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Cybersicherheit
Cybersecurity: Systemisches Risiko und strategische Aufgabe

Ein Gastbeitrag von Roland Schulz* 5 min Lesedauer

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An jedem Tag entstehen durchschnittlich 280.000 neue Schadprogramm-Varianten – eine Zahl, die das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nennt. Cyberangriffe sind heute das Werk professioneller Organisationen, die arbeitsteilig, vernetzt und hoch spezialisiert agieren. Und sie haben im Gesundheitssystem ein besonders lohnendes Ziel gefunden.

Im Visier der Hacker: Vernetzte Medizintechnik rettet Leben und bietet Angriffsflächen. (Bild: ©  Syda Productions - stock.adobe.com)
Im Visier der Hacker: Vernetzte Medizintechnik rettet Leben und bietet Angriffsflächen.
(Bild: © Syda Productions - stock.adobe.com)

Cyberangriffe auf Kliniken, Labore und vernetzte Medizingeräte haben drastisch zugenommen, denn hier werden sensible, wirtschaftlich wertvolle Daten verarbeitet. „Man sagt, dass im Darknet fünf US-Dollar gezahlt werden für Standarddatensätze wie Kreditkartendaten, aber 50 Dollar für einen Patientendatensatz. Der Preis ist also um den Faktor zehn höher – und das ermutigt natürlich Angreifer, sich darauf zu spezialisieren“, sagt Christian Rosenzweig vom Konstanzer Johner Institut.

Gleichzeitig treffen die Angreifer im Gesundheitswesen auf Bedingungen, die ihnen das Eindringen leicht machen: ungenügende Passwörter, Nachlässigkeit bei Software-Updates oder fehlende Sicherheitsroutinen im Alltag. Viele medizinische Geräte bleiben zudem jahrzehntelang im Einsatz.