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Coronavirus: Branchen-Ticker für die Medizintechnik

Medtech-Unternehmen erwarten Umsatzminus / parts2clean abgesagt

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Zweites Corona-Steuerhilfegesetz

[Fr 12.06.2020, 13:48] Der Bundesverband Medizintechnologie, BV-Med, sieht in seiner Stellungnahme zum „Zweiten Corona-Steuerhilfegesetz“ Änderungsbedarf bei der geplanten Absenkung der Umsatzsteuersätze. Da die kurzfristige und temporäre Absenkung einen enormen Umsetzungsaufwand bedeutet, spricht sich der BV-Med für ein entsprechendes Begleitschreiben des Bundesfinanzministeriums „zur unbürokratischen Umsetzung und Nichtbeanstandungsregelungen“ aus. „Wir müssen die kurzfristige Umsetzung der Umsatzsteuerabsenkung praktikabel und wirklichkeitsnah gestalten“, so BV-Med-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.

Der deutsche Medtech-Verband begrüßt grundsätzlich die vom Koalitionsausschuss beschlossenen Maßnahmen zur Förderung der Wirtschaft und von Innovationen. Dies betrifft insbesondere die Maßnahmen zur Bevorratung von Schutzausrüstung, zur größeren strategischen Unabhängigkeit der Produktion von Medizinprodukten und das „Zukunftsprogramm Krankenhäuser“.

Grundsätzlich spricht sich der BV-Med dafür aus, Medizinprodukte bzw. Hilfsmittel einheitlich und dauerhaft mit dem ermäßigten Steuersatz zu besteuern – und damit Ärzte, Kliniken, Krankenkassen und Patienten zu entlasten. Das Problem: „Aktuell werden Medizinprodukte unterschiedlich besteuert. Das führt in der Praxis immer wieder zu Abgrenzungsschwierigkeiten und Wertungswidersprüchen“, so der BV-Med. Ein weiteres Anliegen des Verbandes sind praxistaugliche Regeln bei der temporären Absenkung der Mehrwertsteuer für die Versorgung von gesetzlich Krankenversicherten mit Hilfsmitteln, Verbandmitteln zur Versorgung chronischer Wunden und speziellen Lebensmitteln zur medizinischen Ernährung.

Corona-Warn-App kommt

[Fr 12.06.2020, 11:23] Über eine Corona-Warn-App wird seit Monaten diskutiert, in der kommenden Woche soll die Anwendung endlich zum Herunterladen zur Verfügung stehen. Für viele Menschen ist sie die Hoffnung für den Weg aus der Corona-Krise in die Normalität. Sie soll dabei helfen, die Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und zu durchbrechen. Die App wirft aber auch viele Fragen auf, weil sie in vielen Bereichen Neuland betritt. Mehr dazu hier.

Greifer für Beatmungsgeräte

[Mi 10.06.2020, 13:38] Immer mehr Branchen entdecken den Nutzen von Automation und Robotik, dazu zählt auch die Medizintechnik. Mithilfe der Automatisierung können bislang manuelle und zum Teil auch fehleranfällige Vorgänge innerhalb kurzer Zeit maschinell erledigt und damit verbundene Prozesse optimiert werden. Zur Exploration neuer Automationsanwendungen hat Schunk ein Spezialisten-Team gegründet, das in agiler Arbeitsweise innovative Automationslösungen entwickelt. Anhand eines exemplarischen Greifers zum Einsatz in Beatmungsgeräten für Covid-19 Patienten wird deutlich, wo die Potenziale liegen.

Das Konzept, das in enger Zusammenarbeit mit Ärzten der Universität Tübingen erarbeitet wurde, basiert auf einer automatisierten Beatmung über einen Beatmungsbeutel, die via Touchscreen sehr einfach in Betrieb genommen und eingestellt werden kann. Dabei lässt sich ein Druck von 4 mbar bis 50 mbar, ein Volumen von 200 ml bis 800 ml, eine Frequenz von 5 bis 80 Zyklen pro Minute und einer Inspirationszeit I:E von 1:2 bis 4:1 einstellen. Das System deckt also alle relevanten Parameter einer künstlichen Beatmung von Covid-19 Patienten ab. Für das zum Patent angemeldete System nutzt Schunk bewährte Sensoren und mechatronische Greifer mit additiv gefertigten Greiferfingern aus dem eigenen Portfolio sowie eine industriell etablierte Steuerung. Die ordnungsgemäße Funktion des Geräts wird permanent überwacht und etwaige Störungen, wie etwa eine Leckage oder eine Obstruktion des Beatmungsschlauchs, unmittelbar signalisiert. Aufgrund der Bauart sei es möglich, innerhalb kürzester Zeit zwischen einer manuellen und einer automatisierten Beatmung zu wechseln.

3D-Modellierung beschleunigt Gesichtsschutzfertigung

[Di 09.06.2020, 14:05] Sandvik Coromant ist eigentlich für seine Expertise in Sachen Zerspanungswerkzeuge bekannt. Jetzt haben die Schweden ihr Know-how dafür eingesetzt, eine 3D-Modellierungstechnik zu ersinnen, die gestapelte Modelldaten nutzt. Der Vorteil ist, dass nun bis zu 200 Gesichtsschutzschirme gleichzeitig additiv gefertigt werden können, heißt es. Die Daten hat Sandvik Coromant bereits kostenfrei veröffentlicht, betont man. Nun folgt ein Aufruf zur Anwendung, um der Covid-19-Pandemie weiter zu begegnen. Zuvor war die Fertigungsmenge bei der additiven Herstellung solch persönlicher Schutzausrüstung (PSA) begrenzt, informiert Sandvik, weil 3D-Drucker immer nur auf eine CAD-Datei zurückgreifen konnten. Die Lösung der Sandvik-Ingenieure zerschlägt den Flaschenhals, weil sie den 3D-Drucker sozusagen beschummeln. Denn der glaubt, es handelt sich dabei nur im eine CAD-Datei für ein einziges Produkt.

Sandvik dupliziert dafür zuerst die Bilddaten eines Gesichtsschutzes, heißt es weiter. Bei der Herstellung kann mithilfe eines Doppelschneckenextruders der Drucker so eingestellt werden, dass er eine dünne Kunststoffkette als Stützstruktur zwischen die Schirme legt. Die Kette ist aus einem wasserlöslichen Material und kann später einfach aufgelöst werden, erklärt Sandvik. Pro üblichem Drucker werden nun 42 Gesichtsschutzschirme in 48 Stunden herstellbar, wo zuvor in der gleichen Zeit mit nur einem gerechnet werden konnte. Mit größeren Druckern sollen es sogar bis zu 200 Stück sein. Sandvik Coromant hofft nun, dass das neue 3D-Modellierungsverfahren von anderen additiven Fertigungsunternehmen als die effizienteste Methode zur Herstellung von Gesichtsschutzschirmen übernommen wird. Dazu hat das Unternehmen die erforderlichen 3D-Modelldaten bereits mit verschiedenen Anbietern und Händlern von 3D-Druckern geteilt.

Masken helfen bei Corona-Eindämmung

[Mo 08.06.2020, 15:00] Die sogenannte Maskenpflicht, also die allgemeine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, zum Beispiel beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, trägt offenbar deutlich zur Eindämmung der Corona-Pandemie bei. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler von vier Universitäten, darunter Prof. Dr. Klaus Wälde, Volkswirt an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), gekommen, nachdem sie die Entwicklung der Covid-19-Fallzahlen in Jena mit der Entwicklung in ähnlichen Städten verglichen hatten. In Jena war die Maskenpflicht bereits am 6. April 2020 eingeführt worden, wesentlich früher als in allen anderen Landkreisen und kreisfreien Städten Deutschlands. Daraufhin war die Zahl der registrierten Infektionen in Jena nur noch schwach gestiegen. Die Forscher wollten nun wissen, ob diese Abnahme tatsächlich auf die Maskenpflicht oder auf andere Besonderheiten zurückzuführen ist. „Um diese Frage möglichst objektiv beantworten zu können, haben wir eine Art synthetisches Jena geschaffen, das die Maskenpflicht erst später eingeführt hat, und dieses mit dem realen verglichen“, sagt Wälde.

„Zusammenfassend kann man sagen, dass die Einführung der Maskenpflicht in den jeweiligen Kreisen zu einer Verlangsamung der Ausbreitung von Covid-19 beigetragen hat“, so Wälde weiter. Dieses Ergebnis stehe mit der Einschätzung von Epidemiologen und Virologen in Einklang, dass ein Mund-Nasen-Schutz den Luftstrom beim Sprechen hemme und dadurch die Übertragung infektiöser Partikel eingedämmt werde. Wälde hält es außerdem für möglich, dass die Masken eine Art Signalfunktion für die Bevölkerung haben könnten, sich an die Kontaktbeschränkungen zu halten. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass eine Maskenpflicht ein Baustein auch für die weitere Eindämmung von Covid-19 ist“, sagt Wälde.

Corona treibt Videosprechstunde voran

[Mo 08.06.2020, 12:19] Wie die Ergebnisse der Studie „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2020“ der Stiftung Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Health Innovation Hub des Bundesgesundheitsministeriums zeigen, setzen Ärzte Videosprechstunden seit Beginn der Corona-Pandemie häufiger als zu vor ein. Befragt wurden 2240 Ärzte und Physiotherapeuten.

Akzeptanz und Anwendung der Videosprechstunde waren sowohl bei Ärzten wie auch Patienten bislang sehr begrenzt. Bis Anfang 2020 nutzten nur vereinzelt Ärzte diese Kommunikationsform: Weniger als sechs Prozent der Ärzte, die heute Videosprechstunden anbieten, taten dies auch schon in den vergangenen Jahren.Die Covid-19-Pandemie hat dies radikal geändert und eine Initialzündung für die Nutzung von Videosprechstunden bewirkt. So stieg nach Angaben der KBV die Anzahl der Arztpraxen, die Videosprechstunden anbieten,von 1.700 im Februar 2020 auf ca. 25.000 im April.Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass über die Hälfte der Befragten jetzt Videosprechstunden nutzt und weitere gut zehn Prozent dies in Kürze vorhaben. Bemerkenswert ist zudem, dass offenbar vermehrt die Patienten als Treiber der Entwicklung auftreten:Bei fast einem Drittel der Ärzte, die jetzt Videosprechstunden anbieten, wurde diese neue Form der Interaktion von Seiten der Patienten aktiv nachgefragt.

BV-Med: Konjunkturprogramm gut, aber ausbaufähig

[Fr 05.06.2020, 14:47] Der Bundesverband Medizintechnologie, BV-Med, bewertet das von der Bundesregierung geplante Konjunktur- und Investitionsprogramm „Corona-Folgen bekämpfen, Wohlstand sichern, Zukunftsfähigkeit stärken“ grundsätzlich positiv, sieht aber in Details noch Änderungsbedarf. „Wir brauchen nachhaltige Investitionen in bessere Strukturen und optimierte Prozesse in der Patientenversorgung. Und wir brauchen vor allem mutige regulatorische Rahmenbedingungen, und das dringender als Steuergelder“, kommentiert BV-Med-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Der BV-Med spricht sich außerdem dafür aus, den reduzierten Mehrwertsteuersatz einheitlich auf Medizinprodukte anzuwenden. Mehr dazu hier.

Antikörpertest für zu Hause

[Fr 05.06.2020, 12:50] Seit dem 1. April können die Ärzte von Teleclinic den Patienten PCR-Tests zur akuten Abklärung nach Hause schicken lassen, nun kommen die Antikörpertests der Firma Lykon, Anbieter von labordiagnostischen Blut- und DNA-Analysen, hinzu. Patienten können durch ein paar Blutstropfen aus der Fingerkuppe selbst eine Probe entnehmen, sie wird in einem akkreditierten medizinischen Partnerlabor getestet. Sie erfahren so, ob sie bereits an Covid-19 erkrankt waren und gegebenenfalls eine Immunität entwickelt haben. Damit ist es Teleclinic möglich, Patienten von dem ersten Verdachtsmoment bis zur Genesung telemedizinisch zu betreuen.

Katharina Jünger, Gründerin und CEO von Teleclinic, begründet das Engagement ihres Unternehmens: „Den Patienten Sicherheit zu schenken und dabei das Gesundheitssystem zu entlasten, das sind unsere wichtigsten Anliegen im Moment. Wir haben in den letzten Monaten hautnah erlebt, wie schnell und professionell die deutsche Gesundheitsversorgung auf die Krisensituation und die große Beunruhigung der Menschen reagiert hat. Es freut mich, dass auch wir durch die ärztlichen Sprechstunden und die Bereitstellung von Tests einen Beitrag leisten können.”

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