Gesundheitsdaten sind von maßgeblicher Bedeutung, wenn es darum geht, die Gesundheitsversorgung nachhaltig zu verbessern und innovative Zukunftsfelder, Produkte und Lösungen zu gestalten sowie Bestandsprodukte zu zertifizieren. Ein Cluster-Projekt will herausfinden, welcher Umgang mit Gesundheitsdaten notwendig ist. Unternehmen können jetzt mithelfen und an einer Umfrage teilnehmen.
Aufgrund der in Deutschland hohen Standards bei Datenschutz und Datensicherheit ist die Erhebung als auch der Zugang zu strukturierten Gesundheitsdaten erschwert und oft mit großem Zeitaufwand verbunden. (Symbolbild)
„Big Data“ – ein großes Thema, das in aller Munde ist. Ebenso, dass Daten das neue Gold seien. Dabei ist es alles andere als abstrakt: Gesundheitsdaten sind von maßgeblicher Bedeutung, wenn es darum geht, die Gesundheitsversorgung nachhaltig zu verbessern und innovative Zukunftsfelder, Produkte und Lösungen zu gestalten sowie Bestandsprodukte zu zertifizieren. Aus diesem Grund haben sich die Cluster Medizintechnik, Biotechnologie und die ZD.B Themenplattform Digitale Gesundheit und Medizin zusammengeschlossen, um vor dem Hintergrund der aktuellen Datenlage einen Implementierungsbericht zu gestalten, welcher strukturiert den Bedarf von Daten für die Entwicklung und Validierung von Innovationen in der Gesundheitsbranche erhebt. Das Vorhaben wird im Rahmen eines Cross-Cluster-Projekts durch das Bayerische Ministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie unterstützt. Durch das Projekt soll strukturiert erhoben werden, welcher Umgang mit Gesundheitsdaten notwendig ist. Profitieren soll das Innovationsökosystem Gesundheit in Bayern und mit ihm die Unternehmen und die Forschung zum Wohle der Bürger. Unternehmen sind dazu aufgerufen, an einer Umfrage teilzunehmen, um zu erfassen welche Daten für ein zukunftsfähiges Ecosystem am Standort erforderlich sind.
„Strukturierte Gesundheitsdaten, deren Qualität und Verfügbarkeit sind eine wichtige Grundlage für die klinische Forschung und den Versorgungsfortschritt“, so Dr. Jens Wiehler, Projektpartner Bio-M und Digi-Med Bayern. „Der Zugang darf aber nicht nur bei den klinischen und den forschenden Partnern sein. Eine ethisch überlegte und regulatorisch konforme und transparente Verwendung dieser Daten muss auch der industriellen Gesundheitswirtschaft zugänglich sein, um den Fortschritt nachhaltiger und qualitativ hochwertiger Lösungen im Gesundheitswesen am Standort Bayern weiterzuentwickeln“, ergänzt Dr. Jörg Traub, Geschäftsführer Forum Medtech Pharma e.V. und Leiter Gesundheit der Bayern Innovativ.
Gesundheitsdaten als Voraussetzung für eine innovative Gesundheitswirtschaft
Gesundheitsdaten sind von essenzieller Bedeutung, wenn es darum geht, eine optimale Produktentwicklung, Weiterentwicklung und Produktsicherheit für die industrielle Gesundheitswirtschaft zu erreichen. Sowohl für die Marktbeobachtung der Wirksamkeit und Performance der Produkte aus der Pharma, Biotechnologie, Diagnostik, Medizintechnik und Digital Health als auch, um Zukunftsfelder wie künstliche Intelligenz proaktiv voranzutreiben, wird eine transparente und sichere Nutzung von Gesundheitsdaten benötigt. Ein passgenauer und nachhaltiger Zugang zu Gesundheitsdaten für Unternehmen wird zunehmend nicht nur zu einem kritischen Standortfaktor für die industrielle Gesundheitswirtschaft, sondern auch zu einem Qualitätsfaktor für das deutsche Gesundheitssystem und dessen Weiterentwicklung. Dabei muss betont werden, dass Daten per se kein Selbstzweck sind. Ihr Wert liegt in dem sich aus ihnen ergebenden Erkenntnisgewinn, der durch systematische Auswertung und Aufbereitung direkt und indirekt zu neuem Wissen und besserer Qualität in den Produkten, Services und der Patientenversorgung führt. Hieraus können dann wieder neue, verbesserte und innovative Therapien, Produkte oder Dienstleistungen entstehen.
Zugang zu Daten mit hohen Hürden verbunden
Aufgrund der in Deutschland hohen Standards bei Datenschutz und Datensicherheit sowie bedingt durch teilweise noch immer suboptimale, digitale Infrastrukturen, ist sowohl die Erhebung als auch der Zugang zu strukturierten Gesundheitsdaten erschwert und oft mit großem Zeitaufwand verbunden. In der Konsequenz nutzen Unternehmen beispielsweise für klinische Studien oftmals entsprechende Strukturen oder Anbieter in anderen Ländern in Europa, Asien und Amerika, die unter Einhaltung des gültigen Rechtsrahmens einen Zugang ermöglichen.
Die Cluster Medizintechnik, Biotechnologie und die ZD.B Themenplattform Digitale Gesundheit und Medizin sehen dies insgesamt als einen aktuellen Standortnachteil für Bayern und Deutschland. Aus diesem Grund wurde nun im Verbund das Projekt „Standortfaktor Gesundheitsdaten“ gestartet. Ziel ist die Analyse des aktuellen und zukünftigen Bedarfs an Gesundheitsdaten und die daraus resultierende Erstellung eines Implementierungsberichts und Empfehlungen für die Umsetzung eines verbesserten Datenzugangs. Neben der strukturierten Befragung von Firmen aus den Bereichen Medizintechnik, Digital Health und Biotechnologie werden auch Modelle in anderen Ländern, insbesondere Finnland und Israel im Detail angeschaut.
Cluster entwickeln gemeinsam Handlungsempfehlungen
Dieser Implementierungsbericht thematisiert nicht nur besagten Bedarf an Daten und dessen wirtschaftliche Bedeutung, sondern bietet darüber hinaus Handlungsempfehlungen für Vorhaben der digitalen Gesundheit, Förderungen und Weiterentwicklungen, bspw. wie der konkrete Zugang zu bestimmten Daten im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben realisiert werden kann. Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Medizintechnologie, Biotechnologie und Digital Health werden herausgearbeitet und zudem weitere mögliche Bereiche in der Gesundheitsbranche mit Datenbedarf identifiziert. Sowohl den Unternehmen als auch den Clustern selbst, aber auch der Politik und Wissenschaft sollen die systematisch erhobenen Informationen wertvolle Selbsteinschätzung und Orientierung für zukunftsfähige Entscheidungen bieten. Mittelfristig sollen die Ergebnisse dieser Arbeit wegweisend sein und über Bayern hinaus auf nationaler wie auch internationaler Ebene Orientierungs- und Ansatzpunkte für strategische Entscheidungen – auch in anderen Technologie- und Branchenfeldern – bieten. Des weiteren wird eine Grundlage geschaffen für ein Datenintegrationsmodell basierend auf aktuellen Aktivitäten auf Länder-, Bundes- und EU-Ebene.
Stand: 08.12.2025
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Unternehmen können sich schon jetzt an Umfrage beteiligen
Der Zugang zu Gesundheitsdaten für Medizintechnologie und Biotechnologie ist ein erhebliches Innovationsthema mit sehr hoher Relevanz für Unternehmen und den jeweils zugehörigen Standort. Das Thema verdient dementsprechend prioritäre Aufmerksamkeit von Unternehmen, Clustern und Politik. Erst mit Gesundheitsdaten können bestimmte Initiativen im Bereich Gesundheit greifen, denn diese Algorithmen und Software sind auf große Mengen hochdimensionaler, strukturierter und relevanter Daten angewiesen. Beispielhafte Projekte hierfür sind Digi-Med Bayern, Digi-Onko, Digi-DEM, d.hip, TEAM-X oder auch das dmac in Bamberg. Sie setzen sich bereits dafür ein, mit Gesundheitsdaten den Alltag von Patienten zu erleichtern, für die Forschung wertvolle Erkenntnisse zu erzielen oder neue Gesundheitsprodukte auf Basis von Daten zu generieren, die die Gesundheitsversorgung nachhaltig verbessern.
Unternehmen können bereits jetzt einen wichtigen Beitrag leisten, um diese Initiativen auf den Weg zu bringen: Die Teilnahme an der Umfrage ist ein wesentlicher Beitrag, den Zugang zu Gesundheitsdaten gemeinsam, transparent und strukturiert zu gestalten.