Laut Staatsministerium haben sich inzwischen mehr als 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, Forschungsinstituten und Universitäten sowie Pharma- und Medizintechnikfirmen im Forum Gesundheitsstandort Baden-Württemberg zusammengeschlossen. Ziel des Forums ist, neue Lösungsansätze sowohl zum Nutzen von Patienten als auch zur Weiterentwicklung von Wissenschaft und Wirtschaft zu fördern. Für die Umsetzung der Projekte will das Land nun 50 Mio. Euro bereitstellen.
Das Land Baden-Württemberg will 42 innovative Projekte des Forums Gesundheitsstandort mit einer Summe von 50 Mio. Euro fördern
Arbeit in Gremien und Arbeitsgruppen anhand der drei Themenblöcke Wissenschaft, Wirtschaft und Versorgung
Projekte als wichtiger Schritt zur Verbesserung der medizinischen Versorgung
„Mit dem Forum vernetzen wir die Bereiche Gesundheitsforschung, -wirtschaft und -versorgung miteinander, schaffen Dialog und Austausch über Ressortgrenzen hinweg und fördern innovative Projekte, die aus der gemeinsamen Arbeit der vergangenen Monate entstanden sind“, erläutert Ministerpräsident Winfried Kretschmann.
„Dass sich der strategische Dialog lohnt, zeigen Zahl und Qualität der nach einem Aufruf eingereichten Projekte“, so Kretschmann weiter. Die beteiligten Ministerien konnten aus rund 150 eingereichten Skizzen insgesamt 42 innovative Initiativen auswählen, die nun aufgefordert werden, einen Förderantrag zu stellen, heißt es. Die Fördersumme von 50 Mio. Euro, die für die Jahre 2020 und 2021 bereitgestellt wird, soll nahezu gleichmäßig auf die drei Themenbereiche verteilt werden.
„Bei der Auswahl der Projekte war es uns wichtig, dass diese interdisziplinär angelegt sind, ihr Nutzen bei den Patientinnen und Patienten ankommt und sie neue Ansätze aus Forschung und Behandlung verfolgen“, so der Ministerpräsident. Somit spiegle die Auswahl der Initiativen eindrücklich die Leistungs- und Innovationsfähigkeit des Gesundheitsstandorts Baden-Württemberg wieder, heißt es dazu. Die Projekte reichen von personalisierter Krebsbehandlung über die Bekämpfung multiresistenter Keime in Krankenhäusern bis hin zu neuen Ansätzen im Pflegebereich.
Zum Hintergrund des Forums erklärt das Staatsministerium: „Die Teilnehmenden haben sich dabei einem der drei Themenblöcke Wissenschaft, Wirtschaft und Versorgung angeschlossen und arbeiten in entsprechenden Arbeitsgruppen und Gremien mit“. Für die Koordination der Themenblöcke ist jeweils das thematisch federführende Landesministerium verantwortlich: das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) für das Thema Wissenschaft, das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau (WM) für das Thema Wirtschaft und das Ministerium für Soziales und Integration (SM) für das Thema Versorgung. Die Gesamtkoordinierung des Forums Gesundheitsstandort Baden-Württemberg erfolgt durch das Staatsministerium.
Projektbeispiele
Folgende Projekte sind für die Förderung vorgesehen:
Aus dem Bereich des Wissenschaftsministeriums: Initiative Patientensicherheit Baden-Württemberg: Keine Chance für multiresistente Krankenhauskeime, Der kognitive medizinische Assistent (KoMed) – Klinische Entscheidungsunterstützung durch künstliche Intelligenz auf höchster Datenqualität
Aus dem Bereich des Wirtschaftsministeriums: Prädiktive Diagnostik von Krankheiten für die Personalisierte Medizin, KoAktiv: Neue Gesundheitsdienstleistungen in Kooperation zwischen Wirtschaft und Sozialwirtschaft – Komplexe Dienstleistungssysteme und Smart Services zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege oder Betreuung
Aus dem Bereich des Sozialministeriums: ZPM-Netzwerk Baden-Württemberg – Ausbildung einer regionalen Versorgungsstruktur der Personalisierten Medizin in Baden-Württemberg, Klinische Informationsstelle Seltene Erkrankungen – KLINSE
„Die Zukunft des Gesundheitsstandorts BW hängt ganz wesentlich an unserer Fähigkeit zur Innovation“, so Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. „Unsere Hochschulen, Wissenschaftseinrichtungen und Uniklinika leisten hier auf ganz verschiedenen Feldern einen entscheidenden Beitrag. Ich erwarte mir spannende Ergebnisse von den jetzt startenden Projekten“.
Vonseiten der Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut heißt es: „Neben unseren Leitbranchen Maschinenbau und Automobilindustrie entwickelt sich die Gesundheitswirtschaft immer mehr zu einem entscheidenden Wachstumstreiber und Jobmotor. Die Gesundheitswirtschaft hat das Potenzial, zu einer Leitökonomie des 21. Jahrhunderts zu werden“. Die Wirtschaftsministerin betont: „Um im weltweiten Wettbewerb langfristig mithalten zu können, muss es uns gelingen, Forschungsergebnisse noch schneller in Produkte und Dienstleistungen umzuwandeln. Darauf konzentriert sich mein Ministerium im Rahmen des Forums. Big Data, Künstliche Intelligenz und Personalisierte Medizin bieten hier große Chancen. Mit den geplanten 13 Projekten, die mein Haus mit Mitteln in Höhe von 17,8 Mio. Euro fördern will, werden wir diese Schlüsseltechnologien maßgeblich voranbringen“.
„Mit diesen Projekten gehen wir wichtige Schritte in der Behandlung schwerstkranker Menschen. Schon jetzt ist Baden-Württemberg im Bereich der Personalisierten Medizin bundesweit Vorreiter – diese Position bauen wir konsequent aus“, kommentierte Gesundheitsminister Manne Lucha. „Es zeigt sich, dass wir mit dem Forum Gesundheitsstandort bedeutende Synergien schaffen und neue Verbindungen knüpfen können. Unsere Partner im Gesundheitswesen, mit denen wir sehr erfolgreich Versorgung ‚made in Baden-Württemberg‘ gestalten, stehen erstmals in einem intensiven Dialog mit unserer Gesundheitswirtschaft. Das bringt neue Impulse und wird die medizinische Versorgung der Menschen im Land weiter verbessern“, so der Gesundheitsminister weiter.
Stand: 08.12.2025
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