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Igus „Wir transferieren Industrieprodukte in die Medizintechnik“

| Redakteur: Peter Reinhardt

Digitalisierung und 3D-Druck sind die heißesten Trendthemen der Medizintechnik. Das führt auch beim Zulieferer Igus zu neuen Lösungen, erklärt Ulf Hottung, Branchenmanager Medizintechnik, im gespräch mit Devicemed kurz vor der Compamed 2016.

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„Spritzgussformen für Serien bis 500 Stück stellen wir in kurzer Zeit mit dem SLS-Verfahren her“, Ulf Hottung, Branchenmanager Medizintechnik, Igus.
„Spritzgussformen für Serien bis 500 Stück stellen wir in kurzer Zeit mit dem SLS-Verfahren her“, Ulf Hottung, Branchenmanager Medizintechnik, Igus.
(Bild: Igus)

Herr Hottung, welche Relevanz haben Digitalisierung und 3D-Druck?

Hottung: Beide Themen haben eine hohe Relevanz für die Branche. Einerseits der 3D-Druck, da Konstrukteure mit dieser Technologie Sonderteile oder komplexe Geometrien auch für Prototypen- oder Kleinserien schnell und günstig herstellen können. Hier bieten wir inzwischen sechs verschiedene Filamente für das FDM- sowie ein Pulver für das SLS-Verfahren an – allesamt Hochleistungskunststoffe, die auf Reibung und Verschleiß optimiert sind. Dank des 3D-Drucks ist Igus zudem in der Lage, kundenindividuelle Spritzgussformen aus Hochleistungskunststoffen für Serien bis 500 Stück in kurzer Zeit mit dem SLS-Verfahren zu realisieren.

Digitalisierung ist in Bezug auf vorausschauende Wartung von großer Bedeutung. Zu wissen, wann Bauteile ausgetauscht werden müssen, um ungeplante Stillstände zu vermeiden, wird auch in der Medizintechnik immer wichtiger. Igus entwickelt daher sowohl Energieketten und Leitungen als auch schmierfreie Linearführungen, die selbstständig melden, wann ein Austausch bevorsteht.

Lassen sich etablierte Industrieprodukte anderer Branchen in die Medizintechnik transferieren?

Hottung: Der Transfer von Industrieprodukten in die Medizintechnik wird von uns schon lange betrieben. Schmierfreie Gleitlager, die zum Beispiel wartungsfrei in staubigen Postsortieranlagen eingesetzt werden, sind auch dort geeignet, wo Schmierstoffe im Zweifel die Analyse-Ergebnisse verfälschen, beispielsweise in optischen Systemen.

Welche Highlights stellen Sie auf der diesjährigen Compamed vor?

Hottung: Wir stellen unter anderem die erste Energiekette „Hygienic Design“ für die Medizintechnik vor. Anstatt wie bei Schutzschläuchen die innenliegenden Leitungen zu verdecken, liegt hier der Anspruch darauf, durch offene Bauform möglichst effizient reinigen zu können. Weiteres Highlight ist unser Fünf-Achs-Roboter im Baukasten. Mit Robolink lassen sich Automatisierungsideen kostengünstig umsetzen. Die fertig vormontierten Arme gibt es in zwei verschiedenen Baugrößen mit Traglasten bis 0,5 und bis 2,5 kg.

Compamed 2016: Halle 8b, Stand A20

Weitere Artikel über Werkstoffe und OEM-Komponenten finden Sie in unserem Themenkanal Konstruktion.

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