldorf. Seit 25 Jahren findet sie stets in fester Parallelität zur weltgrößten Medizinmesse Medica statt und ist mit mittlerweile mehr als 750 Ausstellern zu dem Ort geworden, an dem die Zukunft der Medizintechnik ein gutes Stück bereits als Realität greifbar ist. Denn sei es die Produktentwicklung, die Fertigung und Vermarktung oder der Wunsch nach Komplettlösungen: Die Compamed bildet den Ausgangspunkt für enge Kooperationen zwischen Zulieferern und ihren Kunden. Oft sind es dabei die Ideen der Zulieferer, die die Grundlage bilden für mitunter weitreichende Entwicklungssprünge in der Welt der Medizin.
Mikrofluidische Systeme fürs Point-of-Care-Testing
Das lässt sich exemplarisch an diagnostischen Applikationen für das so genannte „Point-of-Care-Testing“ verdeutlichen. Dabei geht es um Analyseverfahren für eine patientennahe, schnelle sowie gleichermaßen günstige und unkomplizierte Labordiagnostik. Um diese Vorteile nutzen zu können, müssen
- Geräte zur Diagnostik und Therapie automatisiert und zuverlässig arbeiten,
- Proben in genau definierten Mengen zur Analyse geführt, aufbereitet und getestet werden,
- Medikamente auf das Krankheitsbild des individuellen Patienten abgestimmt und dosiert werden.
Diesbezüglich spielen mikrofluidische Systeme eine große Rolle. Die Entwicklung der kleinsten Bauteile und Komponenten hierfür gestaltet sich hochkomplex und liefert aber die notwendige Basis für spürbare Fortschritte etwa auf dem Gebiet der Lab-on-a-chip-Technologie.
Wenn also immer mehr Krankheiten, für die noch vor wenigen Jahren aufwändige Laboruntersuchungen durchgeführt werden mussten, mittlerweile mittels eines Mini-Labors im Scheckkartenformat nachgewiesen werden können, dann sind es auch die Aussteller der Compamed, die dies mit ihren Kompetenzen möglich machen.
Wearables monitoren wichtige Vitalparameter
Anzuführen sind ferner Innovationen für den Einsatz in den so genannten Wearables. Sie entwickeln sich zu einem weltweiten Milliardenmarkt. Dabei sind die bekanntesten Wearables zwar leichte Sportuhren oder Fitness-Armbänder, aber auch Microcomputer für den medizinischen Einsatz entwickeln sich rasant werden etwa zum Monitoring wichtiger Vitalparameter oder zur Funktionsüberwachung von Implantaten eingesetzt. Ob geeignete Funkmodule für die Datenübertragung, feinste Sensoren und Antriebselemente oder eine leistungsfähige Energieversorgung zur Anwendung auf engstem Bauraum – auf der Compamed werden dazu neueste Lösungen präsentiert. Wichtige Aspekte dazu gibt es auch in den beiden integrierten Fachforen zu hören.
Innovative Werkstoffe und Beschichtungen
Werkstoffe und Materialien sind ein ebenso bedeutsames Compamed-Thema. Bei entsprechenden Spezialanbietern erfahren die Fachbesucher beispielsweise, dass Schaum nicht gleich Schaum ist. Neuartige Varianten auf Basis von Polyurethan markieren geradezu einen Meilenstein in der Wunderversorgung. Denn sie weisen durch ihre Eigenschaften ein hohes Auf- und Rückhaltevermögen von Flüssigkeiten auf und sind demnach hervorragend geeignet für den Einsatz in modernen Wundauflagen. Und auch das wird die Patienten freuen: Beim Verbandwechsel lässt sich der Schaum sehr gut und schmerzfrei wieder von Wunden lösen.
Geht es indes um Beschichtungen, wissen Experten vom Fach sowieso, dass schon wenige Mikrometer Funktionsmerkmale von Medizinprodukten entscheidend verändern und verbessern können. Das gilt vor allem für Systeme wie Katheter oder Stents. Hier kommt es einerseits auf Bioverträglichkeit an, aber auch auf wenig belastendes Reibungsverhalten.
Die Compamed und Medica 2017 finden vom 13. bis 16. November in Düsseldorf statt.
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* Joachim Schäfer ist Geschäftsführer der Messe Düsseldorf und Veranstalter der Messen Compamed und Medica.
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