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E-Health 2024 Prognosen für die Zukunft der Digitalen Gesundheitsversorgung

Von Natalie Ziebolz 3 min Lesedauer

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Von Blended Care bis künstliche Intelligenz – Welche Trends in der digitalen Gesundheitswirtschaft erwarten die Akteure im kommenden Jahr? Welche (digitalen) Themen werden uns am meisten beschäftigen? Sechs Branchenvertreter geben eine Schätzung ab.

Einige Trends wie der Einsatz künstlicher Intelligenz werden auch im kommenden Jahr eine Rolle im Gesundheitswesen spielen.(Bild:  barks – stock.adobe.com)
Einige Trends wie der Einsatz künstlicher Intelligenz werden auch im kommenden Jahr eine Rolle im Gesundheitswesen spielen.
(Bild: barks – stock.adobe.com)

Das Jahr 2024 verspricht bedeutende Veränderungen im Bereich der digitalen Gesundheitsversorgung. Folgend beleuchten sechs Branchenvertreter ihre Schlüsseltrends und Prognosen für das kommende Jahr. Von der Blended Care als Antwort auf die Grenzen von „Digital Only“ bis hin zur Forderung nach mehr Innovation und weniger Regulierung für eine effektivere Digitalisierung – die Experten bieten Einblicke in die dynamische Entwicklung und die vielversprechenden Möglichkeiten, die die Zukunft der Medizin und Pflege mit sich bringt:

Andrea Buzzi ist Gründerin der Kommunikationsberatung The Medical Network.(Bild:  Frau Wenk/TMN)
Andrea Buzzi ist Gründerin der Kommunikationsberatung The Medical Network.
(Bild: Frau Wenk/TMN)

Andrea Buzzi: „‚Digital Only’ als Strategie stößt in der Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung an seine Grenzen. Dies erkennen immer mehr Akteure in der digitalen Gesundheitswirtschaft und wenden sich dem Konzept der Blended Care, also der Kombination von Face-to-Face-Therapien mit digitalen Elementen, zu. Dieser Ansatz verspricht auch für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) neue Impulse und könnte zu einem Revival der ‚App auf Rezept’ führen. Ferner freue ich mich, dass die Patient:innen immer stärker in den Mittelpunkt der Versorgung gestellt werden und hoffe auf weitere regulatorische Schritte, z. B. weg von den Fallpauschalen und Diagnose-bezogenen Erstattungen und hin zu Präventionsmaßnahmen und individuellen Therapien.“

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Markus C. Müller ist Co-Founder und CEO von Nui Care.(Bild:  Nui Care)
Markus C. Müller ist Co-Founder und CEO von Nui Care.
(Bild: Nui Care)

Markus C. Müller: „2024 sollten wir mehr Innovationen zulassen und weniger reglementieren, um die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzutreiben. Besonders in der Pflege, einem Bereich, in dem die Digitalisierung noch in den Kinderschuhen steckt, ist aufgrund des demografischen Wandels ein Paradigmenwechsel dringend notwendig. Damit digitale Pflegeanwendungen (DiPA) für Entlastung sorgen können, müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen unbedingt angepasst werden.“

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Dr. Philipp Schöllauf ist Co-Founder und CSO von nyra health.(Bild:  nyra health)
Dr. Philipp Schöllauf ist Co-Founder und CSO von nyra health.
(Bild: nyra health)

Dr. Philipp Schöllauf: „Im Jahr 2024 wird künstliche Intelligenz (KI) eine noch deutlich wichtigere Rolle in der medizinischen Versorgung spielen. Sie ermöglicht nicht nur eine maßgeschneiderte Therapie, sondern auch, Patient:innen in Echtzeit präzise Rückmeldungen zu geben. Diese Entwicklung führt zu einem Paradigmenwechsel in der Medizin: Die Möglichkeiten der Gesundheitsversorgung und der Technologie können Hand in Hand gehen, um effektivere, effizientere und personalisierte Behandlungsoptionen zu bieten.“

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Dennis Hermann ist Head of Europe bei Kaia Health.(Bild:  Kaia Health)
Dennis Hermann ist Head of Europe bei Kaia Health.
(Bild: Kaia Health)

Dennis Hermann: „Das Jahr 2024 wird von Themen geprägt sein, die das Leben der Patientinnen und Patienten vereinfachen. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA), die elektronische Patientenakte (ePA) und Telemedizin werden weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Ein kritischer Punkt bleibt die nach wie vor fehlende Interoperabilität. Zum Beispiel ist es entscheidend, dass Therapiedaten über die ePA den Leistungserbringern zugänglich gemacht werden, um eine effiziente, sichere und patientenorientierte Versorgung zu gewährleisten.“

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Benedikt Hielscher ist Deutschland-Geschäftsführer von Smoke Free.(Bild:  Smoke Free)
Benedikt Hielscher ist Deutschland-Geschäftsführer von Smoke Free.
(Bild: Smoke Free)

Benedikt Hielscher: „Die Akzeptanz und Nutzung digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) nehmen stetig zu, eine Entwicklung, die sich auch 2024 fortsetzen wird. Die klaren Signale des Bundesamtes für Soziale Sicherung an die Krankenkassen tragen zur Rechtssicherheit bei. Sie helfen dabei, bestehende Barrieren abzubauen und den Zugang zu digitalen Therapien für Patientinnen und Patienten zu erleichtern. Gleichzeitig werden im Laufe des Jahres weitere Länder Modelle einführen, die dem deutschen DiGA-System nachempfunden sind.“

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Dr. Ali Tinazli ist CEO von Lifespin.(Bild:  Dr. Ali Tinazli)
Dr. Ali Tinazli ist CEO von Lifespin.
(Bild: Dr. Ali Tinazli)

Dr. Ali Tinazli: „Die Integration von KI in die prädiktive Gesundheitsversorgung wird weiter an Bedeutung gewinnen. Big Data und Analysen sind ausschlaggebend für die Entscheidungsfindung im Gesundheitswesen, werden allerdings nach wie vor häufig durch Datenschutzbedenken und die digitale Kluft ausgebremst. Dabei ermöglichen diese Technologien eine personalisierte Gesundheitsversorgung und frühzeitige Interventionen, die allen, aber besonders den Risikopatientinnen und -patienten zugutekommen.“

Dieser Artikel ist zuerst erschienen auf unserem Schwesterportal www.healthcare-digital.de.

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