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Wirtschaftsbeziehungen: Ivam stellt Fernen Osten in den Fokus der Zusammenarbeit

| Redakteur: Alexander Stark

Unternehmertreffen NRW-Japan zum Thema Medizintechnik in Krankenhäusern.
Unternehmertreffen NRW-Japan zum Thema Medizintechnik in Krankenhäusern. (Bild: Ivam)

Im Mittelpunkt der internationalen Aktivitäten des Ivam Fachverband für Mikrotechnik stand auch 2018 wieder der Ferne Osten. Neben Singapur und China gehörte vor allem Japan zu den Ländern, mit denen die Zusammenarbeit vertieft werden soll.

  • Konstantes Engagement notwendig, um stabile Beziehungen zwischen Firmen aufzubauen
  • Alternde Gesellschaft, Digitalisierung und Kostendruck sind gemeinsame Herausforderungen
  • Kooperation hilft regulatorische Hürden zu überwinden
  • Gemeinschaftliche Entwicklungsprojekte haben bereits begonnen

Das Kooperationsprojekt zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Firmen aus Nordrhein-Westfalen und der japanischen Präfektur Fukushima wurde vor 5 Jahren gestartet – durch einen Letter of Intent zwischen beiden Landesregierungen. Auf dieser Grundlage konnte Ivam insbesondere kleine und mittelständische Firmen von beiden Seiten zusammenbringen, um gemeinsam Produkte für die Gesundheitsmärkte in Japan und Deutschland anzubieten.

Für die meist familiengeführten Unternehmen in Japan sei Vertrauen in den Geschäftspartner extrem wichtig und bilde die Grundlage für jede Art von Geschäft, rät der Fachverband. Das mache es schwierig, schnell konkrete Umsätze zu realisieren. Aber ist das Vertrauen einmal aufgebaut, dann ergäbe sich eine langfristige und konstante Beziehung, die durch kleinere Schwierigkeiten oder Konkurrenten nur selten gestört würden. Inzwischen können Interessenten für den japanischen Markt über den Verband schnell den Kontakt zu den relevanten japanischen Unternehmen, aber auch zu den fördernden öffentlichen Organisationen erhalten.

Ähnliche Probleme und Lösungsansätze

Die Probleme in den Gesundheitssystemen beider Länder sind sich sehr ähnlich: Eine alternde Gesellschaft, der Einzug der Digitalisierung und eine Kostenexplosion im Gesundheitswesen stellen die Gesellschaft vor große Herausforderungen. In beiden Ländern sind neue Technologien notwendig, um diese Herausforderungen zu meistern, und diese werden häufig in KMU entwickelt und zur Marktreife gebracht.

Eine Hauptaufgabe für den Fachverband bestand deshalb darin, den Technologieanbietern die Anforderungen von Gesundheitseinrichtungen vorzustellen, damit in gemeinsamen Diskussionen Lösungen gefunden werden können. So gab es im April 2018 eine Veranstaltung zum Thema „Hightech in Krankenhäusern“ im Fraunhofer-In-Haus in Duisburg, auf der technologische Lösungen für den Einsatz in Kliniken vorgestellt wurden.

Gerade in Zeiten von Ärzte- und Pflegemangel sind technologische Angebote, z.B. für eine 24/7-Überwachung von gefährdeten Patienten, wichtig. Hierzu gab es ein Unternehmertreffen bei der Firma Inno Me, einem Entwickler von Wearables für die mobile Diagnostik.

Internationale Markterschließung durch Kooperationen

Japanische und deutsche Firmen sind bestrebt, ihre innovativen Produkte weltweit zu verkaufen. Im stark regulierten Medizintechnik-Markt ist dies allerdings für KMU äußerst schwierig. Ein praktikables Rezept ist eine Kooperation von Firmen aus beiden Ländern, die den jeweiligen Markt inklusive aller regulatorischen Hürden gut kennen.

Dazu begleitete Ivam im vergangenen Oktober eine deutsche Unternehmensdelegation auf die Messe Medical Creation nach Fukushima und betreute im November eine Gruppe japanischer Firmen auf der Compamed/Medica in Düsseldorf. Während beider Messen wurden Business-Meetings organisiert, Unternehmen und Institute besucht und Kontakte zu Behörden aufgebaut.

Erste Erfolge sichtbar

Etwa 20 japanische und 30 deutsche Unternehmen haben sich in den letzten Jahren regelmäßig gegenseitig besucht. Einige dieser Firmen besuchen bereits zum sechsten Mal die Messe im Partnerland. Hunderte von B2B-Meetings fanden statt, und es gab Führungen bei mittelständischen Firmen, Forschungsinstituten und Großunternehmen.

Dabei konnten die Unternehmer mit mehrjähriger Erfahrung inzwischen stabile Partnerschaften aufbauen: Kooperationsverträge sind abgeschlossen worden; gemeinschaftliche Entwicklungsprojekte haben begonnen; erste Umsätze in der Größenordnung von einigen 10 Mio. Yen bzw. einigen Hunderttausend Euro sind bereits getätigt.

Die Beziehungen seien so gut gewachsen, dass man inzwischen gemeinschaftlich in Drittländern aktiv werde, teilte der Verband mit. So gab es im August 2018 zum ersten Mal einen gemeinsamen Auftritt von Firmen aus Fukushima und NRW auf der Medizintechnikmesse Medical Manufacturing Asia in Singapur. In einem gemeinsamen Seminar für Besucher aus den Asean-Staaten wurden die neuesten Technologien und Produkte aus Japan und Deutschland präsentiert.

Als Beispiel dafür, wie die Akteure voneinander lernen und profitieren, nennt Ivam den Geschäftsführer von Airmed Plus aus Bochum, der inzwischen Produkte aus Fukushima in Deutschland vertreibt und von der Pünktlichkeit und Perfektion seiner japanischen Partner schwärmt – und das inzwischen sogar auf Japanisch.

Alle Aktivitäten und Veranstaltungen fanden im Rahmen eines Projektes statt, welches von NRW.International beauftragt, vom Wirtschaftsministerium finanziert, von der IHK zu Düsseldorf als Fachkoordinator betreut und von Ivam durchgeführt wurde.

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