France

Studie KI verbessert die Brustkrebserkennung

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Brustkrebs bleibt die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Trotz des Mammographie-Screenings bleiben einige Fälle unentdeckt. Die kürzlich veröffentlichte „PRAIM-Studie“ zeigt, dass KI mehr Tumore erkennt, ohne die Zahl der Rückrufe zu erhöhen.

KI kann bei der Befundung von Brustkrebs helfen.(Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
KI kann bei der Befundung von Brustkrebs helfen.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Brustkrebs ist mit etwa 78.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Das Mammographie-Screening-Programm (MSP) hat das Ziel, Brustkrebs nicht nur rechtzeitig, sondern v. a. so früh wie möglich zu erkennen. Deshalb nehmen jährlich über drei Millionen Frauen zwischen 50 und 75 Jahren daran teil. Nichtsdestotrotz bleiben einige Fälle unentdeckt.

Die am 7. Januar 2025 veröffentlichte „PRAIM-Studie“ („PRospective multicenter observational study of an integrated AI system with live Monitoring“) im Fachjournal „Nature Medicine“ zeigt, dass künstliche Intelligenz (KI) die Brustkrebserkennung verbessern kann.

Methodik

Zwischen Juli 2021 und Februar 2023 nahmen über 460.000 Frauen an insgesamt zwölf Standorten in Deutschland am MSP teil. Durchgeführt wurde die Studie von der Universität zu Lübeck, dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) und der Firma Vara.

Meist findet eine traditionelle Untersuchung durch eine Doppelbefundung von Radiologen statt. Das heißt, zwei bis maximal drei Radiologen werten die Mammographie unabhängig voneinander aus. Wird ein Fall als verdächtig eingestuft, folgt eine Konsenskonferenz. Besteht dort weiterhin der Verdacht, wird die Frau zu weiteren diagnostischen Untersuchungen eingeladen, die u. a. Ultraschall, digitale Brust-Tomosynthese, Vergrößerungsansichten, kontrastverstärkte Mammographie oder Magnetresonanztomographie umfassen können.

Im Rahmen der Studie wurde jedoch die Hälfte der Mammographien mithilfe von KI ausgewertet.

Ergebnis

Die Erhebung zeigt, dass unter 1.000 Frauen 6,7 Brustkrebsfälle entdeckt wurden. Dagegen waren es lediglich 5,7 Fälle ohne KI. Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz konnte demnach ein zusätzlicher Brustkrebsfall unter 1.000 Frauen erkannt werden. Gleichzeitig blieb die Rate an Frauen, die aufgrund auffälliger Befunde zu weiteren Untersuchungen eingeladen wurden, nahezu unverändert.

„Eigentlich wollten wir mit der Studie zeigen, dass die KI-Befundung der menschlichen Befundung gleichwertig ist“, sagte Prof. Dr. Alexander Katalinic, Studienleiter und Direktor des Instituts für Sozialmedizin und Epidemiologie an der Universität zu Lübeck und dem UKSH, Campus Lübeck. „Doch die Ergebnisse haben uns positiv überrascht: KI verbessert die Brustkrebsentdeckungsrate sogar signifikant.“

Die Studie zeige dadurch auch das Potenzial von KI, Screening-Programme weltweit zu verbessern, findet Stefan Bunk, CTO des KI-Unternehmens Vara. Er betonte: „Diese Evidenz wird die Diskussion über die Integration von KI in Gesundheitssysteme auf ein neues Niveau heben.“

Angesichts der enormen Belastung, bei der Radiologen jährlich 24 Millionen Einzelbilder auswerten müssen, bietet der Einsatz von KI ein erhebliches Potenzial zur Entlastung – zumal die Brustkrebserkennungsrate um 16,7 Prozent steigt, wenn alle von der KI als unauffällig betrachteten Fälle nicht mehr von Menschen begutachtet werden. Die Anzahl der Wiedereinbestellungen ließe sich außerdem um 15 Prozent reduzieren.

Katalinic äußerte seine Erwartungen für die Zukunft: „Wir hoffen, dass die höhere Trefferrate mit KI die Prognose für Frauen mit Brustkrebs weiter verbessern kann. Dies werden wir in der Folge untersuchen.“ Dafür erhalten die Uni Lübeck und das UKSH 234.000 Euro für eine neue Bildgebungsmethode in der Brusterkennung.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen auf unserem Schwesterportal www.healthcare-digital.de.

(ID:50314252)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung