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Hautkrebsforschung Die konfokale Mikroskopie entlastet den Einsatz in der Mohs-Chirurgie

Von Serina Sonsalla 3 min Lesedauer

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Die Mohs-Chirurgie gilt als die effektivste Technik zur Behandlung vieler Basalzellkarzinome, eine der häufigsten Arten von Hautkrebs. Bisher ist das Verfahren aber sehr aufwändig und kostspielig für die Kliniken. Ein digitaler Schnellschnitt in der konfokalen Mikroskopie zeigt nun Bilder, wie sie sonst nur in einem bestimmten Färbeverfahren möglich sind.

Die konfokale Mikroskopie bietet eine medizinische Lösung in der Bildgebung, die in Echtzeit, vor Ort aber auch in der Telemedizin verwendet werden kann. (© Fullstop Public Relations – MMS_Studie_Gutermuth)
Die konfokale Mikroskopie bietet eine medizinische Lösung in der Bildgebung, die in Echtzeit, vor Ort aber auch in der Telemedizin verwendet werden kann.
(© Fullstop Public Relations – MMS_Studie_Gutermuth)

Es mag sie vielleicht noch nicht geben, die Pille gegen Krebs. Doch immer mehr Technologien werden entwickelt, die in der Krebsforschung hilfreich sind. Eine Studie von Prof. Dr. Jan Gutermuth, dem Leiter der Dermatologie am Universitätsklinikum Brüssel und designierten Präsidenten der Königlichen Belgischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie, zeigt, wie mit modernsten Messfunktionen in der Mikroskopie die Kosten für Kliniken gesenkt, Eingriffe verkürzt und die Patientenversorgung in der Mohs-Chirurgie verbessert werden können.

Mohs-Chirurgie verspricht hohe Erfolgsquote

Eine der häufigsten Hautkrebsarten ist die Basalzellkarzinome (BCCs). Die Mohs-Chirurgie ist dabei ein Verfahren, dass zur Entfernung solcher bösartigen Hauttumore eingesetzt wird. Die Erfolgsquote dieser Behandlungsmethode hängt zwar von der Art des Tumors und der Qualität des behandelnden Chirurgen ab, doch liegt sie bei Basaliomen immer noch zwischen 95 und 100 Prozent. Daher gilt die Mohs-Chirurgie auch als eine der effektivsten Behandlungsmethoden.

Bei dieser Technik wird der Tumor unter Einsatz eines Dermatoskops mit einem Skalpell herausgeschnitten. Das Gewebe wird zur Analyse an die Histopathologie geschickt, eingefroren, mit einem bestimmten Verfahren gefärbt und dann untersucht. Deuten die Schnittränder auf Tumorzellen hin, wird an der entsprechenden Stelle nachreseziert und auch die zweite Gewebeprobe wird noch einmal untersucht. Dies wird so lange wiederholt bis alle Stellen tumorfrei sind.

Konfokale Mikroskopie liefert Ergebnisse innerhalb von Minuten

Da die Analyse bisher sehr zeitaufwändig ist, Personal und Geld kostet, wurde in der Gutermuthsstudie die Methode in der konfokalen Mikroskopie mit dem Vivascope 2500 getestet: Der digitale Schnellschnitt (Ex Vivo) kann das entnommene Gewebe direkt scannen, sodass die Schnittränder sogleich geprüft werden können und ein weiterer Eingriff innerhalb von Minuten möglich ist.

Wie das genau funktioniert? Die Technologie erzeugt ähnliche Bilder wie in dem Färbeverfahren nach einem histologischen Einschnitt. Die Bildinformationen und Farben werden von zwei Lasern und einem Algorithmus in der Software erzeugt. Und auch, wenn Pathologen diese Bilder aufgrund des ursprünglichen Färbeverfahrens bereits lesen können, so gibt es ein Schulungsprogramm, das auch die Nutzung der Geräte einfacher macht.

„Neben der Verbesserung der Beurteilung sehen wir auch Auswirkungen auf den Arbeitsablauf. Der Einsatz des Vivascope 2500 konnte die durchschnittliche Eingriffszeit pro Verfahren von 135 auf 75 Minuten reduzieren, was einer eindrucksvollen Senkung um 44 Prozent entspricht“, erklärte der Leiter der Studie. Mit der Häufigkeit der Nutzung der Technologie, wird also auch die Prozessgeschwindigkeit beschleunigt. Jährlich kann das die Anzahl an Mohs-Eingriffen steigern – über die Jahre um 155 Prozent.

Vorteile für Patienten und Ärzte

Die Zuverlässigkeit weist einen Prozentsatz von 96,6 Prozent in der Sensitivität und 99 Prozent in der Spezifität auf, d. h., die Qualität in der Tumorerkennung mit dem Digitalmikroskop ist ebenso hoch. Die Abweichung zwischen den histopathologischen Ergebnissen und die des digitalen Schnellschnitts sank dabei von 12 auf 2 Prozent.

Die Vorteile stechen dabei sowohl im Operationssaal als auch in der Patientenversorgung hervor: Patienten profitieren von kürzeren Wartezeiten, schnellen Terminvergaben und Behandlungen. Laut der Studie konnten die Personal- und Sachkosten reduziert werden, indem z. B. über die Hälfte des Materials eingespart werden konnte. Die Digitalisierung macht außerdem eine Fernauswertung durch Telemedizin möglich. „Durch die Optimierung von Arbeitsabläufen und die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs leistet diese Technologie damit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und Verbesserung der Patientenversorgung“, sagte Dr. Banchi abschließend.

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Dieser Artikel ist zuerst erschienen auf unserem Schwesterportal www.healthcare-digital.de.

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