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Kunststoffverarbeitung Vollelektrische Spritzgießmaschine erhöht Prozessintegration

| Autor / Redakteur: Kathrin Schäfer / Stéphane Itasse

Während der „Medtec Europe“ zeigt Engel Austria, wie sich bei der Herstellung von Einwegspritzen ein kompletter Arbeitsschritt und zudem Rohmaterial einsparen lassen. Im Mittelpunkt der Fertigungszelle am Messestand steht eine vollelektrische „Engel e-motion 200/100 T“ Spritzgießmaschine in Reinraumausführung mit 100 Tonnen Schließkraft, auf der Einwegspritzenzylinder inklusive Nadeln in einem Arbeitsgang hergestellt werden.

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Die Nadeln werden dafür vereinzelt und von einem servomotorisch angetriebenen Linearroboter in das 4-fach-Pilotwerkzeug von der Firma Zahoransky eingesetzt. Nach dem Umspritzen mit einem Cyclo-Olefin-Copolymer (COC) werden die Spritzenkörper von einem Engel „easix“ Mehrachs-Industrieroboter aus dem Werkzeug entnommen. Da die Entnahme parallel zum Einsetzen eines neuen Satzes Nadeln erfolgt, erreicht die Anlage besonders kurze Zykluszeiten. Das integrierte Verfahren ist ein Novum gegenüber dem herkömmlichen mehrstufigen Prozess, bei dem zunächst die Nadelhalter im Spritzguss gefertigt und die Kanülen später eingeklebt werden.

Geeignet zur Herstellung vorbefüllter Spritzen

In der Praxis lassen sich in die Fertigungszelle zusätzlich Folgestationen bis hin zum Verpacken der einsatzfertigen Spritzen integrieren. Da kein Klebstoff mehr benötigt wird und das COC eine Barrierefunktion übernimmt, eignet sich die Anwendung auch zur Herstellung vorbefüllter Spritzen, die bislang ausschließlich aus Glas gefertigt werden. „Vorbefüllte Spritzen verzeichnen einen wachsenden Marktanteil“, betont Christoph Lhota, Leiter der Business Unit Medical bei Engel Austria, „aus zwei Gründen: Zum ersten werden Fehler beim Dosieren des Wirkstoffs zuverlässig ausgeschlossen und zum zweiten reduziert sich der Verpackungsaufwand, da der Applikator zugleich die Verpackung darstellt.“

Engel realisiert dieses Messeexponat gemeinsam mit Systempartnern. So zeichnet Zahoransky außer für das Werkzeug auch für das System zum Vereinzeln und Zuführen der Nadeln verantwortlich. Der Engel „easix“ Roboter basiert auf einem „TX 90“ von Stäubli Tec-Systems. Als Kunststoffverarbeiter ist die Firma Transcoject am Projekt beteiligt.

Prozenssintegration gewinnt an Bedeutung

„Die Prozessintegration gewinnt in der Medizintechnik immer weiter an Bedeutung“, so Christoph Lhota. Ein weiterer Trend in der Medizintechnik geht hin zu großen elektrischen Maschinen, die zunehmend auch für Mehrkomponententechnologien eingesetzt werden. „Ein Treiber dieses Trends ist der sich verstärkende Einsatz hochfachiger, großer Werkzeuge für vergleichsweise kleine Artikel mit hohen Anforderungen an die Präzision“, so Lhota.

Halle 4, Stand 4415

Kontakt:

Engel Austria GmbH

A-4311 Schwertberg

www.engelglobal.com

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