Suchen

Hasco Hasenclever Wenn es eng wird

| Autor / Redakteur: / Kathrin Schäfer

Bei der Kunststoffverarbeitung in der Medizintechnik steigt der Preis- und Termindruck auf die Lieferanten. Eine ständige Verbesserung der Prozesse ist erforderlich. Hier kann sich der Einsatz eines Heißkanalsystems beim maschinellen Spritzgießen positiv auswirken.

Firmen zum Thema

Das nur knapp 1 dm2 kleine Kompaktheißkanalsystem eignet sich aufgrund des homogenen Temperaturprofils zur Verarbeitung von Polyolefinen, Styrolen sowie technischen Kunststoffen.
Das nur knapp 1 dm2 kleine Kompaktheißkanalsystem eignet sich aufgrund des homogenen Temperaturprofils zur Verarbeitung von Polyolefinen, Styrolen sowie technischen Kunststoffen.
(Bild: Hasco)

Heißkanalsysteme tragen dazu bei, dass weniger Rohstoffe verbraucht und die Fließwege des Kunststoffs verlängert werden können. Das Kompaktheißkanalsystem H4070 von Hasco ergänzt die Multi-Shot-Baureihe des Herstellers. Dabei werden 4 oder 8 modifizierte Düsen der 20-er Techni-Shot-Baureihe in Verbindung mit dem einseitig beheizten Verteiler in nur fünf Arbeitstagen zu einem einbaufertigen System mit festem Stichmaß von 22 mm komplett montiert geliefert. Es sind Düsenlängen bis 125 mm erhältlich. Variable Düsenspitzen aus CuCoBe oder TZM sowie einzeln geregelte Düsen und Verteiler sorgen für ein gleichmäßiges Temperaturprofil und ermöglichen die prozesssichere Verarbeitung auch technischer Kunststoffe mit einem engen Verarbeitungsfenster.

Die Techni-Shot-Düse Größe 20 ist für kleinere Schussgewichte ausgelegt und erlaubt aufgrund ihrer kompakten Außenabmessungen enge Düsenabstände, vereinfacht die Konstruktion bei ungünstig gelegenen Anspritzpositionen und ist die Basis für das Konzept des Kompaktheißkanalsystems. Die 4 oder 8 in den Verteilerblock eingeschraubten Techni-Shot-Düsen ermöglichen einen leckagefreien Betrieb.

Der Düsenaufbau hat sich bereits in vielen Applikationen bewährt. Hohe Druckbeständigkeit und ein homogenes Temperaturprofil erlauben die prozesssichere Verarbeitung von Polyolefinen, Styrolen sowie technischen Kunststoffen. Das homogene Temperaturprofil wird durch den Einsatz einer in eine Messinghülse eingepressten und logarithmisch gewickelten Heizung erreicht.

Schonende Schmelzeführung

Die Kombination aus Düsenkörper, Überwurf, Torpedo, Thermofühler und Düsenheizung gestaltet die Handhabung bei der Wartung denkbar einfach. So lässt sich zum Beispiel die Heizung vom Düsenkörper demontieren, ohne den Torpedo zu lösen. Thermofühler und Düsenheizung sind getrennte, unabhängig voneinander austauschbare Bauteile.

Die Düsenheizungen sind individuell regelbar und ermöglichen ein gleichmäßiges Temperaturprofil über den gesamten Fließweg. So ist das Kompaktsystem auch für technische Kunststoffe geeignet. Die Düsen sind in Längen von 50 bis 125 mm variierbar und größere Eintauchtiefen im Spritzgießwerkzeug flexibel realisierbar. Für Düsenlängen ab 100 mm bietet der Hersteller eine Düsenheizung zur Frontmontage an und ermöglicht so eine einfache Wartung. Die aus einer Molybdänlegierung gefertigten Düsenspitzen reduzieren den Verschleiß und verlängern die Lebensdauer des Anschnitts. Die Düsenspitzen sind ebenfalls von der Trenn- ebene aus montierbar und vereinfachen so die Wartungsarbeiten. Eine Demontage des Werkzeugs entfällt. Die Heizungs- und Thermofühlerabgänge können für jede Konstellation radial beliebig positioniert werden.

Der aus Toolox 33 gefertigte, natürlich balancierte Verteilerblock ist mit den Abmessungen B 86 x L 109 x H 26 mm äußerst klein gehalten. Eingeschrumpfte Umlenkelemente aus Stahl machen das System dauerhaft druckstabil und leckagefrei. Die im Fließkanal abgerundeten Umlenkelemente gewährleisten eine schonende Schmelzeführung mit geringer Scherung bei guten Farbwechseleigenschaften. Eine gleichmäßige Beheizung des Verteilers wird durch einen flexiblen Rohrheizkörper mit 3 x 3 mm quadratischem Querschnitt sichergestellt. Die einfache Austauschbarkeit erhöht die Wartungsfreundlichkeit des Systems.

Der einseitig eingebrachte Rohrheizkörper folgt hervorragend dem Schmelzeverlauf und erreicht einen guten Wärmeeintrag sowie ein homogenes Temperaturprofil im Block. Die Kompression führt beim Einbringen der Rohrheizkörper zu einem engen Wandkontakt und somit zu einem guten Wärmeübergang vom Heizkörper in den Block. Der quadratische Querschnitt des Heizkörpers garantiert, im Gegensatz zu runden Heizelementen, 75 Prozent Anlagefläche. Dadurch wird die Belastung reduziert und die Lebensdauer deutlich erhöht.

Das Kompaktsystem ist in zwei Varianten für Einzel- oder Mehrfachanwendungen erhältlich. Im Normalfall kann es mit einer Standard-Angießbuchse versehen und direkt als komplettes System in die Form eingebaut werden.

Die wesentlichen Vorteile zeigen sich aber erst in Kombination mit einem als Traverse dienenden Heißkanalblock. Mit einem Einschraubadapter für die Montage unter einem Verteilerblock versehen, vereinfacht sich der Aufbau hochfachiger Werkzeuge. Denn es lassen sich Formnester in Clustern gruppieren. Ein Verteilerbalken oder eine zweite Massekanalebene im Verteilerblock können durch den Einsatz dieses Moduls entfallen. In Vorserienwerkzeugen als Einzelsystem eingebaute Bauteile lassen sich in späteren Serienwerkzeugen auch in Kombination mit einem Heißkanal weiterverwenden. Die Möglichkeit einer fertigen „Heißen Seite“ mit nur 196 x 196 mm Außenmaß ist eine weitere Option des Kompaktheißkanalsystems. In Verbindung mit einem geringen Konstruktionsaufwand und einer kompletten, individuellen elektrischen Verdrahtung trägt das System zu kurzen Produktionszeiten der gesamten Spritzgießform bei.

(ID:43868718)