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Spectaris Vorschläge zum Strategieprozess „Innovationen in der Medizintechnik“

Redakteur: Peter Reinhardt

Der Branchenverband Spectaris begrüßt die Fortführung des Strategieprozesses „Innovationen in der Medizintechnik“ der Bundesregierung. Anlässlich der Strategiekonferenz am 22. Mai in Berlin macht Marcus Kuhlmann, Leiter des Fachverbandes Medizintechnik bei Spectaris, konkrete Vorschläge, um die identifizierten Probleme zu lösen.

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Schlägt vor, für die die Finanzierung klinischer Studien ein Prozent der Mittel des Gesundheitsfonds der gesetzlichen Krankenversicherung vorzuhalten, Marcus Kuhlmann, Leiter des Fachverbandes Medizintechnik bei Spectaris.
Schlägt vor, für die die Finanzierung klinischer Studien ein Prozent der Mittel des Gesundheitsfonds der gesetzlichen Krankenversicherung vorzuhalten, Marcus Kuhlmann, Leiter des Fachverbandes Medizintechnik bei Spectaris.
(Bild: Spectaris)

„Es ist zu begrüßen, dass mit der heutigen Strategiekonferenz der bereits vor zwei Jahren eingeleitete Dialog zur Identifizierung von Innovationshürden in der Medizintechnik wieder Fahrt aufnimmt. Jetzt muss es darum gehen, konkrete Maßnahmen einzuleiten, um die identifizierten Problemfelder auch einer Lösung zuzuführen“, so Kuhlmann.

Anschubfinanzierung aus Mitteln des Gesunheitsfonds

Für die bei Spectaris organisierten Unternehmen hätten sich im Wesentlichen zwei Herausforderungen entlang der Innovationskette herauskristallisiert: Zum einen kann die Finanzierung von Studien und der Nachweis des Nutzens von medizinischen Produkten von den meist mittelständischen Herstellern oftmals nicht geleistet werden, da die Hersteller in der Regel weder den zu leistenden Aufwand noch das Ergebnis des Verfahrens verlässlich einschätzen können. Spectaris schlägt daher vor, die Finanzierung der Studien als Anschubfinanzierung in den nächsten Jahren über den Gesundheitsfonds der Gesetzlichen Krankenversicherung zu bezahlen und dafür ein Prozent der Mittel des Gesundheitsfonds vorzuhalten.

Finanzielles Einsparpotenzial von Innovationen berücksichtigen

Zum anderen stellt die Beschränkung auf den reinen medizinischen Patientennutzen ein großes Problem dar, wenn ein neues Medizinprodukt im Rahmen einer neue Untersuchungs- oder Behandlungsmethode bewertet wird. „Unserer Auffassung nach müssen neben dem bisher schon berücksichtigten unmittelbaren medizinischen Patientennutzen auch andere Nutzendimensionen in Entscheidungen über die Erstattung von Medizinprodukten beziehungsweise Methoden einfließen, wie das finanzielle Einsparpotenzial, welches ein neues Verfahren bieten kann“, so Kuhlmann. Spectaris schlägt daher vor, gesetzlich zu verankern, dass Entscheidungsgremien diese indirekten Nutzenelemente bei ihren Entscheidungen berücksichtigen müssen, solange der direkte Patientennutzen mit anderen Verfahren gleichwertig ist.

Transparenz und Verbindlichkeit der Erstattung verbessern

Darüber hinaus könnten Innovationen in der Medizintechnik auch dadurch gefördert werden, indem Transparenz und Verbindlichkeit von Entscheidungen zur Erstattung verbessert werden. „Hierzu schlagen wir eine zentrale Beratungsstelle für die Industrie ebenso vor wie die Schaffung einer eigenen Antragsmöglichkeit für die Hersteller mit festen Fristen für die Laufzeit von Verfahren sowie die Aufwertung von Entscheidungen zu Verwaltungsakten, so dass diese gerichtlich angefochten werden können“, so Kuhlmann weiter.

Im Rahmen des Nationalen Strategieprozesses hatten sich das Forschungsministerium, das Gesundheitsministerium sowie das Wirtschaftsministerium in einer Expertengruppe mit der Industrie und Wissenschaft zusammen getan. Ende 2012 wurde der Ergebnisbericht vorgelegt.

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