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Helix Medical

„Wir bündeln Know-how für Komponenten und Systeme“

| Redakteur: Peter Reinhardt

Helix Medical gehört seit 2006 zum Freudenberg-Konzern. Damit hat der Spezialist für Schläuche, Spritzgussteile und Katheter eine Firmengruppe im Rücken, die ihre Kompetenzen in der Medizintechnik mit Akquisitionen und Investitionen ausbaut. Darüber spricht Devicemed mit Helix-Präsident Dr. Max Kley.

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Aufgrund Grund gut gefüllter Auftragsbücher und steigender Umsätze – vor allem in den Bereichen In-vitro-Diagnostik, Dialysetechnik und Implantationen – wurde die Fertigungskapzität der Europazentrale von Helix Medical Europe in Kaiserslautern im Juli 2012 verdoppelt.
Aufgrund Grund gut gefüllter Auftragsbücher und steigender Umsätze – vor allem in den Bereichen In-vitro-Diagnostik, Dialysetechnik und Implantationen – wurde die Fertigungskapzität der Europazentrale von Helix Medical Europe in Kaiserslautern im Juli 2012 verdoppelt.
( Bild: Helix Medical )

Welche Bedeutung hat die Medizintechnik für den Freudenberg-Konzern?

Freudenberg verfolgt einen sehr strukturierten Ansatz für Strategien. Da war es nur logisch, dass auch die Medizintechnik in den Fokus gerückt ist. Der Einstieg liegt schon Jahrzehnte zurück und erfolgte aus anderen Geschäftsbereichen heraus, beispielsweise mit Produkten für die Wundversorgung und Dichtungen für die Dentalindustrie. 2004 wurde mit Jenline in Gloucester, Massachusetts, erstmals ein Unternehmen akquiriert, das ausschließlich Spitzgussteile für die Medizintechnik herstellt. Mit der Übernahme des ebenfalls amerikanischen Unternehmens Helix Medical im Jahr 2006 wurde die Plattform für den konsequenten Ausbau der Medizintechnik gelegt. Seit dem Jahr 2010 werden unter dieser Marke sämtliche Medical-Aktivitäten gebündelt. Helix Medical ist ein eigenständiger Teilkonzern, der mit 950 Mitarbeitern weltweit rund 110 Mio. Euro erwirtschaftet.

Für den Einstieg in neue Branchen gibt es zwei Möglichkeiten: buy and build.

Wir haben uns für beide entschieden und sind mit beiden sehr erfolgreich.

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Dann fangen wir mal mit dem organischen Wachstum an.

Im vergangenen Jahr haben wir die Fertigungskapazität im Präzisionsspritzguss am Standort unserer Europazentrale in Kaiserslautern verdoppelt, vor allem wegen steigender Umsätze bei In-vitro-Diagnostik, Dialysetechnik und implantierbaren Anwendungen. Wir fertigen dort Präzisionsformteile und Schläuche aus Silikon und Thermoplast in Reinräumen der Klasse 8.

Aber wir wachsen auch an allen anderen Standorten. So haben wir vergangenes Jahr zwei große Reinräume in Costa Rica eingeweiht. Schwerpunkte sind hier Spitzguss und Extrusion von Thermoplasten und Silikon sowie Baugruppenmontage. Mittelamerika ist ein bevorzugter Produktionsstandort unserer Kunden auf dem US-amerikanischen Markt. Darüber hinaus sprechen niedrige Lohnkosten, qualifizierte Mitarbeiter, politische Stabilität, staatliche Förderung und günstige Steuern für den Fertigungsstandort im Karibikstaat.

Wo haben Sie akquiriert?

Jüngste interkontinentale Aktivität ist die Übernahme der Med-Venture Technology Corp. gewesen. Das Unternehmen entwickelt und fertigt minimal-invasive medizinische Instrumente und Kathetersysteme. Das erlaubt uns, OEM die komplette Wertschöpfungskette anzubieten, wofür wir Know-how über Komponenten und Systeme bündeln – ein entscheidender Vorteil für die immer wichtiger werdende, enge Verzahnung von Hersteller und Zulieferer. Wir sind damit ein kompetenter Entwicklungspartner.

Was macht Sie da so sicher?

Wir vereinen Verständnis für Gesamtsysteme mit tiefem Know-how auf Komponentenseite. So können wir stets die passende Beratung und Dienstleistung anbieten.

Weitere Akquisitionen waren?

Kontinental sind wir zwei Mal in Irland aktiv gewesen. Vistamed Ltd. entwickelt und fertigt thermoplastische Schläuche und ganze Kathetersysteme für die minimal-invasive Chirurgie. Cambus Medical stellt Präzisionsfeinrohre aus Metall her. Zusätzlich gibt es hier große Beschichtungs-Expertise.

Mit Beschichtungen kennt man sich bei Freudenberg aus.

Richtig. Beschichtungen sind ein zen-trales Element bei Freudenberg. Ziel ist stets, die Funktionalität mit möglichst geringem Materialeinsatz zu erhöhen.

Können die neuen Bereiche auf zentrale Konzernabteilungen zugreifen?

Unsere Freudenberg-Forschungsdienste bündeln mehr als 80 Jahre Erfahrung mit der Analyse sowie der Prozess- und Verfahrensentwicklung für elastomere Werkstoffe. Sie stehen allen Unternehmensbereichen für Neuentwicklungen und und Problemlösungen zur Verfügung. Eine derart massive Bündelung von Know-how finden Sie sonst nirgendwo. Zudem gibt es interne Fördergelder für innovative Ideen.

Zum Abschluss: Was steht als nächstes auf Ihrer Agenda?

Wir sind bereit für neue Akquisitionen. Aber die müssen ganz genau zu Helix passen. Der eigentliche Fokus ist auf organisches Wachstum über die gesamte Breite gerichtet. So steht zum Beispiel die Entscheidung über die Erweiterung unserer Basis in China an, wo wir zurzeit einen Standort für Thermoplastspritzguss betreiben. Aber auch hier sind Zukäufe vorstellbar.

Das Interview wurde von Peter Reinhardt geführt.

Kontakt

Helix Medical Europe SE & Co. KG,

D-67661 Kaiserslautern,

www.helixmedical.de

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